Leeden

1240 – 1585 (1812) : Monasterium Beatae Mariae Virginis

Lage des Klosters

Leeden bei Osnabrück

 

Erhaltenes Erbe

Nur wenige Zeugnisse erinnern heute an das frühere Zisterzienserinnenkloster Leeden.
Nach Kriegszerstörung im 2.Weltkrieg und Wiederaufbau der evangelischen Gemeindekirche sind lediglich Teile der Südwand der ursprünglichen Klosterkirche mit Gewölbe und Fenster aus der Umbauzeit um 1500 erhalten geblieben. Ebenfalls erhalten ist das sog. Stiftshaus (Äbtissinnenhaus) aus dem Jahre 1489. Das Haus weist noch Ausstattungsgegenstände aus dem 18. Jh. auf.  Die Ausdehnung der ehemaligen Klosteranlage ist in einer Grundrisszeichnung (ca.1812) im StA Münster, Domänenregistratur II, Abt. IX, Fach 21 zu finden. 
 

Kurzgeschichte

Stifter des Klosters Leeden war Graf Otto I. von Tecklenburg (1209-63), der seinen Oberhof Leeden nahe der Stammburg Tecklenburg sowie die Kirche in Alswede dem Kloster als wirtschaftliche Existenzgrundlage schenkte. Das Kloster soll als Sühne für die angebliche Verstrickung des Tecklenburger Grafen in den Mord am Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg (1225) gestiftet worden sein.
Über die Frühzeit des Klosters liegen kaum Informationen vor. Die Konventualinnen lebten nach den Regeln der Zisterzienser, jedoch war das Kloster bis 1491 nicht in den Orden der Zisterzienser inkorporiert und unterstand der bischöflichen Aufsicht. Der Versuch in den 70-80er Jahren des 15.Jhs., Kloster Leeden zu reformieren und der Bursfelder Kongregation anzugliedern, blieb offensichtlich erfolglos. Erst eine neue Reform 1491 unter Mitwirkung des Grafen von Tecklenburg führte zur Inkorporation des Klosters in den Orden der Zisterzienser.
Das kontemplative Leben in Abgeschiedenheit von der Außenwelt sowie die Pflege des Gottesdienstes und der Gebetsverpflichtungen bestimmten den Tagesablauf der Nonnen. Darüberhinaus bot das Kloster jungen Frauen aus den Adelsfamilien der Region Schutz und Versorgung und war kultureller  Mittelpunkt; schließlich beeinflußte es als größter Grundherr die dörfliche Entwicklung Leedens und die Besiedlung der Umgebung.
Der Graf von Tecklenburg führte 1537 im Kerngebiet der Grafschaft (Bereiche um Lingen, Ibbenbüren, Brochterbeck und Tecklenburg) die lutherische Reformation ein mit der Folge, dass das Kloster 1538 in ein protestantisches adliges Damenstift umgewandelt und das Klostervermögen in Präbenden für zehn reformierte Stiftsdamen (einschl. Äbtissin) und eine katholische Stiftsdame aufgeteilt wurde.
Die Besetzung Leedens im Dreißigjährigen Krieg durch Truppen der katholischen Liga erzwang die vorübergehende Vertreibung der Stiftsdamen (1630-33). Das Stift erlangte im 17. und 18.Jahrhundert nochmals Bedeutung, da das Amt einer Äbtissin nur an Frauen aus dem Hause Tecklenburg bzw. nach dem Übergang der Grafschaft 1707 an Preussen nur aus dem Hause  Hohenzollern vergeben werden durfte.

Nutzung

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende und noch erhaltene Äbtissinnenhaus wird als Heimatmuseum genutzt.

Die im 2.Weltkrieg zerstörte und danach wiederaufgebaute Stiftskirche ist evangelische Gemeindekirche.

 

Beachtenswertes  

Kunstwerke wurden vermutlich Weihnachten 1587 bei einem Bildersturm zerstört. Eine der beiden Glocken stammt  noch aus der Gründungszeit.

Die von der Äbtissin Maria von Langen um 1600 gestifteten drei Abendmahlsgeräte werden noch heute benutzt. 


Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

noch unbearbeitet

 

Kontakt – Infos 

Besichtigungsmöglichkeit nach Terminabsprache mit

Heimatverein Leeden e. V.,  49545 Tecklenburg


WEB-Links 

     
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 25.08.2016