Mariengarten

Zeit bis zur Aufhebung

1220 – 33

Die Entstehung des Klosters Mariengarten in Köln lässt sich nicht bis zum Anfang zurückverfolgen. Die Einträge in den Schreinsbüchern der Pfarrei St. Kolumba in Köln zwischen 1220 und 1240 belegen die Existenz des Klosters, ohne dass die Stifter, der Gründungsverlauf, die Wirtschaftsgrundlage oder die Herkunft der Nonnen genau bekannt sind. Die mittelalterlichen Schreinsbücher stellten die frühesten Grund- bzw. Katasterbücher dar. Die erste Urkunde des Klosterarchivs stammte aus dem Jahr 1244.
 

1233

Mariengarten steckte infolge seiner Überbelegung und Verschuldung in Schwierigkeiten und wurde personell und wirtschaftlich geteilt. Guderadis Gir gründete das Kloster Burbach, das etwa die Hälfte der im Kloster Mariengarten lebenden Nonnen aufnahm (Quelle: Burbach Urkunde vom 20.9.1233). Außerdem tilgte sie die Schulden des Klosters Mariengarten, dessen Besitz auf beide Klöster neu aufgeteilt wurde. Fünf Kölner Kleriker hatten die Abwicklung der Güteraufteilung zu überwachen. Die Teilung und die Entschuldung des Klosters Mariengarten waren notwendige Voraussetzungen für die Aufnahme in den Orden, denn ausdrücklich stimmte der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenarck (1225-38) der Teilung nur mit Blick auf die geplante Inkorporation des Konvents in den Zisterzienserorden zu (Quelle: Hüsgen, Zisterzienserinnen in Köln, S.106 a.a.O.).
Heinrich von Molenarck unterstellte im Juli 1233 die Klöster Mariengarten, Benden und Bottenbroich mit ihren Besitzungen der Obhut der Abtei von Citeaux (Quelle: vgl. A.Ostrowitzki a.a.O.). Eine förmliche Inkorporation ist für das Kloster Mariengarten nicht bekannt, dürfte aber in der Zeit bis 1243 vollzogen worden sein, da das Kloster hier erstmals in den Statuten des Generalkapitels im Zusammenhang mit einer Grundstücksache genannt wurde. Die Inkorporation des Klosters Mariengarten fällt vermutlich mit der Aufnahme des Klosters Bottenbroich in den Orden 1235 zusammen.

 

1243 – 45

Die wirtschaftliche Existenz des Klosters schien auch nach der Inkorporation nicht gesichert, da das Generalkapitel sich zwischen 1243-45 mit einen geplanten Grundstückstausch zwischen dem Kloster Mariengarten und den Franziskanerbrüdern im Bezirk St.Severin befassen mußte. Die Hintergründe lassen sich heute nicht mehr erschließen. Die Franziskaner erwarben jedoch ein anderes Grundstück für die Vergrößerung ihrer Niederlassung in Köln.


1243 – 56
Papst Innozenz IV. stellte 1244 das Kloster unter seinen Schutz und bat alle geistlichen Würdenträger, die Besitzungen des Klosters gegen feindliche und ungerechte Übergriffe zu verteidigen.
In der Zeit von 1243-56 wurden von verschiedenen Bischöfen und Legaten insgesamt 16 Ablassbriefe zur Finanzierung des Lebensunterhalts der Nonnen und des Ausbaus der Klosterbauten verliehen (Quelle: Hüsgen S. 109 a.a.O.), da vermutlich in dieser Zeit die Ausgaben des Konvents größer waren als seine Einnahmen. Die Klosterkirche wurde zwischen den Jahren 1244 und 1260 neu errichtet und bestand bis zur Aufhebung. Nach einem Ablassbrief des Bischofs Simon von Paderborn von 1256 war die Verwendung der Spendengelder ausdrücklich für die Vollendung des Baus der Kirche bestimmt (Quelle: Westf. Urkundenbuch, IV, Nr. 504 a.a.O.: "..ad consummationem ecclesie..").
Das Kloster wurde mit weitere Sammelindulgenzen noch in den Jahren 1289, 1296 und 1344 gefördert (Quelle: Hüsgen S. 46-47 a.a.O.).
 

