Mariendaal

Zeit nach der Aufhebung

1579 - 80

Die Stadt Utrecht erkannte die Alimentation der Klosterbewohner an. In der Verfassung der Union von Utrecht (Art. 14, 15) wurde festgelegt, dass die Klostergüter nicht verkauft, sondern in der Hand der Konventualinnen bleiben sollten. Die Nonnen durften weiterhin im Kloster wohnen und ihre Güter unter der Aufsicht der Generalstaaten selbst verwalten. Im Mai 1580 wurde die Anzahl der Präbendenstellen mit einem festen Einkommen für jede Nonne aus den Erträgen der Klostergüter festgelegt. Katholisch gebliebene Nonnen konnten auch wählen, ob sie gegen eine Entschädigung das Kloster verlassen wollten. Jede vakante Stelle durfte aber nur noch mit einer reformierten adeligen Stiftsdame besetzt werden; damit sollten letztlich die katholisch gebliebenen Nonnen ersetzt werden.
Der Veränderungsprozess in ein protestantisches Damenstift dauerte rd. drei Jahrzehnte.

 

1581

Utrecht erließ ein gemeinschaftliches Regelwerk für die Verwaltung von fünf Frauenklöstern in und um Utrecht („vijf jufferen of ridderschapskonventen“). Bei diesen Klöstern handelte es sich um St.Stephan zu Oudwijk, St. Servatius zu Utrecht, Marienthal zu Utrecht-Zuilen, Vrouwenklooster zu De Bilt und Wittevrouwenklooster zu Utrecht.
Da die Nonnen aus dem Adel stammten, wurde das Kloster Marienthal mit allen Gütern und Präbenden unter die Verwaltung der Ritterschaft (zweiter Stand der Generalstaaten) gestellt und blieb als Ritterschaftskonvent bis 1795 fortbestehen. Die Ritterschaft hatte ein Interesse daran, durch Präbenden aus den Einkünften des Klostervermögens  unverheiratete junge adelige Frauen zu versorgen. Sie besaß das Vorschlagsrecht für die Gewährung der Präbenden und ab 1589 auch für die Benennung der protestantischen Äbtissin.
Offiziell besaßen die Staaten-Deputierten das Aufsichtsrecht über die Klostergüter, tatsächlich lag noch bis 1598 die Güterverwaltung in der Hand eines Rentmeisters im Dienst der Äbtissin. Die Äbtissin hielt außerdem bei wirtschaftlichen und religiösen Angelegenheiten den Kontakt zum Kloster Kamp weiter aufrecht.

 

1586
Die Generalstaaten beschlossen die definitive Aufhebung des Klosters.

1587
Mit Beginn des Abbruchs der Abtei in der Zeit zwischen 1587 bis 1602 verließen die Nonnen das Kloster und lebten bis 1630 in der Stadt Utrecht in der Nähe des Domfriedhofs (Domplatz) und der St. Martinsbrücke. Nur das große Pachtgut „Den Daal“ blieb erhalten.

1598
Die Generalstaaten erließen bleibende Rechtsvorschriften für die Leitung und Verwaltung der fünf Ritterschaftskonvente. Die Ritterschaft war berechtigt, Ländereien zu verpachten, eine vakante Äbtissinnenstelle mit einer protestantischen Nachfolgerin zu besetzen und Präbenden an adelige unverheiratete, jedoch reformierte junge Mädchen zu verteilen. Diese mußten mindestens 8 Jahre alt sein, um bereits eine „Kinderpräbende“ (anteilige Präbende) zu erhalten.
Seit 1598 unterstand der Rentmeister, der für die Güterverwaltung und Instandhaltung des Klosters verantwortlich war, nicht mehr der Äbtissin, sondern unmittelbar der Ritterschaft. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden vier der fünf Rentmeisterämter vereinigt.

1602
Kirchenaltar und sakrale Geräte wurden beschlagnahmt und nach Utrecht gebracht.

1613
Die letzte katholische Äbtissin Cornelia van Poelgeest (1603 - 13) bedachte in ihrem Testament zwei noch lebenden Mitkonventualinnen Anna Proeys und Maria Voocht van Rijneveld, die letzten katholisch gebliebenen Nonnen. Die Ritterschaft benannte nach dem Tod der Äbtissin nur noch eine adelige reformierte Dame als Nachfolgerin.

1626
Die Ritterschaft beschloß die Einrichtung eines Kollegs von Superintendenten zur Verwaltung der fünf Utrechter Frauenkonvente für je 3 Jahre. Ferner beschloß man, die Äbtissinnen nur noch als „Frau“ zu bezeichnen.

1795
Durch die Bataafsche Revolution von 1795 wurden die Generalstaaten aufgehoben.
Die neue Provinzialverwaltung von Utrecht übernahm die Verwaltung der Konventsgüter, stellte alle Präbendenzahlungen ein und verkaufte bis 1798 den Grundbesitz meist an die aufsitzenden Pächter. Damit war das Kloster definitiv aufgehoben.

1958
Das Klostergut „Ten Daal“ bestand bis 1958 und wurde für den Bau von Wohngebäuden im Bereich Queeckhovenplein und Vechtplantsoen abgerissen. Verschiedene Straßennamen (Daalseweg) erinnern noch an das frühere Nonnenkloster der Zisterzienser.
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016