Wormeln

Zeit bis zur Aufhebung

Wormeln_Nonnenempore2.jpg
Bild 6: Nonnenempore
Bild 7: Chorgestühl

1246

Nach der Gründungsurkunde wurde das Kloster am 11. Mai 1246 von den vier Söhnen des Grafen Albrecht III. von Everstein gestiftet. Die Grafen schenkten als Patronatsherren von Wormeln die vorhandene Pfarrei zusammen mit allen Besitzungen und Rechten zur Einrichtung eines Nonnenklosters des „Grauen Ordens zur Ehre der glorreichen Jungfrau Maria und zur Vergebung der Sünden“. In Wormeln war bereits eine Gemeinschaft von Nonnen entstanden, die nach den benediktinischen Regeln und gemäß den Bräuchen lebte, die sie von den Klöstern übernommen hatten, aus denen sie nach Wormeln gekommen waren  (Quelle: WUB 4 n. 364: „…sanctimoniales sub regula beati Benedicti degentes et secundum sanctas consuetudines claustrorum, de quibus processerunt, in predicto loco Wormolon viventes..“)
Nunmehr befolgte die Klostergemeinschaft nach dem Willen der Stifter die Regeln der Zisterzienser, war aber förmlich nicht in diesen Orden inkorporiert. Kloster Wormeln unterstand dem Mainzer Erzbischof bis 1505.


1250 - 52

Die Grafen von Everstein statteten das Kloster nach der Gründung mit weiterem Besitz bzw. Einnahmequellen aus, u.a. mit dem Patronat über die Kirchen in Heddinghausen (zu Canstein, heute Stadt Marsberg), in Wettesingen und später in Kalenberg (14.Jh.) und trugen so maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufbau des Klosters bei. Sie erwiesen sich auch später durch Landschenkungen weiterhin als Gönner des Klosters.
Eine wichtige Rolle spielten die Pröpste, die das Kloster in rechtlichen und wirtschaftlichen Geschäften nach außen vertraten und vermutlich auch als Beichtväter fungierten. Sie traten in den ersten Jahrzehnten häufig als Repräsentanten des Klosters in Erscheinung. Ihre starke Position beruhte vermutlich darauf, dass sie die bischöflichen Interessen zu wahren hatten.


1259

Die Äbtissinnen der Klöster Himmelpforten, Benninghausen, Welver, Fröndenberg und Wormeln schlossen sich zu einer Gebetsverbrüderung zusammen, um alle Wohltäter in das Gebet aufzunehmen, die zum Bau des Klosters Holthausen beitrugen.

 

1315

Nach einer ungesicherten Überlieferung weihte der Mainzer Weihbischof Johannes Messerer eine neue Klosterkirche. Die finanziellen Belastungen durch den Neubau scheinen die wirtschaftlichen Aktivitäten des Klosters nicht beeinträchtigt zu haben. Die Kirche wurde als einschiffige turm- und chorlose Halle mit vier unregelmäßigen Jochen erbaut. Im Langschiff der heutigen Kirche befindet sich unter der Nonnenempore noch eine zweischiffige Unterkirche aus einer älteren Bauperiode in der Mitte des 13. Jahrhunderts. 

 