1300
Das Kloster gelangte im Laufe der Zeit in den Besitz der Häuser, die am Rand der Klosterimmunitat lagen (z.B. an der Röhrergasse und Mariengartengasse), auch wenn die Stadt versuchte, den Besitzerwerb der kirchlichen Einrichtungen (“Tote Hand” ) wegen ihrer Steuerfreiheit einzuschränken.
Der Schwerpunkt des Landbesitz entwickelte sich auf linksrheinischem Gebiet am Rand der Ville (Hürth, Frechen) sowie im Raum zwischen Köln und Worringen (z.B. schenkte 1289 Hermann von Gleuel dem Kloster Mariengarten Grundstücke im Bezirk von Worringen und bei Sinnersdorf - Quelle: Lacomblet 2.Band Nr. 875 a.a.O.) .

1400 - 50

Wilhelm de Horne stiftete dem Konvent 500 Gulden zur Erneuerung der Kirche, des Dachreiters, der Konventszellen, des Kapitelhauses und des Dormitoriums.

 

1450

Die bedeutendste Stiftung war die Grablege für die Familie der Grafen von Neuenahr. Die Grafen besaßen seit etwa Mitte des 14.Jahrhunderts bis zum Aussterben im Mannesstamm (1589) die Erbvogtei der Stadt Köln und waren als Gerichtsherren bischöfliche Funktionsträger in der Stadt.
Einzelheiten über die Ausgestaltung dieses Begräbnisplatzes sind nicht bekannt.

1450 ff
Die spätmittelalterliche Reformbewegung nach dem Ende des abendländischen Schismas und dem Konzil von Basel (1431–49) strebte danach, die Klosterbewohner wieder zur strengen Beachtung der Klausurregeln zu verpflichten und zu einem gemeinschaftlichen Leben in Abgeschiedenheit von der Außenwelt zurückzuführen. Klösterliche Lebensweisen (Kontakte zur Außenwelt und Besuchsreisen, modische Bekleidung, aufwendige Profess-Feste, Dienstboten, Schreiben bzw. Empfang von Briefen ohne Erlaubnis der Äbtissin) wurden häufig nach außen als Zeichen einer Verweltlichung wahrgenommen.
Der Kölner Erzbischof Dietrich von Moers initiierte Reformen, er erhielt sogar 1458 die päpstliche Erlaubnis, exemte Klöster wegen angeblich vorhandener Missstände zu visitieren. Er verfolgte dabei die Absicht, seine Jurisdiktionsgewalt auf exemte Klöster auszudehnen, und griff teilweise in die klösterlichen Belange ein, weil einige Frauenklöster im Erzstift (Walberberg, Frauenthal, Bottenbroich) sich wegen fehlender Einkünfte nicht mehr selbst versorgen konnten. Für Mariengarten sind solche Versuche jedoch nicht bekannt.

1452
Die Reform von Mariengarten im Jahre 1452 stand vermutlich mit der Kölner Provinzialsynode 1452 unter Leitung des päpstlichen Legaten Nikolaus von Cues in einem engen Zusammenhang; auf der Synode wurden auch Klosterreformen beschlossen. Verschiedene Mitteilungen über die Äbtissin Elisabeth Titz (1452–82) enthalten die Angabe, dass das Kloster unter dieser Äbtissin "geschlossen" worden sei (Quelle: Hüsgen, Zisterzienserinnen in Köln, S.179-181 a.a.O.; Nekrologlisten und Memorial-Büchlein des Klosters). Bei der Klosterreform lebten 22 Nonnen im Kloster. Der Abt des Klosters Marienfeld (Arnold Kostevele gt. Schwechmantel, 1443–78) leitete die Reform, ihm waren die Reformen der Zisterzienserinnenklöster Mariengarten, Bersenbrück, Kentrup und Rengering vom Generalkapitel übertragen worden (Quellen: 1. Germania Sacra, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln 11, Die Zisterzienserabtei Marienfeld, S. 395 a.a.O.; 2. Leidinger: Die Abtei Marienfeld: Westfälische Zeitschrift 148, 1998 / Internet-Portal Westfälische Geschichte).
Eine Folge der Reform war vermutlich, dass Mariengarten noch eine Zeit lang dem Kloster Marienfeld unterstand. Nur der Marienfelder Mönch Johannes Wineken (Abt in Marienfeld seit 1478) war als Beichtvater in dem Kölner Kloster tätig (Quelle: Germania Sacra, S. 185 a.a.O.).
Auch in den anderen Zisterzienserinnenklöstern Seyne und Mechtern/St.Apern folgten Reformen, da Kölner Nonnen aus dem Kloster Seyne 1459 zur Reform des Klosters Schledenhorst bei Rees abgeordnet wurden.

