Wormeln

Gründungszeit

Bild 4: Abteigebäude (z.Zt. unbewohnbar)
Bild 5: Abteigebäude

Über Jahrhunderte trafen die territorialen Interessen der Fürstbischöfe von Köln, Mainz und Paderborn, der Abtei Corvey und der Landgrafen von Hessen um Besitzrechte und Machtpositionen im Diemelgebiet mit wechselnden Gebietsverteilungen aufeinander.
Die Grafen von Everstein traten vom

11. Jahrhundert an in Erscheinung und errichteten im Weserbergland (Holzminden, Hameln, Höxter) ihren Herrschaftsbereich als Vögte und Lehensmänner der Paderborner Bischöfe, der Landgrafen von Hessen und des Klosters Corvey. Sie waren Stiftsvögte der Abtei Fulda und besaßen die Grafschaft Donnersberg als Lehen des Erzbischofs von Mainz. Diese Grafschaft erstreckte sich im Warburger Raum etwa zwischen Bad Driburg und dem Naturpark Habichtswald und erhielt ihren Namen von der Gerichtsstätte am Donnersberg bei Wormeln (in einer Urkunde des Klosters Arolsen 1239 erwähnt).
Das Eversteiner Grafenhaus gründete nicht nur das Kloster Wormeln und stattete es mit Patronatsrechten über Wormeln, Wettesingen und Heddinghausen aus, sondern förderte auch andere Klöster, z.B. das Kloster Arolsen oder das Kloster Amelungsborn, durch die Übertragung von Patronatsrechten.
Um 1200 kam der benachbarte kurkölnische Ort Volkmarsen unter die Herrschaft Albrechts III. von Everstein, der sich dem Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg als Lehensmann angeschlossen hatte. Außer religiösen Gründen dürften mit der Klostergründung in Wormeln durch die vier Söhne des Grafen Albrecht vermutlich auch strategische Interessen und Versorgungsaspekte für die Angehörigen der Eversteiner Vasallen im Raume Warburg – Volkmarsen verbunden gewesen sein. Allerdings verloren die Eversteiner Grafen in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts ihren Einfluss im Diemelgebiet und traten ihre Vogteirechte um 1340 an die Herren von Calenberg ab.
Die Bistumsgrenze zwischen Mainz und Paderborn verlief seit Alters her entlang der Flüsse Diemel, Twiste und Erpe mit der Folge, dass Wormeln (Stadtteil von Warburg) südlich dieser Linie zum Erzbistum Mainz gehörte, dagegen Warburg nördlich dieser Linie zum Hochstift Paderborn. Erst um 1500 änderte sich diese Situation.

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016