1350
Das Kloster war durch Schenkungen und Erwerb von Grundbesitz, Mühlen-, Fischerei- und Waldrechten in der näheren Umgebung des Klosters in den ersten 100 Jahren seines Bestehens zum größten Grundherrn im Dorf Wormeln geworden und übte hier weitgehend auch die Gerichtsbarkeit aus. Es kaufte 1307 u.a. ein Viertel der Besitzanteile an der Saline Salzkotten und erhielt im Jahre 1373 ein zweites Viertel als Geschenk.
Es ergaben sich aber auch Schwierigkeiten aus unklaren Besitzverhältnissen oder Entfremdung von Gütern, wie drei päpstliche Schreiben (1317-18) bezeugen. Der Papst sicherte dem Kloster seine Hilfe bei der Wiedererlangung seiner Rechte zu.
Stand anfangs die Konsolidierung des Grundbesitzes im Vordergrund der wirtschaftlichen Aktivitäten des Klosters, so wurde etwa seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Geldwirtschaft durch Erwerb von Renten- und Zehntrechten sowie durch Einnahmen aus den Eintrittsgelder der Konventualinnen immer wichtiger. So war im Laufe der Zeit den Nonnen durchaus Privatbesitz (z.B. durch Annahme von Erbschaften oder aus Privatgeschäften) erlaubt.
Im 14.Jahrhundert stiftete eine Konventualin dem Kloster das kunsthistorisch wertvolle Tafelbild „Maria als Thron Salomons“ (heute: Bode-Museum, Berlin), das möglicherweise vor der Barockisierung der Kirche Bestandteil des Altares auf der Nonnenempore war und mit den Namen der 12 Aposteln das kath. Glaubenbekenntnis symbolisiert. 
In der Krypta der Kirche finden sich noch Freskenmalereien, die vermutlich um 1375 entstanden sind.


1350
Die Eversteiner Grafen verloren in den ersten Jahrzehnten des 14.Jhs. ihren Einfluss im Diemelgebiet und traten ihre Vogteirechte an die Herren von Calenberg ab. Die Gerichtsbarkeit über das Kloster und Dorf Wormeln, über Wettesingen und Herlinghausen ging auf die Herren von Calenberg über.  Diese machten dem Kloster größere Zuwendungen und richteten hier ihre Grablege ein. Es kam aber auch zu Spannungen, weil die Calenberger Vögte in die Klosterhoheit eingriffen (z.B. bei der Festsetzung von Dienstleistungen der Klosterkötter oder bei der Nutzung der Klosterwälder). Die Konflikte bestanden bis zum Aussterben der Calenberger Linie um 1460.


1444

Die Herren von Calenberg überließen ihre Rechte an der Kirche zu Herlinghausen sowie auf einen Altar in Wormeln den Herren von der Gudensburg.
Seit Anfang des Jahrhunderts hatte das Kloster wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wie Urkunden belegen, war Abhilfe nur aus Einnahmen durch Landverkäufe (z.B. 1420: „um onse not wille“) und aus einer Ablassgewährung (1447) des Mainzer Fürstbischofs möglich. Die Äbtissin Gertrud Wyneken (1426-51) berichtete über den schlechten inneren und äußeren Zustand des Klosters.
Die Gründe des Niedergangs waren vielfältig: Misswirtschaft und fehlende Wirtschaftskontrolle, Privatgeschäfte und luxuriöses Leben der Nonnen, Verarmung des Klosters durch die aufgelaufenen Schulden, Überalterung des Konvents sowie (zum Teil langanhaltende) Streitfälle mit den Herren von Calenberg, von Canstein, von der Malsburg, von Spiegel (Desenburg bei Warburg) oder von Haxthausen um Waldnutzungen, Fischerei- und Weiderechte und besondere Dienstleistungen.

 

1468

Das Güterverzeichnis (vermutlich schon vor 1468 begonnen) ist eine wichtige Quelle für die Klostergeschichte und Klosterbewirtschaftung: Es gibt Auskunft über den Besitz, über Pacht- und Renteneinkünfte sowie über Dienstleistungen des Klosters. Hiernach war das Kloster dem Mainzer Fürstbischof abgabenpflichtig.

 