1461
Mariengarten leistete regelmäßige Armenspeisungen bzw. Fürsorge für bedürftige Personen oder Bettelmönche. Beispielhaft war die Verwendung eine Erbrente von 27 rheinischen Gulden für Seelenmessen und Armenspeisungen, die die Äbtissin Elisabeth von Titz und der Konvent von einem Kamper Mönch unter der Auflage erhielt, dass das Kloster Kamp die Verwendung der Stiftung beaufsichtigt.

 

1484

Das Kloster war ein bevorzugter Begäbnisplatz für vermögende Bürger aus dem Kölner Raum, die sich das Bestattungsrecht in der Regel gegen eine Memorienstiftung sicherten.
Die bedeutendste Stiftung (vermutlich 1484) war die Grablege für die Familie der Grafen von Neuenahr. Die Grafen besaßen seit etwa 1400 bis zum Aussterben im Mannesstamm (1589) die Erbvogtei der Stadt Köln. Als Gegenleistung für die Memorienstiftung hatte das Kloster ein aufwendiges Totengedenken zu erfüllen. Da jedoch die Rente zur Finanzierung dieser Stiftung 1665 abgelöst wurde, legte man die Stiftung mit anderen zusammen (Quelle: Hüsgen, S. 127 a.a.O.).


1491-1514
Es wurden 1491 Beichtväter unter Beteiligung des Altenberger Abts aus dem Kloster entfernt, ohne dass die Hintergründe sich erschließen lassen. Dennoch soll die Klosterdisziplin insgesamt positiv beurteilt worden sein (Quelle: Hüsgen, S. 180 a.a.O.).
Das Kloster wurde 1514 durch den Abt Heinrich von Altenberg (1496-1517) visitiert. Er gab dem Konvent eine neue Satzung, da das erhaltene Protokoll (HStA, Abtei Altenberg, Nr. 908) keine gravierenden Regelverstöße aufführte, sondern hauptsächlich die allgemeine Normen für das innerklösterliche Leben der Nonnen beinhaltete (Regelung des Tagesablaufs und der Gottesdienste, Amtsführung der Äbtissin, Verbot von Privatbesitz, Umgang der Nonnen mit dem Klosterpersonal und mit Handwerkern, Kontakte zum Beichvater, Besuchsregelungen, Speisevorschriften, Sprechkammern für Kontakte mit Angehörigen, keine Bevorzugung einzelner Nonnen). Es wurden zwar die Querelen zwischen Nonnen und Konversinnen bemägelt und letztere zu Gehorsam und Eintracht aufgefordert. Im Übrigen wurden die Nonnen ermahnt, keine Speisen von der Gemeinschaftstafel mitzunehmen. Die Bekleidung der Nonnen unterlag dem Zeitgeschmack (Quelle: Hüsgen S. 34, 35, 79 und 181 a.a.O.). Ermahnungen des Visitators, schmucklose Bekleidung zu tragen, wiederholten sich nicht nur in Mariengarten, sondern waren auch in anderen Klöstern festzustellen (z.B. in Eppinghoven oder Benninghausen: mit "krausem Hauptgezier" war vermutlich die im 16. und frühen 17. Jh. übliche Halskrause gemeint).


1520 – 70

Einflüsse der Reformation auf das Kloster Mariengarten oder Forderungen der Nonnen auf "communio sub utraque specie" nach dem Augsburger Reliegionsfrieden lassen sich nicht feststellen.


