Sterkrade

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster Sterkrade führt im Kamper Stammbaum die Bezeichnung:

unter St.  I : Rivulus sancte marie in Sterckrade

                    in ducatu cliuensi 1240

unter St. II : Rivulus s. Mariae in Sterkradt prope Holten 1240

 

Dem Abt des Klosters Kamp oblag die geistliche Betreuung, nachdem das Kloster 1271 in den Orden aufgenommen war.

Nach dem Konzil von Trient (1542 – 63) setzte die Gegenreformation ein. Flächendeckende Visitationen galten als geeignetes Mittel, die Durchführung der Konzilsbeschlüsse zu überwachen (z.B. Visitationskampagne im Erzstift Köln unter dem Erzbischof Salentin von Isenburg (1569) bzw. Visitationsreise des Generalabtes von Citeaux, Nicolaus Boucherat (1574).
Der Generalabt visitierte zwischen Juni – September 1574 ca. 50 Klöster in den Diözesen Köln und Lüttich. Er besuchte das Kloster Sterkrade am 12.7.1574, das nach seinem Bericht (im Sinne des Tridentinum) nicht reformiert war, zwar eine gute und religiöse Äbtissin (Anna von Droste 1569–77) hatte, der jedoch die Nonnen nicht gehorchen wollten. Der Generalabt reformierte das Kloster und erbat die Hilfe des Landesherrn (Quelle: Postina S. 262 a.a.O.)
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Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016