Saarn

Zeit bis zur Aufhebung

1214 - 16
Das Kloster Saarn wurde nach der Kamper Chronik 1214 zu derselben Zeit wie das Kloster Eppinghoven oder ein wenig vorher (vgl. Gründungszeit) gegründet.
Die Äbtissin Wolberna teilte 1216 mit, dass das Kloster „Aula St. Mariae 1214“ in den Orden inkorporiert und der Aufsicht des Kamper Abtes unterstellt wurde (Quelle: Unsichere Textkopie aus dem 16.Jh. im Archiv Kath. Pfarre Saarn).

1221
Die älteste Urkunde von 1221 belegt die Einweihung des Friedhofes durch den Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg (1216-25). Die Unterbringung der Nonnen bereitete anfangs Schwierigkeiten, da es ferner heißt, Engelbert habe die Enge der Verhältnisse gesehen. Gleichzeitig bestätigt Engelbert die Schenkung des sog. Buchelwaldes, um die wirtschaftlichen Grundlagen des Klosters zu festigen. Die Erstreckung des Waldgebietes ist nicht genau bekannt (vermutlich war aber das Waldareal größer als der heutige Auberg). Die Namensliste der Zeugen mit den Repräsentanten der Abteien Werden, Kaiserswerth und Gerresheim, der Domkirche in Köln, der Grafschaft Berg sowie der Herrschaften Broich und Linnep läßt die Stifter in diesem Kreis vermuten.

1223 - 28
Die Urkunde des Papstes Honorius III. vom 28.1.1223 belegt den inkorporierten Status des Klosters. Der Papst gewährte dem Kloster das Ordensprivileg (Befreiung von der Jurisdiktion des Diözesanbischofs sowie von Zehntabgaben für alle Besitzungen und künftigen Rodungen; keine Unterwerfung des Klosters unter die weltliche Gerichtsbarkeit) und stellte das Kloster mit allem Grundbesitz unter seinen Schutz (Quelle: Kloster Saarn Nr.1 LA-NRW). Es wurden rechtsrheinisch der Ort, an dem das Kloster stand (Mülheim an der Ruhr), der Hof Meiderich (Duisburg) sowie linksrheinisch die Wirtschaftshöfe Kaarst und Vockrath (Neuss) mit allem Zubehör aufgeführt. Hinzu kamen noch andere nicht näher bezeichnete Besitzungen an Wald, Feldern, Weideflächen, Weinbergen, Mühlen und Gewässern.
Graf Gerhard von Geldern erklärte 1228, dass auf die Bitte seiner Mutter, Äbtissin zu Roermond, der Ritter Wilhelm von Beke (Beck) zugunsten des Klosters Saarn auf verschiedene Lehngüter zu seinem Seelenheil verzichtete (Quelle Lacomblet II, Nr. 157 a.a.O.).

1231 - 34  
Kloster Saarn erlebte einen raschen Aufschwung, so dass bereits 1231 die Trennung der Konvente in Saarn und Kaarst durch den Erwerb des Siedlungsverbandes Eppinghoven eingeleitet wurde. Der Kölner Erzbischof Heinrich I. von Molenark genehmigte 1231 dem Kloster Saarn, den Hof Genserath an das Stift Gerresheim im Tausch gegen dessen Gut Eppinghoven abzutreten, um hier eine neue klösterliche Niederlassung zu gründen. Der Gütertausch wurde mit der Unfruchtbarkeit der Äcker und der großen Entfernung sowie mit anderen ungünstigen Verhältnisse im Kaarster Bezirk begründet (Quelle: Lacomblet Nr. 175 a.a.O.).
Zur Vermeidung von Nachteilen für das Stift Gerresheim war der Gütertausch mit der Bedingung verbunden, dass das Stift Ersatzleistungen aus dem Hof Vockrath erhalten sollte, sofern der Hof Genserath geringere Erträge als der Hof Eppinghoven erzielen würde. Offensichtlich zielten alle Bemühungen darauf ab, die Lebensgrundlagen beider Einrichtungen zu konsolidieren sowie die Voraussetzungen für eine Verlegung des Kaarster Klosters und gleichzeitige Trennung von Saarn zu schaffen.
Von Saarn aus konnte bereits 1234 das Tochterkloster Duissern in Duisburg besiedelt werden.

1237  
Die Teilung der Frauenklöster Saarn und Kaarst (Eppinghoven) und des gemeinsamen Besitzes wurde durch Abt Arnold von Kamp vollzogen; beide Konvente erhielten jetzt jeweils eine eigene Äbtissin.
 
