Ter Hunnepe

Zeit bis zur Aufhebung

1225

Der päpstliche Legat Konrad von Urach erlaubte 1225 der Äbtissin und dem Konvent von Roermond, auf einem freien Eigengut (Allod) des Ludolf Brandanus und seiner Frau Lamberga bei Deventer zum Heil ihrer Seelen ein neues Kloster (Marienhorst) zu gründen (Quelle: Sloet-OBG I, Nr. 481 a.a.O.; OSU II, Nr.736 a.a.O.). Die Initiative ging von der Gräfin Richardis von Nassau (Witwe des Grafen Otto I. von Geldern und Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Roermond) aus. Die ersten Nonnen kamen aus Hönnepel bei Kalkar.
Gleichzeitig übertrug das Kapitel von St.Peter zu Utrecht dem neuen Koster Güter in Markvelde in Erbpacht, da Ritter Lubbert von Weerslo und seine Kinder auf diese Lehngüter verzichteten (Quelle: Sloet-OBG I, Nr. 482 a.a.O.).


1228
Papst Gregor IX stellte 1228 das Kloster in den Schutz des Klerus. Er drohte allen mit der Exkommunikation, die unrechtmäßig Güter des Klosters in ihren Besitz bringen würden; außerdem sollten die Ortschaften, in denen solche Güter lägen, mit dem Interdikt belegt werden (Quelle: OSU II, Nr. 782 a.a.O.).
Der Papst beauftragte auf die Bitte der Äbtissin von Roermond (Gräfin Richardis von Geldern) den Abt von Kamp 1230 mit der Visitation mehrerer Zisterzienserinnenklöster, darunter auch das Kloster Marienhorst (vermutlich handelte es sich um die vorgeschriebene Ortsbesichtigung im Zuge des Inkorporationsverfahrens, das 1238 abgeschlossen war). Wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in den Orden war die Einhaltung der Klausurbestimmungen. Das Kloster wurde der Aufsicht des Kloster Kamp unterstellt, das auch die Beichtväter bestellte.


1232 - 53

Das Kloster erlebte einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung, da es vor allem durch Schenkungen umfangreicher Ländereien, Stiftungen, Einnahmen aus gewährten Ablässen sowie Spendenaktionen unterstützt wurde.  Klostergüter lagen hauptsächlich in Gelderland im Gebiet zwischen Apeldoorn und Zwolle entlang der Ijssel (z.B. Ortschaften wie Beekbergen, Voorst, Wilp, Terwolde, Nijbroek, Vaasen, Epe, Welsum), im Gebiet von Bathmen und Umgebung entlang der Schipbeek sowie in Markvelde, Elsen, Neede und Gorssel im Bereich zwischen Markelo, Haaksbergen und Lochem, aber auch in Overijssel östlich von Olst und Wijhe (Vorchten bzw. Wesepe). Die Lage der Grundbesitzungen teilweise in Sumpf- bzw. Veengebieten oder in Überschwemmungszonen der Ijssel läßt vermuten, dass zu den Aufgaben des Kloster auch die Erschließung und Kultivierung dieser Gebiete sowie der Ausbau von Schutzmaßnahmen (Eindeichung) gehörten.
    Papst Gregor IX. gewährte 1232 einen Ablass. Der Chorbischof Werenbold zu Utrecht schenkte dem Kloster seine Güter in den Ortschaften Loenen und Weesp (Quellen: OSU II, Nr. 843; OSU V, Nr. 3063 a.a.O.).
    Der Propst von St. Peter in Utrecht bestätigte 1235 nochmals, dass die Besitzungen in Markvelde, die der Ritter Lubbert von Weerslo früher als Lehen der Prostei besaß, dem Kloster in Erbpacht übertragen wurden, außerdem kaufte das Kloster 1243 den Hof „Erlehove“ in Vaasen von Everhard von Ermelo und seinen Brüdern (Quellen: OSU II, Nrn. 890, 891, 994 a.a.O.).
    Der Kölner Erzbischof forderte 1245 die Pfarrgeistlichen in den Bistümern Utrecht und Münster zu einer Spendenkollekte für das Kloster Ter Hunnepe auf. Der Utrechter Weihbischof Dirk gewährte 1251 einen Ablass. Der Dekan und das Kapitel von Deventer riefen 1251 mit einen Bittbrief zu einer Spendenaktion für das Kloster auf (Quellen: OSU II, Nrn. 1032, 1234, 1251 a.a.O.).
    Der Kölner Erzbischof schrieb 1252 nochmals alle die Pfarrer der Kirchen in den Diözesen Utrecht und Münster an, die Gläubigen zu Spenden für das Kloster anzuspornen. Der Graf Hermann von Loon schenkte dem Kloster Güter zu Elsen (Pfarre Rijssen). Der Utrechter Bischof Heinrich von Vianden gewährte 1253 einen weiteren Ablass (Quellen: OSU III, Nrn. 1271, 1282, 1319 a.a.O.).