1460 - 1500
Möglicherweise wurde eine innere Erneuerung des klösterlichen Lebens nach dem Ende des abendländischen Schismas aufgrund der unsicheren Zeitverhältnisse in der Nachbarschaft des Klosters (z.B. Fehde zwischen Hessen und Paderborn um das Erbe der Herren von Calenberg (1464-71) oder kriegerischen Auseinandersetzungen um Stadt und Burg Volkmarsen (1474) aufgeschoben.
       Unter den gegenseitigen Verwüstungszügen der Streitenden (Landgraf von Hessen und Bischof von Paderborn) hatte vor allem die Landbevölkerung jahrelang zu leiden. Die Streitigkeiten um den Besitz Calenbergs gingen trotz eines Waffenstillstands (1471) weiter und wurden erst im Jahre 1597 endgültig beigelegt. Über Jahrhunderte wechselten die Eigentümer der Stadt Volkmarsen und der Kugelsburg. Als Hermann IV. von Hessen (Erzbischof von Köln ab 1480 und Bischof von Paderborn ab 1498) im Jahre 1474 Burg und Stadt seinem älteren Bruder, dem Landgrafen Heinrich III. von Hessen verpfändete, verweigerte man dem Landgrafen die Huldigung. Daraufhin ließ Heinrich die Burg erobern (1475) und die Stadt in Brand stecken (1477).
Eine Klosterreform fand erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts statt, ohne dass wesentliche Änderungen in der Lebensweise der Nonnen eintraten (Quelle: Linneborn, Bd. 76 (1918), S.174-217 a.a.O.).

1505
Das Generalkapitel beauftragte den Abt von Marienfeld und den Prior von Burlo mit einer Reform des Klosters Wormeln (Quelle: vgl. Literatur, Pfister S.388). Der Erzbischof von Mainz bzw. der bisherige Vaterabt des Klosters Hasungen traten nicht mehr in Erscheinung. Mit der Reform (möglicherweise vom Fürstbischof von Köln und Paderborn, Hermann IV. von Hessen, veranlaßt) gelangte Kloster Wormeln unter die Aufsicht des Klosters Marienfeld. In dieser Zeit wechselte auch die Zugehörigkeit des Ortes und des Klosters Wormeln vom Erzbistum Mainz zum Bistum Paderborn.
       Als Ursache könnte in Betracht kommen, dass der Ort Volkmarsen 1507 nach einer wechselvollen Geschichte endgültig zu Kurköln kam und eine Enklave zwischen den Grafschaften Waldeck und Hessen an der Nordgrenze des Erzbistums Mainz bildete. Hermann IV. von Hessen dürfte ein politisches Interesse gehabt haben, diese Enklave mit dem Hochstift Paderborn zu verbinden.

1535 - 41
Über die Situation des Klosters in der Reformation und die innere Entwicklung des Konvents haben sich Nachrichten nicht erhalten. Im Paderborner Raum bzw. im Diemelgebiet konnte die Reformation langsam Fuß fassen, so dass nach anfänglicher Zurückhaltung Teile der Bevölkerung zur Reformation übergingen bzw. Gemeinden wie Herlinghausen und Wettesingen sich ganz der neuen Konfession unter dem Einfluss der Landgrafen von Hessen anschlossen. Im übrigen wurde später (1597) die Grenze zwischen Hessen und Paderborn von Helmarshausen bis Wormeln vertraglich neu geregelt und dabei Wettesingen zu Hessen geschlagen. Damit verlor das Kloster das Patronatsrecht über Wettesingen.

1574
Salentin von Isenburg (Kurfürst und Erzbischof von Köln) wurde 1574 durch das Paderborner Domkapitel zum Bischof von Paderborn (1574-77) gewählt. Er ordnete sofort nach seiner Amtseinführung eine Reform des Gerichts- und Verwaltungswesens sowie eine umgehende Visitation der Pfarreien und Klöster an. Ziel der Klosterreformen im Sinne des Konzils von Trient war, alle Klöster wieder zu einer strengen Observanz zu verpflichten. Es sind jedoch keine Nachrichten überliefert, ob es bis 1602 überhaupt zu Visitationen bzw. Veränderungen des inneren Konventslebens in Wormeln kam.