1240
Der Grundbesitz des Klosters im Bezirk Mülheim nahm in der Folgezeit bis zum Ende des 14.Jhs. durch zahlreiche Schenkungen, die teilweise der Versorgung lediger Frauen aus den Stifterfamilien beim Eintritt in das Kloster dienten, ständig zu.
Der Ritter Wilhelm von Ysenberg übertrug 1240 dem Kloster Saarn das Gut Huckingen in Duisburg (UK Nr. 3 LA-NRW).
Arnoldus (Vogt von Elberfeld) und seine Frau Guda übertrugen 1243 dem Kloster ihren allodialen Besitz Mulenbeken zum Unterhalt ihrer in das Kloster Saarn eingetretenen Tochter Guda (UK Nr. 4 LA-NRW).
Graf Dietrich von (Hohen-)Limburg schenkte 1251 dem Kloster seine Güter in Vossbeck bei Dorsten, die bisher der Ritter Heinrich v.Lohausen zu Lehen hatte (Quelle: UK Nr. 5 LA-NRW), und verkaufte dem Kloster 1262 teils kukltivierte, teils unkultivierte Ländereien auf der linken Seite der Ruhr (Schubert Nr. 50).
Der Pfarrer zu Gerrode (Johann de Renneberg) ließ mit Zustimmung der Pfarrgenossen durch den Priester Gerardus 10 Morgen Land bei dem Hof Bontenbroich (bei Jüchen) der Abtei Saarn verkaufen (UK Nr. 6 LA -NRW).                          

1262
Nach einer Urkunde des Historischen Archivs der Stadt Köln (HAStK Schrein Dilles Urk. 1/1, 1262) beurkundete der Kamper Abt Albert einen Erbverzicht. Hierbei wurden die Saarner Äbtissin Agnes und die Töchter Conegundis und Beatrix einer Kölner Familie Ludolf und Elisabeth Grins genannt. Diese Äbtissin Agnes ist in der Liste der bisher bekannten Äbtissinnen noch nicht enthalten (Quelle: A.Ostrowitztki, 1993).
Elisabeth von Cleve (Eltern: vermutlich Dietrich von Kleve und Elisabeth von Brabant) schenkte 1262 den Geldbetrag, der für den Ankauf eines Teils vom Hof Bulrode (Böllert-Höfe) nötig war (Schubert 51).

1263
Bereits 1236 beurkundete der Abt von St. Martin zu Köln, daß Elisabeth von Sige dem Kloster Saarn den Hof Bontenbroich (Jüchen bei Gevenbroich) schenkte und ihre Kinder auf Ansprüche verzichteten. Weil der Hof aber ein Lehen der Edelherren von Hunenbroich war, mußte das Kloster das Lehnrecht 1263 mit einer jährlichen Rente von fünf Solidi abkaufen (Quelle: Dumont, Geschichte der Pfarreien der Erzdiözese Köln, S. 261, Köln 1883; auch Lacomblet, Nrn. 210 und 539 a.a.O.). 100 Jahre später wies Wilhelm, Markgraf von Jülich, seine Amtleute zu Jüchen an, die Güter der Abtei Saarn von der Steuerschätzung auszunehmen (UK Nr. 20 LA-NRW).

1266 - 80
Herzog Walram von Limburg (Pfandherr über die Stadt Duisburg 1248–79) verlieh dem Kloster 1266 das Recht, die Grut zum Bierbrauen kostenlos aus Duisburg zu beziehen (Quelle: Schubert 54 a.a.O.). Der Pleban in Mintard schenkte dem Kloster 1266 den Brinkmannshof in Styrum (Schubert Nr. 55). Der Ritter Reiner von Asterlo (Asterlagen bei Emmerich) übertrugt 1276 dem Konvent zu Saarn sein Gut Walsum bei Emmerich für die Präbende seiner Nichte Odilia (UK Nr. 10 LA NRW). Der Hof Roskothen im Dorf Saarn kam zwischen 1277–80 in das Eigentum des Klosters (Schubert Nrn. 63 und 64).
Der Ritter Rutgerus von Hurst verkaufte 1282 sein Gut Heis (nahe beim Schloss Broich) mit Holzrechten im Speldorfer und im Sterkrader Wald dem Kloster (Quelle: Schubert Nr. 66).  Nach der Kamper Chronik lebten 25 Nonnen im Konvent.