1253

Ein Brand richtete Schäden an den Klostergebäuden an, so dass es schien, als könnten sie nicht mehr aufgebaut werden. Es dauerte mehrere Jahrzehnte, bis sich das Kloster von den Folgen des Brandes erholt hatte. Die Zisterzienserinnen baten den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden um die Überlassung des Klosters Fürstenberg bei Xanten, das der Benediktinerabtei Siegburg gehörte (UB Siegburg I 134ff). Fürstenberg war bis dahin ein benediktinisches Doppelkloster, dessen Abt Richwin mit seinen Mönchen nach Siegburg zurückgerufen wurde, während die Nonnen wohnen blieben (Quelle: Kamper Chronik S. 290 a.a.O). Abt Gottfried von Siegburg schenkte mit Zustimmung des Kölner Erzbischofs den Zisterzienserinnen von Ter Hunnepe das Kloster Fürstenberg gegen den Willen der Benediktinerinnen. Erst 1259 kam eine endgültige Regelung zustande.


1254 – 59
Trotz der Brandverwüstungen wurde das Kloster Ter Hunnepe offenbar nicht aufgegeben. Vermutlich dienten folgende Maßnahmen dem Wiederaufbau bzw. Erhalt des Klosters und seiner Güter bei Deventer.
    Ritter Hendrik von Amme vermachte 1254 dem Kloster seine Güter in Arnheim. Seine Tochter übertrug in ihrem Testament weitere Güter zum Nutzen des Klosters und zu ihrem und ihres Vaters Seelenheil. Graf Hendrik van den Bergh-(s`Heerenberg) vermachte 1255 testamentarisch dem Kloster seinen Hof (Hoenhove) zu Eldrik (Quellen: OSU III, Nrn. 1323, 1324, 1354 a.a.O.).
    Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden forderte 1257 alle Kirchen in den Diözesen Köln, Münster, Lüttich, Münster und Osnabrück auf, das Kloster Marienhorst (Ter Hunnepe) erneut auf, für das Kloster zu spenden und gewährte allen Wohltätern einen Ablass. Ferner erlaubte Papst Alexander IV. dem Erzbischof und seinen Suffraganen, alle Personen, die die Nonnen in ihrem Güterbesitz bei Deventer benachteiligen sollten, zu exkommunizieren. Papst Alexander nahm das Kloster Ter Hunnepe in seinen Schutz und bestätigte alle Besitzungen (Quellen: OSU III, Nrn. 1397, 1398 und 1425 a.a.O.).
    Das Kapitel St.Peter zu Utrecht übertrug 1258 dem Kloster Ter Hunnepe diejenigen Güter im Pfarrbeziek Neede (westl. von Haaksbergen), die bisher der Ritter Lubbert von Markvelde vom Utrechter Kapitel St.Peter als Lehen besaß (Quellen: OSU III, Nrn. 1432 und 1446 a.a.O).

1259

Der Kölner Erzbischof und das Domkapitel stimmten der Schenkung des Klosters Fürstenberg und dem Verkauf des zugehörigen Hofes Birten an die Zisterzienserinnen aus Ter Hunnepe zu. Der Erzbischof forderte den Drost von Hochstaden (vermutlich sein jüngerer Bruder Friedrich, Propst in Xanten) auf, die Nonnen in den Besitz zu stellen und übertrug die Verwaltung der Güter dem Pleban von Xanten. Da der schwelende Streit zwischen Benediktinierinnen und Zisterzienserinnen auch durch den Domdekan Goswin aus Köln als Vermittler nicht beigelegt werden konnten, entschied schließlich der Erzbischof zugunsten der Zisterzienserinnen über die Schenkung der „cella Fürstenberg“ und den Verkauf des Hofes Birten. Domdekan und Domkapitel ersuchten den Herzog Theoderich von Kleve, die Ausführung der erzbischöflichen Entscheidung zu unterstützen. Ein Sonderstatus regelte das Zusammenleben von Benediktinerinnen und Zisterzienserinnen unter einem Dach (Quellen: OSU III, Nrn. 1491, 1502, 1512, 1514, 1515, 1517 a.a.O.).

1263

Das Kloster Ter Hunnepe war um 1263 durch die Unterstützung des Utrechter Bischofs Heinrich von Vianden (1250 – 67) und anderer Wohltäter so weit wiederhergestellt, dass zumindest ein Teil der Nonnen aus Xanten zurückkehren und die Kirche vom Bischof eingeweiht werden konnte. Nach der Kamper Chronik erfolgte außerdem die offizielle Teilung des Konvents einschl. Gütertrennung zwischen den Klöstern Fürstenberg und Ter Hunnepe (Quelle: Kamper Chronik S. 290 a.a.O). Beide Klöster standen anfangs noch unter der Leitung einer gemeinsamen Äbtissin.
Papst Urban IV. forderte den Bischof auf, dafür zu sorgen, dass das Kloster Marienhorst (Ter Hunnepe) diejenigen Güter zurückbekäme, die unrechtmäßig in fremde Hände gelangt wären (Quelle: OSU III, Nr. 1603 a.a.O.).

