Sterkrade

Zeit nach der Aufhebung

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Bild 10: Das Wappen der Äbtissin A.K. v.Nunnum gt. Dücker wird Stadtwappen der Stadt Sterkrade

1803- 09

Durch die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich erlitten deutsche Fürsten linkrheinische Gebietsverluste; sie sollten dafür aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 durch Kirchen- bzw. Klostervermögen entschädigt werden. Die preussische Verwaltung begann 1804 mit der Bestandsaufnahme des Klostervermögens, jedoch wurde aufgrund der politischen Verhältnisse erst 1809
das Kloster, in dem noch 6 Nonnen lebten, endgültig aufgehoben. Seitdem war die ehemalige Klosterkirche nur noch Pfarrkirche.

1816
Die Klostergüter wurden versteigert. Erwerber waren vor allem die Industriellenfamilie Lueg und die Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen (etwa 2/3 des Besitzes), die Pfarrgemeinde und andere private Familien (etwa 1/3 des Klosterbesitzes). Das Hauptgebäude der Abtei verblieb im Eigentum der Pfarrei; die Patronatsverpflichtungen gingen infolge der Säkularisation auf den preussischen Staat über.
 
1868 – 72
Bau der 3. St.Clemenskirche an der Stelle der alten Abteikirche. Der Staat Preussen wurde wegen des Staatspatronats gerichtlich zur Beteiligung an den Baukosten verpflichtet.

1898
Es siedelten sich Nonnen aus dem Orden der „Göttlichen Vorsehung“ in der Pfarre an, die hauptsächlich in der Kranken- und Altenpflege tätig waren und den Kindergarten der St.Clemens Pfarre betreuten.
 
1913
Gründung der Stadt Sterkrade. Die neue Stadt übernahm das Wappen der Äbtissin Anna Katharina von Nunnum gt. Dücker als Stadtwappen und demonstrierte damit die seit Jahrhunderten bestehenden Verbundenheit des Ortes Sterkrade mit dem Kloster. 

1938
Die Patronatsverpflichtungen des Staates für die bauliche Unterhaltung wurden teilweise abgelöst (z.B. für das Pfarrhaus), während für die Pfarrkirche eine Baulast bis heute bestehen blieb.

1945 - 53
Die 3.Kirche wurde durch Kriegseinwirkung zerstört. Die Errichtung der heutigen 4. Kirche erfolgte 1952 – 53.

 

1969

Abbruch des letzten Klostergebäudes (Ostflügel von 1701) und Neubau eines Gemeindezentrums mit Schwesternhaus und Kindergarten.  Am Neubau sind die Wappensteine aus 1678 und 1777 angebracht. Die Tätigkeit der Nonnen von der "Göttlichen Vorsehung" wurde aber wegen des Nachwuchsmangels aufgegeben.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 28.04.2016