1569 - 74

Das Konzil von Trient (1545-63) hatte in seinem Bestreben, durch einen inneren Reformprozess die Ausbreitung des Protestantismus einzudämmen, auch Maßnahmen zur Erneuerung der Verhältnisse in den Klöstern, Stiften und Gemeinden festgelegt. Die Klöster der Zisterzienserinnen in Köln waren jedoch von den nachtridentinischen Visitationen im Erzstift Köln unter dem Fürstbischof Salentin von Isenburg zunächst nicht betroffen.
Das Generalkapitel beschloss bereits 1565, durch beauftragte Kommissare alle Klöster wieder zu einer strengen Observanz zu verpflichten, Privateigentum abzuschaffen und alle der Häresie verdächtigen Personen oder Bücher aus den Klöstern zu entfernen. Aber erst im Juni 1574 visitierte der Generalabt von Citeaux, Nikolaus Boucherat (1571-85), auf seiner Visitationsreise durch die Kirchenprovinzen Köln und Lüttich (50 Klöster) die Kölner Zisterzienserinnenklöster Mariengarten, Apern und Seyn. Diese drei Klöster waren nach Auffassung des Abts im Sinne der Konzilsbeschlüsse gut reformiert. In Mariengarten lebten 16 Nonnen, 4 Novizinnen und
10 Konversen. Jedoch gab es ein Problem, da das Kloster innerhalb der Immunität ein Haus als Klause (Inclusorium) für mehrere Frauen des Ordens der Augustiner vermietet hatte, die vom Prior der Kreuzherren beaufsichtigt wurden.
Diese Frauen trugen die Tracht der Zisterzienserinnen und benutzten den gemeinsamen Pforteneingang. Da die Familienangehörigen hier beliebig ein- und ausgingen, gebot der Generalabt der Äbtissin des Klosters Mariengarten, nur zu bestimmten Zeiten morgens und abends die Klosterpforte öffnen bzw. schließen sowie den Torbalken vorlegen zu lassen. Aber die Klausnerinnen entfernten den Riegel wieder (Quelle: Postina S. 260 a.a.O.). Die Klause wurde wenig später aufgehoben.

 

1578 – 96

In der 2.Hälfte des 16. Jhs. kam Mariengarten unter der Paternität des Klosters Kamp. Kamper Mönche sind seit 1571 fortlaufend belegt. Die intensive Beziehung zwischen Mariengarten und Kloster Kamp hing vermutlich damit zusammen, dass infolge der Wirren des Truchsessischen Krieges die Mönche um 1580 das Kloster Kamp verließen und der Abt mit einem Teil der Kamper Mönche sich im Kölner Stadthaus (Kamper Hof) aufhielt (Quelle: M.Dicks S. 455ff a.a.O.). Abt Gottfried Draeck von Lobberich war vor seiner Abtwahl 1585 im Kloster Mariengarten dort bereits Beichtvater. Es wurden mehrere Kamper Äbte nach 1584 in Mariengarten begraben (Godefrid Draeck +1622; Laurentius Bever +1644; Johannes Hoehn +1672; Andreas Holtmann +1695).


1593

Ein anderes Bild zeichnete sich dagegen 1593 ab: Der Generalabt von Citeaux, Edmund a Cruce, der 1593 anläßlich einer Provinzialsynode in Köln die Zisterzienserinnenklöster Mariengarten, Seyne und Apern visitierte, fand diese Klöster in wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge ihrer geringen Einkünfte, da die Entwicklung der Stadt schon länger stagnierte (z.B wurde am Kölner Dom aus Geldmangel schon seit den 1530-er Jahren nicht mehr weitergebaut). Die Versorgung der Geistlichen an den 7 Priesteraltären des Klosters Mariengarten schien nicht gesichert. Zur Verbesserung der Lage der drei Klöster forderte der Generalabt die Eingliederung anderer, nicht mehr lebensfähiger Ordensgemeinschaften in die genannten drei Klöster. Diese Forderung ließ sich in keinem Fall durchsetzen (Quelle: Hüsgen, S.182, S.243, S.321 a.a.O.).
Betrachtet man die rheinisch-westfälischen Zisterzienserinnenklöster im Zusammenhang, so ist durchweg bereits in der Zeit des Frühbarocks mit adelig-höfischer Kultur und üppiger Prachtentfaltung festzustellen, dass die Nonnen die Klausur weniger streng einhielten, größere individuelle Freiheiten beanspruchten und sich häufig zu einem stiftischen Leben hinwendeten.
Dies dürfte ebenso für Mariengarten gelten, auch wenn nähere Nachrichten nicht vorhanden sind. Zumindest führt der Hinweis zur Äbtissin Mechthild Neukirchen in einer Nekrologliste (Hüsgen, S. 341: "sub hac abbatissa incoeperunt vivere in communi") zu der Einschätzung, dass ein geordnetes Gemeinschaftsleben im Kloster Mariengarten nicht mehr herrschte und eine Rückkehr zum Gemeinschaftsleben erst unter der Äbtissin Mechthild Neukirchen (1613-48) vermutlich auf höhere Weisung eingeleitet wurde. Möglicherweise stand diese Entwicklung im Zusammenhang mit der unter dem Kölner Fürstbischof Ferdinand von Bayern (1612-50) forcierten Gegenreformation.