 

1266
Der Utrechter Bischof verbesserte die Wirtschaftslage des Klosters wegen seiner knappen Einkünfte und schenkte dem Kloster bei der Einweihung 1266 die Sumersford'schen Güter mit Mühle.
Das Kloster besaß auch die Patronatsrechte über die Kirchen in Bathmen und Loo. Der Bischof von Utrecht übertrug dem Kloster ferner zwei Wassermühlen von Markvelde; außerdem zählten Höfe, eine Windmühle, Brauerei und Bäckerei zur Ausstattung der Abtei.

 

1266 - 75
Die wirtschaftliche Lage des Klosters wurde durch umfangreiche Schenkungen des Utrechter Bischofs Heinrich von Vianden bzw. seiner Lehensträger bzw. wohlhabender Bürger wesentlich verbessert. Die zahlreichen Wohltäter, die ihre Töchter beim Klostereintritt mit ansehnlichen Mitgiften ausstatteten, dürften in erster Linie dem adeligen Personenkreis im Dienst des Landesherrn bzw. auch dem Stadtpatriziat zuzurechnen sein. Bei den Zuwendungen für den Unterhalt des Klosters handelte es sich meist um allodiale Güter bzw. um Lehngüter, auf die die Lehensträger zugunsten des Klosters verzichteten, sowie auch um Hausbesitz bzw. um Zehntrechte z.B. in den Ortschaften Epse, Weteringen, in der Mark Oxe, in Gorssel, Vorchten, Neede oder in Arnheim bzw. in Beekbergen bei Apeldoorn (Quellen: OSU III, Nrn. 1689, 1693, 1749, 1784, 1875, 1876 a.a.O.).
Der Bischof von Utrecht übertrug 1266 die Wassermühle von Markvelde (an der Schipbeek) dem Kloster Ter Hunnepe und schenkte 1267 dem Kloster die Somersvord'schen Güter einschl. Mühle mit der Auflage, dass von hier das Mehl für die bischöfliche Tafel bei Anwesenheit des Bischofs in Deventer zu liefern war. Johann I. von Nassau (Bischof-Elekt) bestätigte diese Schenkung 1274 erneut (Quellen: OSU III, Nr. 1706; OSU IV, Nr. 1864 a.a.O.).

1280
Nach der Kamper Chronik lebten 30 Nonnen im Konvent. Bei dieser Größenordnung war es erforderlich, dass Rentmeister die Äbtissin bei der Verwaltung des umfangreichen Besitzes unterstützten.
Das Eintrittsgeld (Dotation oder Aussteuer), das bei der Aufnahme einer Nonne zu zahlen war und von der Familie aufgebracht wurde, war nicht unerheblich (Quelle: Kloosterpoort als Sluitpost).
Das innere Klosterleben dürfte sich anfangs im benediktinischen Geist und unter strenger Klausur entfaltet haben. Die über den Tag verteilten regelmäßigen Chorgebete, meditative Betrachtungen und die Fürbitten für das Seelenheil der zahlreichen Stifter waren wesentlicher Inhalt des kontemplativen Klosterlebens. Das Kloster war aber auch mit der Kultivierung und Erschließung der Sumpfgebiete befaßt, auf denen Klosterbesitzungen lagen, sowie mit Maßnahmen zum Schutz gegen Überschwemmungen und zur Sicherung der Handelswege.  Aus späteren Mitteilungen geht ferner hervor, dass die regelmäßige Armenfürsorge zu den Aufgaben des Klosters gehörte.
Ein längerer Streit zwischen dem Kloster und Hendrick van Syderoves über die Nutzung des Wassers der Hunnepe für den Betrieb der Mühlen konnte 1280 nur durch die Vermittlung von Irmgard (Ehefrau des Grafen Reinald I. von Geldern) beigelegt werden. Die Hunnepe war Grenzfluss zwischen den Sommervord´schen Klostergütern und dem Land der Brüder van Syderoves. Letztere leiteten das Wasser der Hunnepe durch einen Stichkanal (Oves genannt) zu ihrer Mühle, so dass die Wasserführung der Hunnepe für den gleichzeitigen Betrieb der Klostermühle nicht ausreichte. Das Kloster erwirkte gegen eine Vergütung das Recht, für mehrere Monate im Jahr (zwischen Ostern und Martini) den Stichkanal zu verschließen und das Wasser der Hunnepe zur Klostermühle zu leiten. Beide Parteien verpflichteten sich, das Flußbett der „Alten Hunnepe“ nicht zu verändern; die Brüder Syderoves verpflichteten sich außerdem, die Wassernutzung durch das Kloster nicht zu stören (Quellen: Sloet-OBG II, Nr. 1022; OSU IV 4, Nrn. 2024, 2052 a.a.O.).
1280 – 1300
Das Kloster kaufte Ländereien, z.B. verschiedene Güter von Arnold van Oxe im Jahre 1284, die dieser in Colmschate und der Mark Salland als Lehen von der Propstei Deventer besaß (OSU IV, Nr. 2184 a.a.O.), ferner Ländereien in Markvelde von den Brüdern Wouter und Winand van de Kure im Jahre 1289 (Quelle: OSU IV, Nr. 2365 a.a.O.) oder das Gut Bornekatyne (Bornecote) im Jahre 1299 von Goswin und Johann Heckinc van Udinc (Lehensmänner des Grafen Rainald I von Geldern, die auf das Lehngut verzichteten (Quelle: OSU V, Nr. 2929 a.a.O.), außerdem verschiedene Güter im Kirchspiel Bemmel (bei Arnhem) von dem Ritter Gerad von Veen, da dieser die erfolgte Bezahlung bestätigte (Quelle: Sloet-OBG, Nr. 1027 a.a.O.).
Papst Honorius IV. forderte 1286 den Prior van St. Nicolaasberg in Deventer auf, dafür zu sorgen, dass alle Güter, die das Kloster Ter Hunnepe verloren hatte („dem Kloster auf unrechtmäßige Weise entfremdet wurden“), zurückzugeben wären (Sloet-OBG 1872-76, Nr.1096 a.a.O.). Über Maßnahmen bzw. Ergebnisse gibt es keine näheren Informationen. Ähnliche Vorkommnisse gab es auch in anderen Klöstern, als sie dazu übergingen, Klosterbesitz langfristig zu verpachten (Erbpacht).
Der Propst der Kirche von Deventer entschied 1287 in einen Streit des Klosters mit Theodor van Epse (Dienstmann der Propstei Leubenius in Deventer), dass von fünf verschiedenen Landparzellen in der villa Epse, die beide Parteien als Eigentum betrachteten (Quelle: OSU IV, Nr. 2300 a.a.O.), das Kloster drei Parzellen und Theodor zwei Parzellen erhalten sollte.
Der Ausbau der Klosteranlage wurde 1288 dadurch gefördert, dass sechs verschiedene Erzbischöfe und Bischöfe jeweils Ablässe verliehen für alle, die an bestimmten Tagen das Kloster besuchten und beschenken würden (Quelle: OSU III Nr. 2350 a.a.O.).
Der Graf von Kleve gewährte 1290 dem Kloster Zollfreiheit an der Zollstelle Huissen am Rhein für 50 Malder Korn (Quelle: OSU V, Nr. 2473 a.a.O.).