1289 - 1385
Volkwin von Scherfheim und seine Frau hatten sich um 1289 mit ihrem Besitz (eine Mühle in Dümpel nahe beim heutigen Liebfrauenhof), eine Haushälfte in Duisburg und das Gut Weltersberg zwischen Saarn und Mintard) dem Kloster unterstellt; der Besitz sollte nach ihrem Tode an das Kloster fallen. Ein Rechtsstreit zwischen der Äbtissin Guda und den Verwandten der Stifter über die Nutzung des Gutes Weltersberg wurde 1303 zugunsten des Klosters entschieden; die Aufsitzer durften das Behandigungsgut behalten und bebauen (Schubert Nrn. 68, 69 und 82).
Der Burgvogt des Grafen von Berg auf Schloß Landsberg übertrug 1295 dem Kloster seine Güter in Mülheim (Heckmannshof zu Eppinghofen; Schubert, Nr. 74).
Werner von Linnep überließ dem Kloster 1296 einen Zehnten (Quelle: Lacomblet Nr. 969 a.a.O.).
Graf Dietrich von Limburg schenkte 1297 dem Kloster den ihm zustehenden Zehnten am Hof Bottenbruch in Dümpten (Schubert, Nr. 76). Der Edelherr Burckhard von Broich bestätigte dem Kloster 1329 erneut das Eigentum über den Wald Buchel (Schubert, Nr. 93).
Vermutlich war in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts das Kloster in finanziellen Schwierigkeiten. Nach einer Urkunde (HStA Nr. 464) verkauften 1344 die Äbtissin Agnes von Reinen und der Konvent „durch Not gedrängt“ eine Rente aus der Stadt Duisburg an die Abtei Kamp. Ferner verkauften die Äbtissin Sophia und der Konvent 1351 an eine Saarner Nonne eine Erbrente (Korn und Vieh) aus dem Klostergut in Styrum (Troestesgut oder Wüsthof); die Rente sollte nach dem Tode der Nonne unter allen Nonnen verteilt werden (Schubert Nr. 110). Der Rentenkauf bzw. -verkauf war das vorherrschende Kreditgeschäft des Mittelalters, der Kaufpreis für eine Rente entsprach der Kreditsumme. Letzteres Beispiel zeigte auch, dass die Nonnen durchaus privates Vermögen besaßen.
Das Kloster erwarb 1385 den Vonscheidtshof (Schubert Nr. 161).

1380
Nach den Erkenntnissen der archäologischen Untersuchungen (1979 – 89) wurden Baumaßnahmen im ausgehenden 14.Jh. durchgeführt, die vermutlich aufgrund eines Brandes im Westflügel des Klosters notwendig wurden. Der Westflügel wurde nur unvollständig erneuert. Im Ostflügel wurde das Konventshaus erweitert.
Die dokumentierten Grundrisse deuten an, dass auf der Westseite der Bau einer neuen Klausurmauer im Vordergrund stand. Die an der Klausurmauer errichteten Gebäude wurden innerhalb von 100 Jahre wieder abgerissen oder überbaut.

1383 - 92
Der Duisburger Bürger Johann Pauwelz stifte mit Zustimmung seiner Brüder dem Kloster Saarn unter der Äbtissin Leyvarde van Yssem seinen Zehnten zu Menden, von dem 2 Drittel für den Konvent und ein Drittel für den Apostelaltar in der Kirche zu Saarn bestimmt wurden (UK Nr 25 LA-NRW).
Außerdem stiftete 1392 der Pfarrer Theodor Plater der Mülheimer Petrikirche (rector ecclesiae) den ihm gehörenden Teinerhof zur Fundation einer Vikarie in der Klosterkirche zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus (Schubert Nr. 171). Die Vermögensverwaltung der Stiftung lag in der Hand der Äbtissin, die auch das Patronatsrecht ausübte.
Damit erhielt Saarn neben dem Ordengeistlichen aus dem Kloster Kamp einen zweiten Geistlichen für die Betreuung der Dorfbewohner. Nach einer späteren Chronik (1825 Pfarrer Grothues ) wurde diese Stiftung auch damit begründet, dass die auf der linken Ruhrseite lebenden Einwohner bei Überschwemmungen der Ruhrauen nicht die zuständige Pfarrkirche in Mülheim besuchen konnten.
 
1397
Kloster Saarn lag auf dem Territorium der Herrschaft Broich bzw. des Kirchspiels und Gerichtsbezirks Mülheim. Diese Herrschaft war mit dem Herzog von Berg gegen den Klever Grafen verbündet. In der Schlacht von Kleverhamm unterlag der Herzog von Berg mit seinen Verbündeten, so dass das Kirchspiel Mülheim an den Grafen von Kleve zur Deckung der Kriegsschuld verpfändet werden mußte. Mülheim blieb bis 1443 in klevischer Pfandschaft, die vom Kölner Erzbischof eingelöst wurde.

1436
Es wurde über Schwierigkeiten berichtet, die die Überschwemmungen der Ruhrwiesen verursachten. Der Fluss veränderte häufig bei Hochwasser - auch in späteren Zeiten - seinen Lauf und spülte in Styrum und Menden Uferland im Besitz der Klöster Sterkrade und Saarn weg. Die Klosterpächter beschwerten sich, weil sie für abgeschwemmtes Weideland Abgaben leisten sollten.

1443

Zerwürfnisse der Herrschaft Broich mit dem Kölner Erzbischof Diertrich von Moers bzw. mit dem Herzog von Kleve als Lehnsherrn führten zwischen 1437-43 zur mehrfacher Belagerung der Burg Broich. Kloster Saarn erlitt empfindliche Schäden durch Plünderungen und Brandschatzungen zahlreicher Klosterhöfe auf dem Gebiet der Herrschaft Broich, als 1443 die Burg Broich von kurkölnischen Truppen belagert und zerstört wurde.

