Roermond

Zeit nach der Aufhebung

1798
Das Inventar der Abtei wurde am 31. Juli 1798 öffentlich versteigert, die Güter wurden Staatseigentum und an Privatleute verkauft. Das Haus der Äbtissin wurde bis zum Abbruch 1885 als Gefängnis benutzt, die Klosterkirche mehrere Jahre bis 1803 als Pferdestall und die übrigen Abteigebäude als Kaserne der Gendarmerie bis 1924.
Das Archiv, das die Nonnen bei ihrer Flucht 1794 mitgenommen hatten, blieb bis 1806 in Duisburg-Hamborn. Der Abt bat die damalige Regierung in Düsseldorf um Entscheidung über den Verbleib des Archivs. Danach gibt es keine Nachrichten. Das Archiv ist verschollen.


1803
Die Münsterkirche wurde für den kath. Gottesdienst wieder freigegeben, nachdem sich die Beziehungen zwischen Kirche und Staat aufgrund des Kondordats von 1801 verbessert hatten.
Die Kirche war im verwahrlosten Zustand, so dass der holländische König nach einem Besuch 4000 Gulden für ihre Erneuerung schenkte.
Das Altarbild des St.Bernard-Altars aus dem aufgehobenen Zisterzienserinnen-Kloster Dalheim kam nach Roermond. Es entwickelte sich der Brauch einer jährlichen Wallfahrt deutscher Grenzpfarren nach Roermond zur Verehrung des St. Bernard-Bildes bis zum Beginn des 2.Weltkrieges.

 

1850

Der Zustand der Münsterkirche war so besorgniserregend, dass eine Restaurierung beschlossen wurde.
Das äußere Erscheinungsbild der Kirche wurde durch umstrittene Baumaßnahmen zwischen 1864 – 91 unter dem Roermonder Architekten Pierre Cuypers wesentlich verändert. Er ersetzte die barocken Glockentürme durch viereckige Glockentürme an der Westseite der Abtei, anschließend wurden die östliche Türme auf die gleiche Höhe der westlichen gebracht. Auch das Innere der Kirche wurde im neogotischen Stil restauriert.

Roermond - Münsterkirch:Roermond - Münsterkirch:
Bild 4: Münsterkirche Bild 5: Münsterkirche

1885

Nach Abbruch des Äbtissinnenhauses entstand südlich der Kirche eine Parkanlage, der heutige Münsterplatz,  mit einem Musikpavillon.

 

1924

Die restlichen Abteigebäude mit Ausnahme der Münsterkirche werden abgebrochen.

 

1959 - 66

Bei der Restaurierung zwischen 1959 und 1966 wurden mittelalterliche Wandmalereien wiederentdeckt.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016