Privateigentum wurde den Nonnen im Einzelfall durchaus gestattet, z.B. gab 1290 der Kamper Abt Gisbert seine Zustimmung, dass eine Nonne in Ter Hunnepe lebenslang eine Jahresrente beziehen durfte (Quelle: OSU IV, Nr. 2431 a.a.O.).

1300 - 50
Die Urkunden zwischen 1300 – 50 befassen sich zum Teil mit Streitfragen, überwiegend aber mit weiteren Vermächtnissen zugunsten des Klosters, Memorienstiftungen oder An- und Verkäufen von Höfen bzw. Renten, um die Versorgung der Nonnen zu gewährleisten.
Die Äbtissin des Klosters Essen erklärte 1306/09, dass ihr verschiedene Güter in Salland (darunter die Höfe von Arthem, Erthe und Olst) gehören würden und Ter Hunnepe keinen Anspruch darauf hätte. Sie wandte sich 1309 an den Utrechter Bischof und forderte den Schutz ihrer Rechte.
Die Ritter Gered van Aeswe und Johann van Kuenre verkauften 1347 dem Kloster jeweils Güter, die im Kirckspiel Varchten lagen.
Elisabeth van Steinfurt (Witwe des Ritters Gijsbert IV van Bronkhorst und Äbtissin von Ter Hunnepe zwischen 1317 - 47) bestätigte 1347 die Verlehnung des Gutes Snelling zu Batmen (Quelle: Urkunden Overijssel S. 231, Nr.42).

1350
Nahe beim Kloster verliefen zwei kleine Flüsse, die Hunneper – Aa (später: Dortherbeek) und der Markelsche Bach. Beide Wasserläufe kamen aus den Sumpfgebieten bei Markelo und mündeten in die Ijssel. Die Hunnepe gab dem Kloster den Namen und bildete die natürliche Grenze zwischen Overijssel und Geldern. Der Markelsche Bach diente dazu, den Wasserstand in den Grachten um Deventer zu regulieren. Seit dem ausgehenden 14. Jh. wurde im Auftrag der Stadt Deventer der Marckelsche Bach (später Schipbeek) für den Güterverkehr von und nach Westfalen schiffbar gemacht (Quelle: Stadtarchiv Deventer).
Alle Maßnahmen, vor allem die Anlage neuer künstlicher Wasserwege in Nähe des Klosters, hatten stets Auswirkungen auf den Grundbesitz des Klosters, weil sie den Verlauf der Grenzen und die Wasserführung der Bachläufe veränderten. Dies galt ebenso für die Eindeichung der Ijssel flußabwärts vom Kloster Ter Hunnepe aus oder die Landgewinnung in den zum Kloster gehörenden Sumpfgebieten.