1450
Die Klosterreformen des 15.Jahrhunderts waren Teil einer allgemein geforderten Kirchenreform nach dem Konzil von Basel (1431– 49). Klösterliches Leben und klösterliche Privilegien wurden nach außen vielfach als Verweltlichung bzw. Niedergang der Klosterzucht wahrgenommen. Reformziele waren vor allem die strenge Beachtung der Ordensregeln (Observanz), die Abschließung der Klöster von der Außenwelt und die Abschaffung des Privateigentums der Nonnen. Die zahlreichen Reformbemühungen wurden von den Landesherren unterstützt bzw. teilweise auch initiiert. Die weltlichen Landesherren strebten danach, in ihren Territorien die Kompetenzen geistlicher Fürsten und Gerichte zu beschneiden. Sie beanspruchten ein Aufsichtsrecht über die Klöster sowie die Reglementierung des geistig-sittlichen Lebens aller Untertanen zur „Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Moral“. Wichtige Anliegen waren vor allem die Disziplinierung des Klerus durch Abschaffung des Konkubinats und die Einschränkung der Steuerimmunität der geistlichen Stände beim Grunderwerb („Tote Hand“).

1465-76
Die Reform der Zisterzienserinnenklöster unter dem Kamper Abt Heinrich von Ray (1452 - 83) stieß in den traditionellen Klöstern (z.B. Eppinghoven, Saarn, Fürstenberg, Sterkrade) seit Mitte des 15.Jahrhunderts auf erhebliche Widerstände der Nonnen aus Sorge, ihre standesgemäßen Lebensweisen einschränken zu müssen und ihre Privilegien zu verlieren (z.B. Besitz von Privateigentum, Annahme von Erbschaften, Beteiligung an den Ertragsüberschüssen des Klosters, modische Bekleidung, Reisefreiheiten). Auch in Westfalen bzw. in den Niederlanden gab es entsprechende Schwierigkeiten.
Der Verlauf der Reform in Saarn ließ erkennen, dass die Klausurregeln nicht mehr in ihrer ursprünglichen Strenge beachtet wurden. Bereits unter dem Herzog Gerhard VII. von Jülich und Berg war Ende der 60-er Jahre eine Reform des Klosters Saarn eingeleitet worden. Die Reformbestrebungen mit Hilfe einiger Nonnen aus dem Kloster Eppinghoven in der Zeit zwischen 1465-76 blieben erfolglos, so dass der Kamper Abt einen weiteren Reformversuch 1476 mit Hilfe einiger Nonnen aus dem Kloster Sterkrade unternahm. Die Kamper Chronik berichtete darüber wie folgt: Über das Zustandekommen der Reform anno 1476 bemühte man sich bereits viele Jahre, denn anfangs waren Nonnen aus dem 1465 reformierten Kloster Eppinghoven nach Saarn geschickt worden, um hier die Reform voranzubringen. Als dann die Saarner Äbtissin Eva von Horst (1441–76) zurücktrat (oder zurücktreten mußte ?) und die Äbtissin Margarethe von Heiden aus dem Kloster Sterkrade zur neuen Äbtissin in Saarn gewählt wurde, konnte die Reform am 10. Mai 1476 (Fest der Märtyrer Gordianus und Epymachus) abgeschlossen werden. Die Äbtissin brachte einige Nonnen aus dem schon 10 Jahre zuvor reformierten Kloster Sterkrade mit. Außerdem stellte der Abt 100 rheinische Florentiner durch Verkauf von Kleinodien für die Erneuerung von Gebäuden und Ausstattung zur Verfügung (Quelle: Kamper Chronik, AHVN 20, 1869 S. 334f).

1478
Äbtissin und Konvent baten mit Bericht vom 5.8.1478 den Herzog Wilhelm von Jülich (1475-1511) um Bestätigung der Schatzfreiheit ihrer Höfe Herperode und Bontenbroich (bei Jüchen) sowie der Berechtigung, Klosterpferde aus dem Wildpferdebestand des Landes zu erhalten („wilde Pferde op dem Broick und darto einen Brand zu haben“). Sie bezogen sich auf die mit Hilfe des Herzogs durchgeführte Reform und begründeten ihre Bitte, dass sie bereits durch schlechte Wirtschaftsführung Verluste erlitten hätten und sehr besorgt wären, weitere Privilegien zu verlieren (Quelle: Redlich, Kirchenpolitik I. Nr.55 – S. 51: "so als dan unses closters gude durch quade regement summige verluislich sint worden und ser beswert tegen genade und privilegien uns closters").
Die Vermögensverluste des Saarner Klosters (vermutlich aufgrund langfristiger Pachtverträge, Pachtsausfälle, möglicherweise Verpfändung von Gütern) dürften mit den Veränderungen der Wirtschaftsordnung zusammenhängen (ähnliche Beispiele auch in anderen Klöster wie z.B. Duissern, Sterkrade, Fürstenberg).
Der Herzog war mit der Reform des Saarner Klosters zufrieden. Er wies am 4.11.1478 seine Amtleute und Schöffengerichte an, den Nonnen bei der Durchsetzung finanzieller Forderungen behilflich zu sein, wo sie (die Nonnen) es nötig hätten, “weil der Herzog Zuneigung zum Kloster wegen seines geistlichen ordnungsgemäßen Lebens hege" (Quelle: Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, U 1030/57).

