Welver

Zeit nach der Aufhebung

1803 – 1809
Da das märkische Territorium mit Soest und Welver seit 1614 zu Brandenburg-Preussen gehörte, begann Preussen aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 sofort mit der Auflösung der Männerklöster. Man ließ die Frauenklöster zunächst bestehen, wollte sie aber durch eine große Besteuerung und durch Verbot der Neuaufnahme von Novizinnen "aussterben" lassen. Die bereits 1804 durch eine preussische Kommission vorgenommene Bestandsaufnahme des Klostervermögens bestätigte, dass das Kloster große Vermögenswerte (Grund- und Waldbesitz) besaß. Die Aufhebung des Klosters zog sich aber aufgrund der politischen Verhältnisse (Bildung des Großherzogtums Berg) und der Kriegswirren bis 1809 hin.
Das Kloster geriet bereits 1806 in finanzielle Bedrängnis, weil es wegen fehlender Einkünfte sich verschulden mußte. Es durfte die Schulden z.B. durch Holzverkäufe nicht ausgleichen, weil der Staat an der Erhaltung der Waldbestände wirtschaftlich selbst interessiert war.
Die Neugründung der katholischen Pfarre in Welver 1807 war der Umsicht der letzten Äbtissin Maria Theresia von Loen (1797-1809) und des Lehrers B.H. Honcamp zu verdanken, die bereits 1806 die katholischen Schule in Welver gründeten. Die Ablösesumme, die die Pfarre St.Patrocli Soest für die Abpfarrung der neuen Pfarre Welver verlangte, wurde von den Nonnen bezahlt.

1809
Nachdem Napoleon im Frühjahr 1808 selbst die Verwaltung des Großherzogtums Berg übernahm, wurde 1808 eine erneute Inventarisierung vorgenommen und am 18.11.1809 Kloster Welver vom Finanzminister Graf Beugnot aufgehoben. Die ermittelten Einnahmen des Klosters und der Wert des Grundbesitzes überstiegen deutlich die Ausgaben für die Alimentation der Klosterbewohner, so dass die Überschüsse der Staatskasse zuflossen. Bei der Aufhebung lebten noch
8 Nonnen und 3 Laienschwestern im Konvent. Die neue Kirche und die Klostergebäude gingen in den Besitz der kath. Pfarre über. Die Gebäude erhielten andere Nutzungen (Schule im Brau- und Backhaus sowie Pfarrhaus im ehemaligen Äbtissinnenhaus).

1835
Das Klosterarchiv gelangte zunächst nach Soest, später zum Staatsarchiv Münster.

1842
Nach der zeichnerischen Darstellung der Klosteranlage von 1842 besaß das Hauptgebäude noch einen Ostflügel, der mit der neuen Kirche verbunden war. Der Ostflügel mit Priorei und Hospiz wurden nach 1842 abgerissen.
Das ehemalige Äbtissinnenwohnhaus (kath. Pfarrhaus) bildete mit dem Hauptgebäude eine bauliche Einheit, d.h. der heutige Durchgang zum Heimatmuseum entstand erst nach 1842. In diesem Jahr wurde auch der Marienaltar (Standort: Nonnenempore in Welver) an die kath. Pfarrkirche Thülen verkauft.

1895 - 1990
Die Klostergebäude wurden zwischen 1895 und 1970 als Krankenhaus genutzt.
Ein Teil des Hauptgebäudes diente bis 1990 als Pflegeheim für Behinderte des Sozialwerkes St.Georg. Im Brau- und Backhaus des Klosters wurde seit 1986 das Heimatmuseum der Gemeinde Welver eingerichtet.

2007
Restaurierung der Gebäude und Einrichtung altengerechter Wohnungen
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 02.02.2018