1367
Das Kloster besaß die Patronatsrechte über die Kirchen der Ortschaften Bathmen und Loo. Die Grundlage legten 1367 Everd van Essen und seine Frau durch den Verkauf des Hofes „te Loo“ an das Kloster. Zusammen mit den Herren des Hauses Dorth übte die Äbtissin das Richteramt über die Markgenossenschaft von Bathmen und Loo aus. Von den circa 50 Hofstellen des Klosters lag etwa ein Zehntel in Bathmen und Umgebung.
Das Kloster besaß ferner eine enge Verbindung zur Stadt Deventer, wo es ein Stadthaus besaß, dass den Nonnen als Refugium in Notzeiten diente und das die Nonnen nach 1579  bewohnten.

1386
In diesem Jahr wurde eine neue Kirche eingeweiht.

1380 – 1420
In Ter Hunnepe, aber auch in anderen traditionellen Frauenklöstern, geriet besonders das Privateigentum der Nonnen als Verstoß gegen das Armutsideal in die Kritik. Gerhard Groote aus Deventer, der Begründer der "devotio moderna" in den Niederlanden (religiöse Erneuerung des christlichen Gemeinschaftslebens nach dem Vorbild der Urkirche), machte Ende 1382 dem neuen Kamper Abt Wilhelm von Köln (1382-1402) Vorschläge für eine Klosterreform und forderte besonders die Abschaffung des Privateigentums der Nonnen. Er verwies dabei exemplarisch auf die bestehenden Verhältnisse im Kloster Ter Hunnepe, wo eine Nonne beim Eintritt in das Kloster unter der Äbtissin Mechtild van Bylandt (1375 – 90) mehr Privateigentum mitbrachte als das Kloster in den letzten 30 Jahren an Dotationen erhalten hatte (Quelle: Dicks, S. 295; Dr.W. Mulders SJ, Historische Tijdschrift 1933).
Die Ideen der Devotio moderna fanden ihren Niederschlag bei den Zisterziensern in der Kongregation von Sibculo, die etwa 1417 nach dem Ende des Schismas entstand und der ca. 20 Zisterzienserklöster (z.T. Neugründungen für Angehörige des Bürgertums) in den Niederlanden anschlossen, um im Geist einer neuen Observanz zu leben. Ter Hunnepe schloß sich etwa 1420 dieser Kongregation an, obwohl es in den traditionellen Frauenklöstern der Niederlande mühsam war, eine entsprechende Reform durchzusetzen (vgl. z.B. die Reformversuche durch Nicolaus von Cues in Utrecht oder Leeuwenhorst), weil die adeligen Frauen (und ihre Familien) auf den Erhalt ihres Besitzstandes und ihrer Privilegien bedacht waren. Die devotio moderna erreichte etwa zwischen 1425 – 50 ihre Blütezeit.

1435 - 45
Das Kloster war 1435 von einer Überschwemmung betroffen, die große Schäden anrichtete. Aus Spenden, insbesondere Einnahmen aus Ablaß-Verkäufen (1445), wurden Reparaturen und Umbauten der Klostergebäude finanziert.

1456

Über die innere Entwicklung des Klosters oder Reformen in der 2.Hälfte des 15.Jhs. gibt es keine weiteren Informationen. Unruhige Zeiten entstanden für das Kloster bereits (möglicherweise auch finanzielle Belastungen), als der neue Utrechter Bischof David von Burgund (1456–96) das Stift Utrecht nur mit militärischer Unterstützung seines Vaters, des Herzogs Philipp der Gute, in Besitz nehmen konnte und die Stadt Deventer (1456) belagert wurde. Die zum Stiftsgebiet gehörende Region Overijssel wurde zur Anerkennung Davids gezwungen; die Stadt Deventer ergab sich nach sechswöchiger Belagerung dem Burgunderherzog.

1473
Der Kamper Abt legte 1473 Anteile einer Ordenssteuer (sie betrug insgesamt 6000 Dukaten „zur Verteidigung der Rechte und Privilegien der Römischen Curie“) auf die ihm unterstehenden Klöster um. Die Steuer betrug je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der 14 Kamper Frauenklöster zwischen 1 und 4 rheinische Golddukaten. Ter Hunnepe, Roermond und Servatius zahlten je 3 Dukaten, Graefenthal sowie Leeuwenhorst je 4 und die übrigen Klöster zwischen 1 bis 2 Dukaten (Quelle: Binterim u. Mooren, Nr. 436 a.a.O.).