1480 – 1500
Die innere Neuordnung und wirtschaftliche Sanierung des Klosters führten zu einer Blüteperiode. Insbesondere wurden das Konventshaus nach Norden erweitert, das Gästehaus am ursprünglichen Platz an der südwestlichen Ecke des Klosterquadrums wiederhergestellt und ein neues Wirtschaftsgebäude entlang der Klausurmauer errichtet.
Nach der Saarner-Chronik wurde „auch das Dach der Kirche verbessert bzw. erhöht und ein kleiner Teil des Chores angebaut“. Vermutlich erhielt die Saalkirche anstelle der bisherigen Flachdecke ein Gewölbe aus Tuffstein.
Das Kloster erhielt aufgrund einer Stiftung für den Altar zu Ehren der „Zehntausend Märtyrer“ einen dritten Geistlichen. Diese Stelle scheint aber nicht kontinuierlich besetzt worden zu sein.

1555
Die wenigen Katholiken im Stadtgebiet von Mülheim an der Ruhr waren mit der Einführung der Reformation seit etwa 1555 auf die Klosterkirche Saarn oder die Schloßkapelle der katholisch gebliebenen Grafen von Limburg-Styrum angewiesen. Der Klostervikar wurde in dieser unruhigen Zeit so bedrängt, dass er sich ins Kloster zurückziehen mußte und sein Haus in protestantische Hände kam.

1566 - 74
Fünf Klosterfrauen von insgesamt 11 (die Priorin Catharina von Geisenberg, Dorothea von Asbeck, Anna von Asbeck, Elisabeth von Virmundt, Johanna von den Hoeven) wandten sich der lutherischen Lehre zu und verlangten nach dem Augsburger Religionsfrieden das Abendmahl seit etwa 1565-66 unter den Gestalten von Brot und Wein. Sie erklärten später (etwa 1580), dass sie mit Billigung der Äbtissin auch die Kelchkommunion bereits seit 14 Jahren empfangen hätten (Quelle: von Roden, S. 16 a.a.O.: „mit believen end vorweten unser frawen meisterschen bereits an die 14 jair"). Die Äbtissin (Asvera von Wittenhorst) konnte diese Nonnen nicht umstimmen, zumal der Vaterabt Richard von Xanten (1565 / +1572) die Nonnen mit Nachsicht behandelte und sie lediglich zum Empfang der Kommunion nach altem Brauch ermahnte ( "Buß dhun und zu taffelen des Herren nach altem loblichen gebrauch gehen" ).

1574
Die konfessionellen Gegensätze spitzten sich nach der Visitation des Klosters durch den Generalabt Nikolaus Boucherat von Citeaux (1571-85) zu: Das Konzil von Trient (1545-63) hatte in seinen Bemühungen, durch einen inneren Reformprozess der Ausbreitung des Protestantismus entgegenzuwirken, auch Maßnahmen zur Erneuerung des klösterlichen Lebens beschlossen. Die vom Generalkapitel 1565 angeordneten Visitationen aller Klöster sollten zur Einhaltung einer strengen Observanz, zur Abschaffung des Privateigentums der Klosterbewohner und zur Entfernung aller der Häresie verdächtigen Personen oder Bücher führen. Der Generalabt visitierte zwischen Juni – September 1574 ca. 50 Klöster in den Diözesen Köln und Lüttich. Er besuchte am 14.07.1574 das Kloster Saarn, in dem 11 Nonnen lebten. Nach seinem Bericht war die Äbtissin (Aswera von Wittenhorst / + 1578) vornehm und fromm und hatte auch einige ebenbürtige Nonnen. Es waren aber
5 Nonnen (lutheranae) im Kloster, die das Abendmahl unter beiden Gestalten von einem lutherischen Prediger empfingen ("quae communicabant sub utraque specie, vocato scilicet ad se concionatore lutherano, qui eis eucharistiam ministraret; quod impedire non poterat abbatissa nec vicarius noster propter lutheranos, qui dictum concionatorem eis monasterium introducebant "). Die Äbtissin und der Abt von Kamp konnten dies wegen der „Lutheranos“ nicht verhindern; vermutlich sind damit die einflußreichen Angehörigen dieser Nonnen gemeint, die den lutherischen Prediger ins Kloster hineinbrachten.
Der Generalabt ordnete an, dass die protestantischen Nonnen die Lehren Luthers unter Eid ablegen oder das Kloster verlassen müßten (Quelle: Postina S. 262 a.a.O.). Die Ausweisung der 5 Nonnen geschah vermutlich erst 1579 unter der neuen Äbtissin Margarete von Kalkum, da diese später (1582) erklärten, dass sie in Duisburg bereits 3 1/2 Jahre in Armut gelebt hätten (Quelle: von Roden § 7 a.a.O.).