1593
Der Kamper Abt Godefrid Draeck von Lobberich übertrug 1593 in seiner Eigenschaft als Ordensvikar für Westfalen das Visitationsrecht über Kloster Wormeln dem Abt von Hardehausen. Dieses Recht wurde dem Abt von Marienfeld entzogen, weil er den Beichtvater in Wormeln wegen seines Lebenswandels zwar in ein anderes Kloster versetzt, aber weiter nicht bestraft hatte (Quelle: Wellstein, Die Klöster Loccum und Wormeln werden dem Abte von Hardehausen unterstellt 1593, Cistercienser-Chronik 22 (1910), S.65-67: „.. apud dictas moniales valde turpiter vixisse..“).
Zu dieser Maßnahme trug wohl eine Beschwerde des Klosters Loccum beim Kamper Abt bei, die nachlässige Durchführung von Visitationen durch das zuständige Kloster Marienfeld zu beenden. Die Beschwerde war sicherlich begründet, denn Marienfeld unter dem Abt Hermann Fromme (1564–97) befand sich in einem katastrophalen Zustand (Quelle: Germania Sacra, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Die Cistercienserabtei Marienfeld, S.106 a.a.O.).

1602
Unter Dietrich von Fürstenberg, Bischof von Paderborn (1585-1618), begann man im Hochstift Paderborn mit einer nachhaltigen Rekatholisierung von Kirchen und Klöstern mit Hilfe der Jesuiten.
Erst jetzt kam es zu einer Reform in Wormeln. Die älteste Visitationsakte (Quelle: Linneborn a.a.O.) enthält nur allgemeine Ermahnungen des visitierenden Generalabtes Claudius Masson von Morimond im Sinne der Reformbemühungen nach dem Konzil von Trient, ohne dass gravierende Regelverstöße im Kloster Wormeln festgestellt wurden.

1604
Der erste schriftliche Erwähnung des Schützenvereines geht auf das Jahr 1604 zurück. In einem Vertrag zwischen Kloster und Gemeinde wurde die Bildung einer Schützengesellschaft "zum wehrhaften Schutz des Frauenklosters in akuter Notlage" vereinbart. 1730 wurde der noch heute bestehende Schützenverein mit dem Ziel gegründet, den Selbstschutz des Dorfes in den unsicheren Zeiten zu gewährleisten.

1622
Der 30jährige Krieg wirkte sich für das Kloster bzw. das Dorf Wormeln verheerend aus. Herzog Christian von Braunschweig stand auf der Seite der protestantischen Union. Er fiel Ende 1621 mit seinem Söldnerherr in Westfalen ein. Die Städte Soest, Lippstadt, Paderborn und Münster waren bis Mai 1622 seine Stützpunkte, von denen aus er militärisch operierte. Kriegskontributionen und Plünderungen dienten dem Unterhalt seines Söldnerheeres. Seinen Forderungen an Städte, Klöster und Adelssitze verlieh er dadurch Nachdruck, dass er viele Ortschaften in Brand setzen ließ. Klosterkirche und die zugehörigen Gebäude in Wormeln wurden dabei schwer beschädigt; die Nonnen mußten für die nächsten 30 Jahre im Exil in der Stadt Warburg leben und kehrten erst nach dem Kriege zurück. Ein monastisches Leben war in dieser Zeit kaum möglich.
 
1643
Einfallende Hessen steckten das Dorf Wormeln erneut in Brand, so dass nur noch sieben Wohnstätten (vorher 21) bewohnbar waren.

1670 – 1740
Nach dem Westfälischen Frieden erholte sich die Region um Warburg langsam. Die Stadt selbst erreichte aber nie mehr ihre frühere Bedeutung als Handelsstadt.
Das Kloster konnte sich jedoch wieder entfalten und zu einer innerlich Erneuerung und einer wirtschaftlichen Blüte zurückfinden, wie mehrere Visitationen durch die Äbte von Hardehausen in der 2.Hälfte des 17. Jhs. zeigten (Quelle: Linneborn, Bd. 76 (1918), S.174-217 a.a.O.).
Noch im 17. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau der Klosteranlage. Die Klosterkirche erhielt 1683 eine barocke Ausstattung mit Hochaltar und Orgel. Die wirtschaftliche Erholung des Klosters unter Probst Balthasar Frischen (1701-38) zeigte sich durch den barocken Aus- und Umbau der Klostergebäude mit doppelstöckigem Kreuzgang und zwei großen Treppenhäusern (Vollendung etwa 1710).
 