1501 - 29
Die äußeren Lebensbedingungen von Ter Hunnepe veränderten sich infolge von Brand- und Kriegsereignissen gravierend, so dass ein monastisches Leben unter Klausurbedingungen nicht mehr möglich war. Führungslose Landsknechte des habsburger Kaisers Maximilian („Große Garde“ oder „Schwarze Garde“ - vgl. auch Kloster Fürstenberg) überfielen 1501 das Kloster Ter Hunnepe und vertrieben die Nonnen, die nach Deventer in ihr Stadthaus flüchteten, da sie von der Stadt mit Lebensmitteln unterstützt wurden.
Im Jahr 1510 wurde das Kloster während der „Geldrischen Kriege“ in Brand gesteckt; es wurde aber mit Hilfe eigener Mitteln, einer Spendenkollekte im Bistum Utrecht und finanzieller Unterstützung anderer Institutionen (z.B. durch das Kloster Leeuwenhorst ) zwar langsam wiederhergestellt, aber die unruhigen Zeiten hielten unvermindert an.
Die Äbtissin Christina van Gemen gen. Pröbsting (+1536) verkaufte 1529 vermutlich aus Geldmangel ein Gut „de Oude Poll“ (heute noch ein altes Herrenhaus) in der Gemeinde Voorst.
    Herzog Karl von Geldern führte zwischen 1492 und 1538 ununterbrochen Krieg gegen die burgundisch-habsburgische Herrschaft in den habsburger Niederlanden
(Provinzen Holland, Flandern, Brabant, Hennegau), da beide Parteien versuchten, ihre Ansprüche auf das Herzogtum Geldern gewaltsam durchzusetzen. Der Utrechter Bischof Friedrich von Baden wurde in den Krieg hineingezogen, als Karl von Geldern in der Zeit zwischen 1505 – 15 auch das Utrechter Oberstift überfiel, Städte in Overijssel plünderte und die Ritterschaft sich zur Unterstützung des Bischofs bereiterklärte. Die Feindseligkeiten waren hier seit 1510 im vollen Gange.


1543
Nachdem die Landesherrschaft des Utrechter Fürstbischofs bereits 1528 endete und Overijssel unter habsburgische Verwaltung geriet, bekam diese Provinz mehr Einfluss auf das Kloster. Geldern kam erst 1543 endgültig unter die habsburger Herrschaft.
Für das Kloster bedeutete dies, dass vor allem die Rechte des Konvents auf freie Wahl einer Äbtissin sowie das Aufsichtsrecht des Kamper Abtes durch das Nominatierecht des Kaisers eingeschränkt waren. Außerdem galten die Einschränkungen der habsburgischen Zentralregierung, die sich – wie in anderen weltlichen Fürstentümern ebenfalls - vor allem gegen die Steuerfreiheit und den Besitzerwerb der geistlichen Institutionen (Tote Hand) sowie die Ausübung gewerblicher Tätigkeiten richteten.

1548 - 1564
Es waren offenbar Veränderungen bzw. Lockerungen in der strengen Lebensweise der Nonnen eingetreten, die nach außen als Verletzung der Klausurregeln bzw. Verfall der Klosterzucht oder Mangel an Ordnung wahrgenommen wurden. Die Privilegien der meisten Klöster (Privatbesitz der Nonnen, Präbenden, Erbschaften, weltliches Leben, Freiräume für Besuchsreisen, modische Kleidung, Dienstboten) standen in der allgemeinen Kritik. Ter Hunnepe hatte Notjahre, Zerstörungen von Klostergebäuden und finanzielle Belastungen für den Wiederaufbau ertragen müssen; dabei hatten sich vor allem die Schulden angehäuft. Die Ideen der sich ausbreitenden Reformation gingen ebenfalls nicht spurlos am Kloster vorbei, z.B. dürfte der Klosteraustritt der Nonne Anna von Hekeren gt. Rechteren hiermit zusammenhängen.
Im Konvent waren Zwistigkeiten, Unzufriedenheit und Widerstände gegen die strengen Klausurbestimmungen entstanden. Wie aus späteren Briefen der Ritterschaft von Oberijssel an die Statthalter der Provinzen von Overijssel bzw. Geldern (Zutphen) hervorgeht, versuchten die Nonnen und ihre Verwandten, das Kloster in ein Damenstift umzuwandeln. Der Statthalter von Gelderland (Graf von Hoogstraten) beschwerte sich daher 1548 beim Abt von Kamp Johann Ingenray von Huels (1529 – 63) über das ungeregelte Leben der Nonnen. Der Abt berichtete nach der Visitation dem Erzbischof von Köln bzw. Bischof von Utrecht, dass tatsächlich einige Nonnen die Klausur nicht beachteten, weltliche Kleidung und Schmuck trügen und ein weltliches Leben führten. Dem Abt gelang es nicht, diese Nonnen zur Einhaltung einer strengen Observanz zu bewegen. Die Äbtissin Agnes van Keppel wandte sich am 6.2.1551 an den Hof von Gelderland mit der Bitte, Kommissare ins Kloster zu schicken, die zusammen mit dem Kamper Abt Ordnung schaffen und den Streit unter den Nonnen beenden sollten, andernfalls sie von ihrem Amt zurücktreten wollte (Quelle: Gelders Archiev, Regest Nr.1342).
Ein Beispiel für die inneren Probleme war ein Brief der Äbtissin an die Staatskanzlei vom Oktober 1551 (Quelle: Gelders Archief , Reg. Nr. 1448), dass der Streit im Kloster zwar beigelegt wäre, aber die Nonne Aaltje van Apeldoorn das Kloster verlassen hätte, sich bei ihrem Bruder aufhielte und von dort versuchte, ihre Klosterschwestern zum Widerstand und Ungehorsam anzustacheln.
Der Bemühungen des Abtes, mit Hilfe zweier Nonnen aus dem Kloster Roermond (die Geschwister Margarethe und Franziska van Rossum) das Kloster Ter Hunnepe zu reformieren, hatten keinen nachhaltigen Erfolg, da die herrschenden Zwistigkeiten letztlich fortbestanden (Quelle: NBNW, Teil 4, S.797, 798 a.a.O.).

