Mariendaal

Gründungszeit

Utrecht gehörte als Bischofsstadt und Handelsmetropole seit dem 11. Jahrhundert zu den bedeutendsten mittelalterlichen Großstädten im Reichsgebiet und erhielt nach der Verleihung der Stadtrechte (1122) durch Kaiser Heinrich V. eine Stadtbefestigung.
Das Kloster Mariendaal (Den Daal) wurde außerhalb der ummauerten Stadt am Westufer der Vecht in Zuilen errichtet. Die Gebiete entlang der Vecht waren noch vorwiegend morastische Veengebiete, deren Kultivierung (Entwässerung, Landgewinnung, Schutz vor Überflutungen) von den Fürstbischöfen bzw. auch den Kollegiatkapiteln Utrecht`s seit etwa dem 11. und 12.Jahrhundert betrieben wurde.

Die Sorge für das eigene Seelenheil des Stifters bzw. das der Eltern galt vermutlich als Hauptmotiv der Klosterstiftung. Darüberhinaus dürfte das Kloster aber auch in die Maßnahmen zur Gewinnung neuer Ländereien eingebunden worden sein, da z.B. die Herren von Zuilen, deren Ursprung in der Stadt Emmerich (Grafschaft Kleve) lag, neu gewonnenes Land als Lehen erhielten, auf dem sie in der Nähe des Klosters eine Burg zur Verstärkung des Verteidigungsringes um Utrecht anlegten (1250).
Es ist Näheres über die Herkunft des adeligen Stifters Theodor Kovelwade nicht bekannt.  Er muß aber als Kanoniker der Kirche St.Salvator ein wohlhabender Mann aus einer begüterten und einflussreichen Familie gewesen sein, so dass er die Klostergründung mit einem ausreichenden Stiftungsgut zur Versorgung der adeligen Nonnen ausstatten konnte, und zwar unabhängig von der Mitgift, die jede Nonne beim Eintritt in das Kloster mitbrachte. Die Kanoniker der Doppelkathedrale von St.Salvator / St. Martin bzw. deren Familienmitglieder zählten damals zur bischöflichen Führungselite des Hochstifts Utrecht.

Das Kloster Mariendaal entwickelte sich offenbar so rasch, dass es bereits 1261-62 den Auftrag erhielt, das Kloster Leeuwenhorst zu errichten. Die Stifter dieses Filialklosters, die Herren von Noordwijk, hatten dem Kloster Mariendaal ihre Güter in Noordwijk und Langeveld zur Errichtung des Klosters Leeuwenhorst geschenkt.
Mariendaal war wenige Jahrzehnte später (1340) an der Gründung des zweiten Filialklosters Neu-Mariendaal (Heesbeen bei Heusden) beteiligt, das jedoch nach einigen Jahren wieder unterging. Die Filialköster waren ebenfalls der geistlichen Aufsicht des Klosters Kamp unterstellt, das auch jeweils die Beichtväter stellte. In beiden Fällen kamen die ersten Nonnen aus Mariendaal.
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016