Leeuwenhorst

1260 – 1574 : auch Ter Lee / Ter Leede / Kloster beim Wasser

Lage des Klosters

Gemeinde Noordwijkerhout in der Provinz Südholland

 

Erhaltenes Erbe

Vom Kloster Leeuwenhorst blieb nichts erhalten. Das frühere Klostergelände, insbesondere die Gartenanlage aus dem 17.Jh., ist noch erkennbar als viereckiges und durch Wassergräben umgebenes Gebiet. Dort, wo sich einst die Klosteranlage befand, liegt noch der Hof Alt-Leeuwenhorst.


Kurzgeschichte

Die Stifter des Klosters stammten aus dem Geschlecht Alkemade (oder Sassenheim), das über großen Grundbesitz im Herrschaftsgebiet der Herren von Noordwijk von alters her verfügte. Die Stifterfamilie besaß Vogteirechte und gehörte zu den Vasallen der Grafen von Holland. Die Brüder Arnold und Walewein von Sassenheim, Söhne des Walewein von Alkemade, stifteten das Kloster Leeuwenhorst „für die Seelenruhe ihrer Eltern und in der Hoffnung auf ewige Belohnung “. Das Kloster war anfangs für Frauen aus den Familien der Grafen von Holland und ihrer engsten Vertrauten bestimmt. Die enge Verbindung der Stifterfamilie zum Kloster Leeuwenhorst blieb bis ins 16.Jahrhundert hinein bestehen. Die ersten Nonnen kamen aus der Abtei Mariendaal bei Utrecht.
Leeuwenhorst war durch seinen großen Landbesitz eine wohlhabende Abtei. Die Verwaltung der Klostergüter lag vornehmlich in der Hand von Rentmeistern. Viele Nonnen brachten ererbtes Vermögen beim Eintritt ins Kloster mit. Sie waren dadurch in der Lage, trotz des Armutsideals ein standesgemäßes Leben zu führen.
Die Beachtung der Klausur blieb über die Jahrhunderte eine schwierig zu erfüllende Aufgabe. Die Klosterreform von 1488-93 bewirkte für einige Jahrzehnte einen innere Erneuerung, weil sich die Nonnen an die Klausurgebote hielten, sowie eine wirtschaftliche Blüte durch die umsichtige Verwaltung der Äbtissin Adriane van Roon. Jedoch wurde die klösterliche Selbständigkeit unter der habsburger Herrschaft in den Niederlanden durch das Nominatierecht eingeschränkt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts lebten die Nonnen nicht mehr unter Klausurbedingungen, sondern führten ein stiftsähnliches Leben.
Zu Beginn des 80-jährigen Freiheitskrieges der Niederländer gegen die spanische Herrschaft fanden die Nonnen Schutz in der Stadt Leiden.  Die Abtei wurde 1574 von den Geusen zerstört, damit die Klostergebäude keinen Schutz für spanische Truppen bieten konnten. Teils wurden die Nonnen protestantisch oder heirateten, teils setzten die katholisch gebliebenen Nonnen das Gemeinschaftsleben in der Stadt Leiden fort.
Eine grundlegende Veränderung erfolgte 1579, als sich in den 7 nördlichen Provinzen der Niederlande (Generalstaaten) die Reformation durchsetzte. Der Konvent wurde in ein protestantisches Damenstift umgewandelt und der Klosterbesitz der Ritterschaft in West-Friesland unterstellt, die bis zur Bataafschen Revolution die Erträge aus dem Klostervermögen als Pfründe für unverheiratete weibliche Familienmitglieder unter sich aufteilte.

Nutzung

Konventsgebäude und Klosterkirche wurden gegen Ende des 16. Jhs. abgebrochen. Die übrige Bebauung wurde als Landsitz für Angehörige der Ritterschaft bis 1797 verwendet, wobei die frühere Rentmeisterwohnung als Wohnhaus diente.

 

Beachtenswertes

Durch die Zerstörung des Klosters im Jahre 1573 wurden auch die meisten Kunstgegenstände vernichtet. Ein erhaltenes 3-teiliges Altarbild des Klosters Leeuwenhorst "Das Letzte Abendmahl" befindet sich im Rijksmuseum Amsterdam (auf der linken Seite ist die Äbtissin Adriane von Roon (1497-1527) dargestellt.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen
Verzeichnis von 24 Äbtissinnen in: Geertruida de Moor: "Verborgen en geborgen. Het cistercienserinnenkloster Leeuwenhorst in die Noordwijksse regio (1261-1574)", S.78ff

Kontakt – Infos

Gemeinde Noordwijkerhout (NL)

 

WEB-Links

  1. Pächterfamilie des Klostergutes Ter Leede mit Bild der Abtei eines unbekannten Malers (Das Bild ist im Museum Het Catharijneconvent in Utrecht ausgestellt.)
  2. Infos zum Fortbestand verschiedener Klostergebäude nach 1586 als Landgut der Ritterschaft von Holland mit Hinweis auf die heutige Situation
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016