Leeuwenhorst

Zeit nach der Aufhebung

1586 ff

Kloster Leeuwenhorst blieb als protestantisches Damenstift unter der Leitung einer Äbtissin, die von der Ritterschaft bis ins 17.Jh. benannt wurde, formal bestehen.
Die wirtschaftliche Situation der bisherigen katholisch gebliebenen Konventualinnen verbesserte sich. Jede erhielt jährlich eine Alimentation aus dem Ertrag des klösterlichen Landbesitzes.  Mehrere Nonnen kauften gemeinsam ein Haus in Leiden, um hier ihr Stiftsleben fortzusetzen, sie zählten um 1600 zu den reichsten Einwohnern der Stadt.
Die Verteilung der Präbenden an junge Mädchen oder Frauen aus dem Adel sowie die Besitzveränderungen bis zur Bataafschen Revolution dürften aber den Verhältnissen der adeligen Klöster in Utrecht weitgehend entsprochen haben. 
Die Ritterschaft beschloß 1620, neue Äbtissinnen für Leeuwenhorst (ebenso Rijnsburg) nicht mehr zu benennen, und übertrug die Vermögensverwaltung einem Rentmeister.
Die Klostergebäude dienten als Landsitz für Angehörige der Ritterschaft. Der bekannteste Bewohner war Gaspar Fagel (1633–88; Sekretät der Generalstaaten), der auf dem Klostergelände einen Landschaftspark („Hortus Fagelianus“) anlegen ließ.


1801

Das Landgut kam nach 1801 in Privatbesitz. Der erste Eigentümer Johan Valckenaer ließ noch vor 1805 die restlichen Klostergebäude abbrechen.


1858

Durch Wechsel der Eigentümer und verschiedene, heute teilweise nicht mehr vorhandene Bebauungen nach 1858 gliedert sich das frühere Klostergelände in drei benachbarte Landgüter:
Oud Leeuwenhorst: Auf diesem Gebiet befand sich das Kloster.
Klein Leeuwenhorst: Auf diesem Gebiet liegt das unter Denkmalschutz stehende neoklassizistische Gebäude von 1858.
Nieuw Leeuwenhorst: Auf diesem Gebiet stand das „Haus Leeuwenhorst" von 1880, das 1943 bei der Anlage des Atlantikwalls abgebrochen wurde.


Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016