1625 - 48
Die Stadt Köln verhielt sich im 30-jährigen Krieg neutral und galt als sicherer Ort gegen Bedrohungen durch die kriegsführenden Pateien (insbesondere schwedische Truppeneinheiten), die in der zweiten Hälfte des Krieges sich im Rheinland und im Umfeld der Stadt aufhielten. Köln war eine Zufluchtsstätte für Kriegsflüchtlinge. Das Kloster Mariengarten bot z.B. der Essener Fürstäbtissin Maria Clara von Spaur (1614-44) Schutz, die 15 Jahre lang hier im Exil lebte, nachdem sie 1627 vor der Besetzung der Stadt Essen durch protestantische Truppen nach Köln flüchtete. Sechs Nonnen aus dem Kloster Marienthal bei Mainz, die vor schwedischen Truppen nach Köln geflüchtet waren, wurden in Mariengarten aufgenommen (Quelle: Hüsgen, S. 381 a.a.O.).

1648 – 1700
Nach dem 30-jährigen Krieg erholte sich Mariengarten rasch und war wohlhabend genug, um zahlreiche Häuser an der Kupfer- und Langgasse im Anschluß an den Immunitätsbereich neu zu erwerben. Teilweise dienten die Häuser dazu, durch Aufnahme und Versorgung von Kostgängern die Einnahmen des Klosters zu verbessern.
Aus der Zeit um 1660 stammt die einzige zuverlässige Darstellung der Klosterkirche (Zeichnung aus dem Skizzenbuch des Justus Finckenbaum, Kölnisches Stadtmuseum). In ihrer äußeren Ansicht entsprach sie der Klosterkirche Seyne in Köln bzw. der Minoritenkirche in Seligenthal (Quelle: Hüsgen, S.117 a.a.O.: Maße der KLosterkirche 37m x 19m).

1700
Mariengarten verlor einen langen Streit mit dem angrenzenden Kloster “Zum Lämmchen an der Burgmauer” um ein Stück Bauland (Teil eines Weingartens), das die Augustinerinnen zur Erweiterung von Kirche und Wohngebäude vom Kloster Mariengarten beanspruchten. Die geistlichen Instanzen (Erzbischof, Nuntius) und schließlich auch der Magistrat der Stadt Köln entschieden gegen Mariengarten. Die Nonnen hatten mit ihren Einsprüchen und Beschwerden keinen Erfolg und mußten auf ein Stück ihres Weingartens verzichten, als 1706 das Urteil unter dem Schutz von weltlichen Ordnungskräften vollzogen wurde (Quelle: Hüsgen S. 138-39 a.a.O.: H. deutet an, dass die Herkunft vieler Nonnen im Konvent zum Lämmchen aus vornehmen Kölner Familien sich als mögliches Motiv für die ablehnende Haltung des Magistrats gegenüber Mariengarten aus dem Schriftwechsel der Streitparteien herauslesen lasse).
Die letzte Profeß fand 1773 statt (Quelle: Hüsgen S. 111 a.a.O.). Es dürfte kaum anzunehmen sein, dass den Nonnen das bevorstehende Ende ihres Klosters unter den liberalen Ideen der Aufklärung seit den 70-er Jahren des Jahrhunderts verborgen blieb.

1794
Die Besetzung des Rheinlandes durch französische Revolutionstruppen führte zu Beschränkung der Rechte geistlicher Institutionen und bedeutete gleichzeitig auch das Ende der freien Reichsstadt Köln. Die Wirtschaftslage unter der letzten Äbtissin Katharina Monheim (1780-1802) war durch die rückläufigen Einnahmen des Klosters angespannt, so dass der Konvent einen Teil des Tafelsilbers zur Deckung der Kosten für den eigenen Unterhalt sowie für Einquartierungen und Steuen verkaufen mußte.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 22.02.2018