1578 - 83
Nach dem Tode der Äbtissin (Aswera von Wittenhorst + 1578) verzögerte der Abt Johann Langenray die Wahl der neuen Äbtissin Margarete von Kalkum (1579 – 1601). Die Wahl kam 1579 nur durch die Drohung des Grafen Wirich VI. von Daun-Falkenstein - er galt als Anführer der protestantischen Partei am Niederrhein - zustande, die Einkünfte des Klosters aus den in seinem Herrschaftsbereich Broich liegenden Klosterhöfen zu sperren. Die ausgewiesenene Nonnen durften auf Vermittlung des Grafen bzw. der Landstände im Herzogtum Jülich-Berg-Kleve mit Erlaubnis der Landesregierung wieder ins Kloster zurückkehren. Die inneren Probleme waren damit nicht beendet, da die Nonnen sich aus Gewissensgründen nicht dem Abt bzw. der Äbtissin beugen und deren Anweisungen befolgen wollten. Sie wurden daher 1586 vermutlich aus der Klostergemeinschaft ausgeschlossen (Quelle: Mostert a.a.O.), hielten sich aber im Kloster auf.

1590 - 94
Die Visitationen in den Jahren 1590 und 1594 unter dem Kamper Abt Gottfried Draek (1584-1612) brachten keine Lösung der Probleme und auch keine innere Erneuerung des Klosterlebens, da die Positionen zwischen Abt bzw. Äbtissin einerseits sowie dem Grafen Wirich bzw. den protestantischen Nonnen andererseits verhärtet blieben. Der Abt beharrte auf ihre Ausweisung aus dem Kloster und verwies darauf, dass er im Kloster großen Luxus gesehen hätte. Der Äbtissin warf man vor, sie hätte sich von der gemeinsamen Tafel entfernt und würde eine defizitäre Klosterverwaltung betreiben, keine Jahresrechnung ablegen und wichtige Ämter ohne Zustimmung des Konvents besetzten. Graf Wirich bemühte sich unter Hinweis darauf, dass das Kloster von seinen Vorfahren zum Nutzen aller Klosterinsassen gestiftet worden wäre, die materielle Versorgung der protestantischen Nonnen aus den Klostereinkünften zu sichern. Er betrachtete sich als Schutzherr des Klosters, dessen Erhalt in den zurückliegenden Kriegsjahren (z.B. waren die Frauenklöster Duissern und Sterkrade im Truchsessischen Krieges zerstört worden) ihm zu verdanken wäre.
Zur Visitation durch den Abt Gottfried Draek am 6. Januar 1594 sollten die protestantischen Nonnen mit ihrem Vermögen, das sie beim Eintritt eingebracht hatten, das Kloster aber verlassen haben. Offenbar flohen die 5 Nonnen aus Sorge vor einer gewaltsamen Vertreibung nach Duisburg. Graf Wirich verletzte die Klosterimmunität, als er Klostereinkünfte und Vorräte zur Versorgung der mittellosen Nonnen konfiszieren ließ. Über das Schicksal der Nonnen in Duisburg wurde nichts bekannt. Hatten Äbtissin und Konvent bisher zum protestantisch gewordenen Haus Broich ein loyales Verhältnis, so erkannte das Kloster seit 1597 die landesherrlichen Rechte des Hauses Broich nicht mehr an, verweigerte ihm Beiträge zur Landesverteidigung gegen Übergriffe spanischer Truppen und stellte sich unter den Schutz der jülich-klevischen Regierung. Die dadurch ausgelösten Gerichtsprozesse verliefen offenbar ohne endgültige Entscheidung, da Graf Wirich 1598 von spanischen Söldnern ermordet wurde.