Abt Ingenray gab offensichtlich seine Absicht auf bzw. wurde von der Regierung Gelderlands aufgrund des kaiserlichen Nominatierechtes daran gehindert, nach dem Tod der Äbtissin Agnes van Keppel (+ 1553), der man wegen ihres Alters und ihrer Schwäche Mitschuld an den Verhältnissen gab, Francisca von Rossum zur neuen Äbtissin einzusetzen. Ingenray mußte sich auch in anderen Fällen (Leeuwenhorst, St.Servaas und Mariendaal) dem Nominatierecht des Kaisers beugen. Auch das Gesuch des Vaters Johann van Rossum an den Kanzler des Herzogtums Geldern führte nicht zur erwünschten Wahl seiner Tochter Franziska (Quelle: J.S. van Veen a.a.O.). Da Francisca von Rossum erst kurze Zeit zum Konvent gehörte und der Abt die Opposition der übrigen Nonnen bzw. ihrer Angehörigen befürchtete, außerdem ihr Onkel Maarten van Rossum unter dem geldrischen Herzog Karl von Egmont ein berüchtigter Feldherr und Gegner der Habsburger war, wurde vermutlich Johanna van Voorst für die Wahl zur Äbtissin favorisiert.  Erst 14 Jahre später wurde Francisca von Rossum zur Äbtissin des Klosters Ter Hunnepe gewählt.
Der Reformversuch von 1548 hatte aber Einfluss auf die Verwaltung des Klosterbesitzes, da die Befugnisse bzw. Aufgabenbereiche des Rentmeisters zur Verbesserung der Klosterwirtschaft reglementiert wurden.

1553 - 65
Erstmals wurde mit Johanna van Voorst eine Äbtissin aus der Provinz Overijssel gewählt. Sie stammte aus einem alten Adelsgeschlechtes in dieser Provinz. Es gelang ihr aber nicht, die wirtschaftlichen Probleme des Klosters zu lösen, die Schulden zu tilgen, die Klausurordnung wiederherzustellen und die inneren Zwistigkeiten zu schlichten, so dass sie 1565 aufgrund ihres hohen Alters von ihrem Amt zurücktrat (oder zum Rücktritt gedrängt wurde).
In ihrer Amtszeit wurden 1559 in den Niederlanden neue Bistümer, darunter das Erzbistum Utrecht mit den Suffraganbistümern Haarlem, Middelburg, Leeuwarden, Groningen und Deventer, als gezielte kirchenpolitische Maßnahme gegen die Ausbreitung der Reformation errichtet.

