Leeden

Gründungszeit

Die Tecklenburger Grafen konkurrierten im 12. und 13. Jahrhundert nicht nur mit den Fürstbischöfen von Münster, Minden und Osnabrück, sondern auch mit den Grafen von Ravensberg um den Ausbau der Territorialherrschaften. Rivalitäten ergaben sich auch dadurch, dass die Tecklenburger auf der Seite der Welfen und die Ravensberger auf der Seite der Staufer standen.
Nach der Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg durch Friedrich von Isenberg (1225) geriet Graf Otto I. von Tecklenburg (1185-1263) in Schwierigkeiten, weil er als Mitwisser der Verschwörung gegen den Erzbischof seinem Vetter Friedrich in der Tecklenburg Zuflucht gewährte. Kaiser und Papst stellten sich nicht allein gegen den Mörder, sondern auch gegen dessen Beschützer, der wegen Untreue geächtet wurde und seine Lehen verlor.
In den langwierigen Auseinandersetzungen zwischen Otto von Tecklenburg und dem Bischof von Osnabrück (Konrad von Velber 1227-38) ging es vornehmlich um den Besitz der Kirchenvogtei Osnabrück, die seit 1180 in den Händen der Tecklenburger lag. Außerdem versuchte der Kölner Erzbischof Heinrich von Müllenark im Bündnis mit dem Osnabrücker Bischof und dem Grafen von Ravensberg zwischen 1227-32 vergeblich, die Grafschaft Tecklenburg zwischen Kurköln und Osnabrück aufzuteilen. Otto schloss 1231 mit Ravensberg Frieden und 1232 mit Kurköln, das auf die geplante Aufteilung der Grafschaft verzichtete. Im Friedenschluß 1236 mit dem Bischof von Osnabrück verzichtete Otto seinerseits auf die Kirchenvogtei Osnabrück.
Graf Otto stiftete nicht nur das Zisterzienserinnenkloster Leeden (1240), sondern schenkte in seiner Regierungszeit bereits in den Jahre 1225-31 und zwischen 1244-48 auch vielen anderen Klöstern (Levern, Rulle, Malgarten, Langenhorst, Ägidii Münster, Bersenbrück, Fröndenberg und Himmelpforten an der Möhne) Güter und Memorienstiftungen. Die Gegenleistungen waren das Totengedenken und das regelmäßige Gebet der Nonnen für das Seelenheil der Stifter und das ihrer verstorbenen Angehörigen.
Eine Fundationsurkunde des Klosters Leeden ist nicht überliefert. Es wurden daher verschiedene Motive für die Stiftung in Erwägung gezogen. Vermutet wurde die Errichtung des Klosters als Sühne für die Ermordung des Kölner Erzbischofs, ohne dass aber ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Mord und der Klosterstiftung nach 15 Jahren nachweisbar ist, oder als Dank für die Aufhebung der Reichsacht. Auch das Fehlen männlicher Erben im Hause Tecklenburg könnte ein Motiv gewesen sein, da Otto`s Sohn Heinrich 1247 ohne Kinder starb, die die Sorge für das Seelenheil verstorbener Vorfahren hätten übernehmen können. Möglicherweise beabsichtigte Otto daher auch, die geschenkten Ländereien den Gebietansprüchen anderer Landesherren zu entziehen.
Nach dem Tod des Grafen Otto von Tecklenburg (1263) teilten seine Schwiegersöhne Otto von Bentheim und Heinrich von Oldenburg die Grafschaft unter sich auf.

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 02.02.2018