Leeuwenhorst

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster führt im Kamper Stammbaum

unter St. I die Bezeichnung: Lewenhorst in hollandia 1260

unter St. II die Bezeichnung: Lewenhorst prope Ultraject. 1260

     (Die Darstellung von Leeuwenhorst im St. II erscheint unzutreffend, denn bereits 1574 wurde der Kernbestand der Klostergebäude zerstört.)

Mehrere Beichtväter aus Kamp sind im 15. Jahrhundert belegt.

Über den Abt Johannes Ingenray von Hüls (1529–63) heißt es anläßlich einer Visitation „ons eerwardige Heer Abds visitatie d'Heer Jan van Hulst“ - vgl. Dicks S. 173.

Die geistliche Betreuung des Klosters Leeuwenhorst oblag dem Abt des Klosters Kamp, der noch um die Mitte des 16. Jahrhunderts das Kloster Leeuwenhorst visitierte. Jedoch ließ die  Intensivität der geistlichen Aufsicht  nach, da die Abstände zwischen den Visitationen sich vergrößerten. Der Äbtissinnenwechsel 1554 zwischen Gisberta van Waardenburg und Johanna van der Does verlief z.B. ohne Beteiligung des Kamper Abtes (Quelle: Geertruida de Moor, S. 362 a.a.O.).


Die 4 niederländischen Frauenklöster aus der Kamper-Klostergemeinschaft Leeuwenhorst , Marienthal, Ter Hunnepe und St. Servaas wurden 1579 in protestantische Damenstifte umgewandelt und bestanden als sog. Ritterschaftskonvente bis 1795 formal fort.

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016