1565 – 69
Nach der Wahl Francisca von Rossum (bisher celleraria) zur Äbtissin (1565 - 69) waren die Neuordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die Verringerung der Anzahl der zu verteilenden Präbenden auf 12 sowie die Schuldentilgung als wichtigste Maßnahmen zur Sanierung und Erhaltung der Einrichtung unerläßlich (Quelle: NNBW, Teil 4, S.1495 – 96 a.a.O.). Die im Jahr 1565 angeordneten Maßnahmen bedeuteten de facto die Umwandlung des Klosters in ein Damenstift, in dem die Nonnen fortan wie Regularkanonikerinnen lebten. Dass die Nonnen die Umwandlung in ein Damenstift anstrebten, ging aus einem Brief der Ritterschaft von Overijssel an Gilles van Barlaimont (spanischen Statthalter 1572-73) hervor: Die Ritterschaft hätte sich an den Papst gewandt, um Ter Hunnepe in ein weltliches Stift umzuwandeln, die Klosterinsassen von ihren Gelübden zu entbinden und so das Kloster für die Kinder aus adeligen Geschlechtern attraktiv zu machen.
Sämtliche Nonnen unterschrieben 1565 in Gegenwart des Abtes Richard von Xanten (1565 / +1572) und ihrer adeligen Verwandten aus Overijssel und Zutphen eine neue Klosterordnung, die insbesondere die Zahl der Nonnen bzw. zu verteilenden Präbenden, die Schuldentilgung, die Verteilung der erwirtschafteten Erträge (Geldleistungen und Naturalien) an die Nonnen auf Kosten des Klosters, die Versorgung mit Brennmaterial, die Viehhaltung u.a., aber auch die Verpflichtungen für den Erhalt der Gebäude oder der Deiche oder für die traditionelle Armenfürsorge regelte.
Das Gemeinschaftsleben wurde aufgegeben, weil 5 Wohneinheiten eingerichtet wurden, die den jeweils ältesten Nonnen zur selbständigen Haushaltsführung zugewiesen wurden und wo sie mit jüngeren Nonnen zusammenlebten.
Die Äbtissin behielt die Gesamtleitung des Klosters. Der Rentmeister wurde verpflichtet, die Auszahlungen zu überwachen. Er war außerdem angewiesen, überzähliges Inventar (Pferde, Kühe, Schafe, landwirtschaftliche Geräte) zur Schuldentigung zu verkaufen. Diese Regelungen wurden 1577 mit geringen Änderungen aufs Neue beschlossen (Quelle: Bijsterbos, Verslagen en mededeelingen, 1889, S. 31-103 a.a.O.).
Die Äbtissin Franziska van Rossum starb am 19.4.1569. (Epitaph der Äbtissin mit acht Ahnenwappen befindet sich in der Gruft der Lebuinuskirche in Deventer.)

1569 - 70
Nach dem Tode der Äbtissin Franziska van Rossum wurde Anna Lintelo zu Walvoort (Äbtissin von 1569 – 1608) zur Nachfolgerin gewählt. Da die bisherigen Reformmaßnahmen zur wirtschaftlichen Sanierung des Klosters nicht ausreichten, billigte der Kamper Abt Richard von Xanten 1569 den Verkauf weiterer Wälder und Ländereien zur Tilgung der Schulden des Klosters. Die Konflikte zwischen der Äbtissin und den Nonnen suchte der Abt friedlich beizulegen.
Der Abt von Morimond (Johann Coquaeus) visitierte im April 1570 das Kloster. Zwar war es seine Aufgabe, Klöster im Sinne der tridentinischen Konzilsbeschlüsse zu reformieren und die Wiederherstellung einer strengen Klausur durchzusetzen. Jedoch konnte er die Entwicklung des Klosters zum Damenstift nicht mehr rückgängig machen und die alte Ordnung wiederherstellen.

1577 - 79
Kaiserlicher Truppen, die in Deventer stationiert waren, überfielen bei ihren Raubzügen durch die Grafschaft Zutphen und die Veluwe 1577 auch das Kloster Ter Hunnepe, beraubten es und nahmen den verwundeten Prior als Geisel mit. Die Beschwerde des Magistrats der Stadt Zutphen beim Hof von Gelderland auf Rückgabe der Beute und Freilassung des Priors führte zu einer Verurteilung der Schuldigen (Quelle: J.S. van Veen: „Een paar bladzijden .." a.a.O.).
Die Klostergebäude wurden 1578 zu Beginn des Freiheitskampfes der Niederlande um ihre Unabhängigkeit von der spanischen Herrschaft während der Belagerung der Stadt Deventer durch die Söldner des Grafen von Rennenberg in Brand gesteckt und waren zum größten Teil nicht mehr bewohnbar. Die Nonnen von Ter Hunnepe flüchteten in ihr Stadthaus (ein Haus in der Menstraat) in Deventer. Sie baten zwar den Magistrat von Deventer um Aufnahme in das Stadtkloster (Oude convent), jedoch stellte die Stadt an das religiöse und soziale Verhalten der Klosterbewohner Bedingungen, die offensichtlich nicht akzeptiert wurden. Der Rentmeister Lubberdinck schrieb 1579, dass die Gebäude des Klosters sowie die Höfe verwüstet wären und das zerstörte Kloster sich kurzfristig nicht wiederaufbauen ließe. Der Plan, die Gebäude ganz abzubrechen, um feindliche Truppen daran zu hindern, sich zu verschanzen, wurde auf wiederholtes Drängen der Nonnen nicht ausgeführt.
     Am 19.11. 1578 wurde die Stadt Deventer, in der seit 1572 ein deutsches Regiment im Auftrag des spanischen Statthalters der Niederlande (Don Juan von Österreich) zur Verteidigung der Stadt stationiert war, von den Truppen der Generalstaaten unter Georg von Lailing, Graf von Rennenberg, eingenommen. Der Graf stand zunächst auf der Seite der niederländischen Freiheitsbewegung und war Statthalter von Friesland, Groningen und Overijssel. Im Jahre 1580 lief er jedoch zur spanischen (katholischen) Seite über und verkaufte die Stadt Groningen an die Spanier. Dieser Verrat verschärfte die konfessionellen Gegensätze.

1580

Die Klosterbewohner von Ter Hunnepe nahmen den reformierten Glauben an.


Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 14.06.2016