Burbach

1233 – 1802 : ad fontem ste. Marie (Marienborn)

Bild 1: Äbtissinnenhaus 1727

Lage des Klosters

Hürth – Burbach südwestlich von Köln

 

Erhaltenes Erbe

An die frühere Klosteranlage erinnern nur noch
1. das Äbtissinnenhaus von 1727,
2. der Füngelingshof: ursprünglich Klostermühle, heute ein bewirtschafteter Bauernhof gegenüber dem Kloster.

Virtuelles Modell der Klosteranlage mit Beschreibung der um den Kreuzgang gruppierten Gebäude in: Hürther Heimat, Zeitschrift für Geschichte, Kultur und Heimatkunde, Bd. 81, 2002, S. 27 (Bild 1 und 2)

 

Kurzgeschichte

Das Kloster Burbach (Marienbronn) wurde von Guderadis Gir, der Witwe des Kölner Patriziers Hartmann Gir und Mäzenin des Klosters Mariengarten in Köln, zum eigenen Seelenheil und zum Seelenheil ihres verstorbenen Mannes gegründet. Erzbischof Heinrich von Mollenarck (1225 – 38) bestätigte die Neugründung, durch die eine wirtschaftliche Sanierung und personelle Entlastung des überbelegten und verschuldeten Klosters Mariengarten erreicht werden sollte, denn Guderadis Gir tilgte die Schulden dieses Klosters und sorgte für die Verlegung von 31 (?) Nonnen nach Burbach. Der Grund- und Hausbesitz sowie der Bestand an Vieh und Renten wurden auf beide Klöster aufgeteilt.
Aber erst der Erwerb bzw. die Schenkung zusätzlicher Liegenschaften in Berrenrath und Burbach (Berrenrather Fronhof und Wirtschaftsland in Burbach) sowie der Erwerb der Mühlenrechte an der auf dem Klostergelände bereits vorhandenen Kornmühle sicherten die Existenz des Klosters.  Die Nonnen bestritten ihren Lebenunterhalt hauptsächlich mit den Pachteinkünften aus ihrem Haus- und Grundbesitz, aus Memorienstiftungen, Renten und den Naturalabgaben ihrer Wirtschaftshöfe. In den ersten beiden Jahrhunderten setzte sich der Konvent mehrheitlich aus Angehörigen der städtischen Oberschicht aus Köln und Umgebung zusammen.
Über die innere Entwicklung des Konvents vor allem im 15.Jh.  nach dem Ende des abendländischen Schismas sind Nachrichten nicht überliefert. Die Verhältnisse dürften aber weitgehend der Entwicklung anderer Frauenklöster im Kölner Erzstift entsprochen haben, in denen im Zuge der damaligen Reformbemühungen die strenge Observanz erneuert wurde. Durch die Reform im 16.Jh. nach dem Konzil von Trient versuchte man erneut, die Nonnen streng von der Außenwelt zu trennen.
Die Nonnen verließen 1583 das Kloster im Truchsessischen Krieg sowie erneut zwischen 1643-46 während des 30-jährigen Krieges und suchten Schutz in der Stadt Köln. Der Konvent litt noch Jahrzehnte unter der durch Plünderungen und Verwüstungen hervorgerufenen Verschuldung des Klosters. Die Altarweihe im Jahre 1662 läßt die Beseitigung von Kriegsschäden und Barockisierung der Klosterkirche vermuten. Letztere wurde zum Ende des Jahrhunderts durch einen Brand erneut beschädigt. Eine Blüteperiode erlebte das Kloster nochmals nach 1700, da zerstörte bzw. verfallene Gebäude erneuert wurden. Über die Bauentwicklung der Klosteranlage und das äußere Erscheinungsbild sind jedoch genaue Nachrichten nicht überliefert.
Nach der Säkularisation wurden Kirche und Klostergebäude abgerissen. Sakrale Kunstwerke befinden sich in den Kirchen St. Katharina (Alt-Hürth), St. Dionysius (Hürth-Gleuel), St. Wendelinus (Hürth-Berrenrath) und im Schnüttgen-Museum (Köln).

Nutzung
Das Landschaftsbild wurde durch den früheren Braunkohlentagebau und die anschließende Rekultivierung geprägt. Die Ortschaft Berrenrath wurde umgesiedelt und liegt etwa 600 m vom ursprünglichen Ort entfernt. Der Otto-Maigler-See entstand als Landschaftssee in dem verbliebenen Restloch des Braunkohlentagebaus "Gotteshülfe".
Die Stadt Hürth kaufte 2007 das denkmalgeschützte Äbtissinnenhaus (sog. Försterhaus) mit dem zugehörigen Grundstück. Das Anwesen wird vom Schwimmclub Hürth und dem Behindertensportverein Hürth genutzt.
 

Beachtenswertes

Sakrale Einzelstücke der Kirchenausstattung wurden nach der Säkularisation versteigert,  zum größten Teil wieder zurückgegeben. So befinden sich z.B.  

1.  das Ursula-Fries (Altarpedrella 15.Jh.) und der Grabstein der Äbtissin Irmgard de Horst in der Pfarrkirche Berrenrath,
2.  Barockfiguren und barocke Triumpfkreuzgruppe in der Pfarrkirche Alt-Hürth,
3.  Grabplatten in der Pfarrkirche von Gleuel.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

Das Kloster kann von der Gründung bis zur Aufhebung 41 Äbtissinnen nachweisen (Quelle: Hüsgen).

 

Kontakt – Infos

1) Stadt Hürth - Stadtarchiv
2) Heimat- und Kulturverein Hürth e.V.

 

WEB-Links

Geschichte des Klosters Burbach

 

Redakteur: H. Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016