1600 - 19
Die inneren Probleme des Konvents blieben auch in der Regierungszeit der Äbtissinnen Anna von Baxen (~1601–08) und Margarethe von Holtrup (~1608–19) ungelöst. Erst 1619 konnte der Kamper Abt Carolus Reineri (früher Beichtvater in Saarn) die Äbtissin Margarethe von Holtrup zum Rücktritt zwingen, den Konvent zur strengen Einhaltung der Klausur verpflichten, Anna Deutsch als neue Äbtissin (1619-41) in ihr Amt einführen und die Klosterverwaltung neu ordnen.
Abt Carolus Reineri beurteilte die Notwendigkeit der Reform von 1619 aus seiner Sicht: "Wir fanden den Zustand des Klosters im Geistlichen und im Weltlichen über die Maßen zusammengebrochen". Aus den Anweisungen des Abtes ging hervor, dass die Beanstandungen im wesentlichen den auch in anderen Frauenklöstern festgestellten Verstößen gegen die Ordensstatuten entsprachen: Das Schweigegebot, die Reisebeschränkungen und die Residenzpflicht wurden kaum beachtet; es gab kein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben mit gemeinsamen Mahlzeiten; es herrschte ein luxuriöser Lebensstil bei Kleidung, Mahlzeiten oder Festen (z.B. Profess einer Nonne).
Der Abt verbot den Nonnen, modische Kleider und Halsschmuck zu tragen. Der direkte Kontakt der Nonnen mit Gästen oder Verwandten sollte durch die Einrichtung eines Sprechzimmers unterbunden werden. Angehörige der Nonnen sollten an den Mahlzeiten der Nonnen nicht mehr teilnehmen. Durch kollegiale Entscheidungen (Mitsprache des Konvents und des Beichtvaters bei Entscheidungen der Äbtissin über Verkäufe und Verpachtungen von Klostergütern, Anleihen oder Verpfändungen) sollte die Klosterverwaltung verbessert werden.

1619 - 52
Der Erfolg der Reform von 1619 war - wenn überhaupt - wegen der unsicheren Zeiten im 30-jährigen Krieg nur von kurzer Dauer. Bezeichnend für die äußere Bedrohung des Klosters war z.B., dass sich zwischen 1629-38 abwechselnd niederländische bzw. kaiserlich-spanische Söldner im Mülheimer Gebiet aufhielten, Zerstörungen in den flußaufwärts liegenden Dörfern anrichteten und Kontributionen, Quartier und Proviant verlangten. Möglicherweise verhinderten die für das Kloster ausgestellten oranischen und spanischen Schutzbriefe (1624–28) Plünderungen des Klosters, dennoch mußte z.B. 1647 nicht nur die Herrschaft Broich Proviant an kaiserliche Truppen liefern, sondern auch das Kloster auf Anweisung des Kommandanten der besetzten Stadt Neuss Kriegskontributionen an hessische Truppen zahlen.
Die inneren Verhältnisse verbesserten sich offenbar kaum, da 1641 die Äbtissin Anna von Deutsch nach 20-jähriger Amtszeit „aus bestimmten kirchenrechtlichen und wichtigen Gründen“ durch den päpstl. Legaten Fabius Chisius (später Papst Alexander VII.), der u.a. mit Reformaufgaben für das Rheinland betraut war, wieder abgesetzt wurde. Was man der Äbtissin anlastete, bleibt nach dem Quellenmaterial (StA Müllheim an der Ruhr, Broich 1089 alt bzw. Broich 1011/1429 I. - IV.; Mülheimer Jahrbuch 1988, S.135-46) unklar. Die im Kloster lebenden Nonnen (die Geschwister Agnes und Anna-Gertrud von Hillen, die Geschwister Margarethe-Agnes und Odilia van Efferen sowie Anna-M. von Hogius) hatten sich beim Landesherrn über die angeblich schlechte Amtsführung der Äbtissin beschwert. Diese wehrte sich, dass die Nonnen sie verleumdet und größere Freizügigkeiten in der Handhabung der Ordensregeln und Ausübung der Klosterverwaltung gefordert hätten. Hieraus läßt sich schließen, dass die Äbtissin im Widerspruch zu den Regelungen von 1619 keine kollegialen Entscheidungen traf. Sie wurde nach Köln zur Untersuchung der Beschwerden zitiert, entzog sich dort aber einem Verhör. Die Herrschaft Broich versuchte, die Äbtissin nach ihrer Flucht aus Köln zu schützen, konnte aber nicht verhindern, dass diese später von herzoglichen Truppen nach Düsseldorf gebracht und arrestiert wurde. Die Äbtissin unterwarf sich offenbar den Entscheidungen der geistlichen und weltlichen Obrigkeit, da sie von 1641 bis zu ihrem Tod 1675 als „alte abbadissa“ weiterhin im Saarner Konvent blieb. Ihre Nachfolgerin war Agnes von Hillen.

1650
Die Saarner-Chronik (s.Literatur) berichtet über die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg, dass sich Dorf und Kloster Saarn allmählich von den Folgen des „Schwedenkrieges“ erholten. Das Kloster mußte in den Notzeiten wegen fehlender Einnahmen Schulden machen und dafür Güter des Klosters und der Vikarie verpfänden. Das Kloster wurde außerdem um Besitzungen geprellt, weil Klosterhöfe von den Aufsitzern aus Not verpfändet wurden. Dorf und Kloster Saarn kamen allmählich wieder zu Wohlstand.
Johannes von Hillen zu Helden (bei Venlo), vermutlich ein Bruder der beiden Saarner Äbtissinnen Agnes (+1652) und Anna Gertrud von Hillen (+1676), ließ in der Klosterkirche einen Altar errichten (Quelle: von Roden, § 24 a.a.O.).