1748
Das Kloster erwarb das Haus „Stern“ in Warburg (eines der ältesten Steinhäuser der Stadt).
 
1756 - 63
Der 7-jährigen Krieg (1756–63) hatte katastrophale Folgen für das Kloster und führte erneut zu einem Rückgang der wirtschaftlichen und religiösen Verhältnisse. Die zahlreichen Truppendurchmärsche mit Kontributionen, Requisitionen, wochenlangen Einquartierungen, Ausschreitungen und Plünderungen – insbesondere nach der Schlacht bei Warburg 1760 - führten dazu, dass die Bevölkerung im Raume Warburg verarmte. Kloster und Dorf Wormeln waren tief verschuldet. Der Viehbestand im Dorf war damals ausgerottet.
 
1762 - 1770
Der Klosterpropst Rörich fand 1762 bei seinem Amtsantritt nur „Armut, Elend, Schulden und leere Kisten und Kasten" vor. Er spielte eine unrühmliche Rolle, da er unnachgiebig versuchte, rückständige Abgaben der Bauern in den Dörfern Wormeln und Welda einzufordern (Quelle: Cistercienser-Chronik, Aus den letzten Zeiten des Frauenklosters Wormeln, S. 125-128).
Der Versuch Rörichs, eine neue Abgabe (sog. Dockenzehnte) einzuführen, löste einen langen Rechtsstreit aus, der erst nach 30 Jahren 1797 zugunsten des Kloster ausging, aber im "Wormeler Klosterkrieg" mit einer Katastrophe endete.
Nach den Visitationsprotokollen von 1766 und 1787 wurden in Wormeln die Klausurbestimmungen nicht mehr in der erforderlichen Strenge beachtet, so dass von den Nonnen eine bessere Befolgung gefordert wurde: Gemeinsame Mahlzeiten, keine Speiseneinnahme in den Zellen, Aufenthaltsverbot für männliche Personen (auch Angehörige) im Refektorium und Schlafhaus oder in den Zellen (ausgenommen bei minderjährigen Kindern unter 7 Jahren).
Die Visitation von 1787 zeigte, dass die bereits 1766 gerügten Verhältnisse sich nicht verbessert hatten. Insbesonder wurde unter Strafandrohung der Brantweingenuss verboten (Quelle: Linneborn, Bd. 76 (1918), S.174-217 a.a.O.). Das verschuldete Kloster mußte 1787 das Haus "Stern" in Warburg wieder verkaufen.

1770
Unter den Nachfolgern Rörich`s wurden Klostergebäude restauriert und einige notwendige Neubauten ausgeführt.

1783
Obwohl die Nachfolger Rörichs entschiedene Gegner des Prozesses waren, drängte die Äbtissin Humbalina Rosenmeyer (1783-97) auf ein abschließendes endgültiges Urteil.

1797
Nachdem im Prozess um den Dockenzehnten endgültig gegen die verarmten Bauern der Dörfer Wormeln und Welda entschieden wurde, kam est 1797 zum sog. "Wormelner Klosterkrieg". Die Äbtissin versuchte, das Urteil unter Militärschutz anzuwenden, und war nicht bereit, sich mit den Bauern zu vergleichen. Es gab dabei drei Tote und zahlreiche Verletzte, außerdem kam es zu Plünderungen und Zerstörungen im Kloster. Die Äbtissin resignierte, blieb aber bis zur Klosteraufhebung im Konvent. Ihre Nachfolgerin wurde Benedicta Hagemeyer. Auf die Bitte des Fürstbischofs von Paderborn schickte der Landgraf von Hessen 700 Soldaten nach Wormeln. Diese Strafexpedition mit längeren Einquartierungen der Soldaten trieben das Dorf weiter in eine hohe Verschuldung, die erst nach 100 Jahren getilgt waren.

1810
Bei der Aufhebung am 16.9.1810 lebten im Kloster noch insg. 10 Nonnen und 3 Laienschwestern unter der Äbtissin Theodora Einhaus.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016