Mariengarten

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster führt im Kamper Stammbaum

unter St. I die Bezeichnung "Ortus sancte Marie in Colonia"- ohne Jahreszahl

unter St. II die Bezeichnung "Hortus s. Mariae, Colonia" – ohne Jahreszahl

 

Die Frage, welcher Vaterabt für Mariengarten zuständig war, kann nicht genau beantwortet werden. Auch erscheint die Darstellung des Kloster im Kamper Stammbaum St. I – Ortus sancte marie in Colonia ohne Jahreszahl - für die ersten Jahrhunderte nicht typisch.  Zwischen 1243 und 1424 treten verschiedene Äbte (Heisterbach, Altenberg, Himmerod und Kamp) in Erscheinung. Es kann sogar möglich sein, dass alle Aufgaben nur kommissarisch erledigt wurden, da Mariengarten, Burbach und Drolshagen in einer Liste (Handschrift etwa 1500 in der Uni-Bibliothek Düsseldorf) als Nonnenklöster verzeichnet sind, die unmittelbar der Abtei Citeaux unterstellt waren.

Der Abt von Himmerod wird 1391 mit der Visitation von Mariengarten und der Einsetzung eines Beichtvaters beauftragt unter Hinweis auf die bestehende Glaubensspaltung und auf die Tatsache, dass der bisherige Visitator (der Abt von Citeaux) nicht die Interessen des römischen Papstes verträte. Während des abendländisches Schismas (1378 – 1417) war den Klöstern, die zum römischen Papst hielten, der Kontakt mit Citeaux (französische Partei) verboten.
Nach 1424 ist zwar der Abt von Altenberg vielfach belegt, doch wurde unter dem Abt Arnold von Marienfeld (1443-78) auf Veranlassung des Abtes von Altenberg und mit Unterstützung des Grafen von der Mark das Kloster Mariengarten in Köln der Aufsicht des Klosters Marienfeld unterstellt (Quelle: Germania Sacra Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln 11, Die Zisterzienserabtei Marienfeld, § 25 Confessare in Frauenklöstern, S. 178 a.a.O.).
Die Paternität des Klosters Kamp für Mariengarten bestand seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert, da nach 1571 nur Kamper Beichtväter zum Kloster Mariengarten entsandt wurden (Quelle: M.Dicks S. 455ff a.a.O.)
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Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016