1676
Nach einem Güterverzeichnis lagen 37 Einzelgüter innerhalb des heutigen Stadtgebietes von Mülheim a.d. Ruhr; 6 Güter außerhalb, davon 3 auf linskrheinischem Gebiet.

1683
Die Reformierte Gemeinde in Saarn durfte ihre verstorbenen Mitglieder auf dem kath. Friedhof bis 1778 bestatten. Die Äbtissin erlaubte, dass die Glocke der Klosterkirche hierbei geläutet werden durfte.

1713
Die Äbtissin Maria Magdalena von Brempt (1691–1720) veranlaßte die Errichtung der ersten Schule am Klostermarkt außerhalb der Klosterimmunität.

1720 - 41  
Unter der Äbtissin Maria Thersia von Reuschenberg (1720–41) begann eine letzte Blütezeit, in der das Kloster seine heutige äußere Gestalt erhielt. Es wurden umfangreiche Neubauten begonnen und zunächst der Westfügel des Klosters (Äbtissinnenflügel) in 1729 vollendet. Die Äbtissin war „eine strenge Frau im Lebenswandel für sich und andere sowie eine sparsame Frau, die eine bedeutende Klosterkasse zustande brachte und zugleich alle Schulden tilgte“ (Quelle: Saarner-Chronik a.a.O.). Dennoch ließ sie sich 1735 ein eigenes Wohnhaus im Klostergarten errichten. Die Äbtissin dankte 1741 aus gesundheitlichen Gründen ab und lebte noch 2 Jahre in Köln bis zu ihrem Tod 1743 von einer kleinen Leibrente.
Die nachfolgenden vier Äbtissinnen ab 1741 wohnten wieder im Kloster.

1741 - 59
Unter der Äbtissin Wilhelmina von Bentinck (1741-73) wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. Insbesondere wurden der Neubau des dreiflügeliges Wirtschaftsgebäudes (1755) sowie die Barockisierung der Klosterkirche (1759) abgeschlossen. In der Zeit des Absolutismus war die barocke Gestaltung der Neubauten durchaus ein Ausdruck des Führungsanspruchs des Klosters im protestantischen Umfeld der Herrschaft Broich.

1777 - 1808
Unter den liberalen Ideen der Aufklärung zeichnete sich das Ende des Klosters ab. Der letzte Beichtvater in Saarn, der aus dem Kloster Kamp kam, war Heribert Reuter (1733-85). Die Beichtväter kamen nunmehr aus den Minoritenklöstern in Duisburg bzw. Ratingen, das Amt des Rentmeisters wurde von Peter Blumenkamp (Vikar bzw. Pfarrer seit 1780) wahrgenommen. Der Hintergrund dieser Entwicklung lag vermutlich in der Kirchen- bzw. Klosterpolitik der Metropolitanbischöfe, die die Unabhängigkeit der bischöflichen Gewalt von der päpstlichen Kurie sowie die bischöfliche Jurisdiktion auch über exemte Klöster sowie deren Ordenspersonen in ihren Diözesen beanspruchten ("Emser Punktation" im Jahre 1786).
Die wirtschaftliche Lage des Klosters verschlechterte sich infolge der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen 1794, da der linksrheinische Klosterbesitz bei Neuss - und damit etwa die Hälfte der jährlichen Klostereinkünfte - verlorenging. Zwischen 1795-98 fand der Garnisonspfarrer von Düsseldorf, Franziskaner-Pater Udalrich Krings, 3 Jahre lang Aufnahme im Kloster Saarn (Quelle: Brzosa: Die Geschichte der kath. Kirche in Düsseldorf, 2001, Böhlau-Verlag). 
Im Hinblick auf die bevorstehende Verstaatlichung klösterlicher Vermögenswerte ließ der Landesherr (Maximilian Josef von Pfalz-Zweibrücken, bayerischer Kurfürst und zugleich Herzog von Jülich-Berg) 1799 und nochmals 1802 die Vermögensverhältnisse aller Klöster im Herzogtum Berg durch die jülich-bergische Hofkammer feststellen. Der Staat war darauf bedacht, dass ihm das Klostervermögen erhalten blieb, und verbot z.B. den Holzverkauf aus klösterlichem Besitz. Jedoch führte die politische Entwicklung in Europa und das Ende des "Alten Reiches" (1806) dazu, dass das Kloster Saarn 1808 endgültig aufgehoben und der Besitz verstaatlicht wurde.
Im letzten Jahrzehnt vor der Auflösung lebten noch 5 Konventualinnen im Kloster.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 23.02.2017