Benden

vermutlich 1207 - 1802

Wohnanlage Benden
Bild 1: Wohnanlage Benden

Lage des Klosters

Brühl südlich von Köln

 

Erhaltenes Erbe

Von der Klosteranlage ist nichts erhalten geblieben mit Ausnahme des Hauptgebäudes, das zur Wohnanlage umgestaltet wurde. Ältere Bauelemente (z.B. das barocke Eingangstor und die Reste des Kreuzganges aus dem 16. Jh.) sind in die Anlage einbezogen worden.

 

Kurzgeschichte

Die Entstehung des Klosters Marien-Benden lässt sich nicht vollständig zurückverfolgen. Da das Kloster 1383 abbrannte, sind schriftliche Überlieferungen aus der Gründungszeit nicht mehr vorhanden. Das Kloster wurde 1207 von Margaretha von Hersel gegründet (Quelle: Handschriftliches Güterverzeichnis im Stadtarchiv Köln, “liber bonorum monasterii b. Mariae Virginis in Prato ab sua fundatione”). Das Kloster war für ledige Frauen aus den ministerialen Geschlechtern im Dienst des Kölner Erzbischofs bzw. aus wohlhabenden Patrizierfamilien der Stadt Köln bestimmt. Der Konvent wurde durch geschenkte Ländereien, Nutzungrechte, Renten sowie durch eigenen Landerwerb im Laufe der Zeit wohlhabend. Die anfängliche Blütezeit des Klosters führte 1281 dazu, dass nach der Auflösung des Augustinerkonvents Mechtern in Köln 13 Nonnen aus Benden in das als Zisterzienserinnenkloster neu eröffnete Kloster Mechtern übersiedelten.
Der Existenz des Klosters Benden war durch Brände (1383 und 1503) gefährdet.
Das Kloster hatte aber auch durch seine nahe Lage zur Stadt Brühl unter den Folgen späterer Kriege sehr zu leiden und verarmte. Zeitweilig lebten die Nonnen sogar im Exil. Brühl war ab 1469 die Residenzstadt der Kölner Fürstbischöfe und damit eine Zielscheibe kriegerischer Auseinandersetzungen z.B. im Truchsessischen Krieg 1583-87 oder im 30-jährigen Krieg; die Stadt wurde 1689 völlig zerstört.
Die innere Entfaltung des Klosters im 15.Jh. sowie zur Zeit der Reformation ist nicht bekannt, jedoch dürften Reformen, wie in den benachbarten Frauenklöstern, ebenfalls stattgefunden haben. Kloster Benden blieb als katholische Institution erhalten.
Die wirtschaftliche Lage verbesserte sich offensichtlich erst wieder am Ende des 17. Jahrhunderts für kurze Zeit, so dass Neubaumaßnahmen durchgeführt werden konnten. Aus dieser Zeit stammen die noch erhaltenen Teile der Klosteranlage.
Benden unterstand der Aufsicht der Abtei Altenberg; zeitweise waren aber im 15. und 16. Jh. auch Äbte anderer Klöster (Heisterbach, Kamp) mit Aufgaben eines Vaterabtes betraut.
 

Nutzung

Das Klosterareal steht im Besitz der Rhein. Braunkohle AG. Die Tagebaue der Braunkohle bei Brühl sind heute rekultiviert und dienen als Naherholungsgebiet Kottenforst-Ville. Das Haupgebäude des Klosters ist heute eine private Wohnanlage.

 

Beachtenswertes

Einzelstücke der Klosterausstattung gelangten zur Pfarrkirche St. Margareten in Brühl und von dort zur Kirche in Kierdorf (1904). Außerdem befinden sich in der Pfarrkirche St. Martin in Hürth-Fischenich Teile des Chorgestühls und die barocke Orgel.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

s. Literatur: Wündisch

 

Kontakt – Infos

Brühl, Stadtverwaltung

 

WEB-Links

Barocke Orgel des Klosters Benden in Parrkirche St.Martin Hürth-Fischenich (s. Weitere Ausstattung)

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016