Saarn

Visitation / Geistliche Betreuung

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Bild 14: Bank, 1759

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster führt im Kamper Stammbaum

unter St. I die Bezeichnung:

Aula sancte Marie in zarne in ducatu montensi 1214

unter St. II die Bezeichnung:

Aula B. Mariae in Zaren ad Ruram 1214

  

Der Abt des Klosters Kamp übte das Visitationsrecht ständig aus.

Nach dem Konzil von Trient (1542 – 63) setzte die Gegenreformation ein. Der Generalabt Nicolaus Boucherat visitierte 1574 auch das Kloster Saarn. Die hiermit verbundene Reform  hatte keinen Erfolg, da 4 Nonnen (lutheranae) der reformatorischen Lehre Luthers weiterhin anhingen. Die Anordnung des Generalabtes, dass diese Nonnen die Lehren Luthers unter Eid ablegen müßten oder andernfalls aus dem Kloster vertrieben würden, löste einen jahrzehntelangen Streit zwischen der katholischen Landesregierung bzw. dem Abt von Kamp mit der protestantischen Herrschaft Broich um das Bleiberecht und die Versorgung dieser Nonnen aus.
Ab etwa 1730 lockerten sich die strengen Bindungen der Nonnen zum Vaterabt des Klosters Kamp, als der Klostergeistliche entlassen wurde und die Abtei keinen Ersatz schickte. Die Dienste des Priors wurden in der Folgezeit bis zur Klosteraufhebung von Mönchen aus den Minoritenklöstern Duisburg bzw. Ratingen ausgeübt.

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016