Fürstenberg

1259 - 1802

Bild 1: Ansicht des Klosters Fürstenberg, Mitte 17. Jh. Kreidezeichnung, Künstler unbekannt, Kleve Privatbesitz, mit freundl. Unterstützung des Stiftsarchiv Xanten
Fuerstenberg_Kloster.jpg
Bild 2: Kloster Fürstenberg, Gemäldeausschnitt der "Victors-Tracht" 18.Jh. (Quelle: 700 Jahre Stadt Xanten, 1928) Die Spitztürme der Zeichnung von 1650 erscheinen realistisch.

Lage des Klosters

Xanten-Fürstenberg, ab 1605 in der Stadt Xanten

 

Erhaltenes Erbe

Das Zisterzienserinnenkloster lag zunächst auf dem Fürstenberg und ab 1586 in der Stadt Xanten. Von diesem Kloster ist nichts erhalten geblieben. Im Jahre 1671 ließ die Äbtissin die Kreuzkapelle auf dem Fürstenberg zur Erinnerung an das zerstörte Kloster erbauen.

 

Kurzgeschichte

Die bewegte Geschichte des Klosters Fürstenberg in Xanten begann seit dem frühen 12. Jahrhundert mit einem benediktinischen Doppelkloster unter der Aufsicht der Abtei Siegburg. Die Abtei gab das Kloster Fürstenberg jedoch auf und verkaufte es gegen den Widerstand der ansässigen Benediktinerinnen 1259 an die Zisterzienserinnen des Klosters Ter Hunnepe, die auf dem Fürstenberg eine neue Unterkunft fanden, nachdem 1253 ihr Kloster bei Deventer abbrannte. Für das Zusammenleben der letzten Benediktinerinnen mit den Zisterzienserinnen wurde eine Sonderregelung getroffen. Nur ein Teil der Zisterzienserinnen kehrte 1263 nach Ter Hunnepe zurück; der Konvent wurde endgültig geteilt. Fürstenberg war vor allem für Töchter aus adelige Familien im Herzogtum Kleve bestimmt. Die Wirtschaftskraft des Klosters wurde in den ersten 100 Jahren durch zahlreiche Vermächtnisse, Landschenkungen und Ankäufe von Ländereien ständig verbessert, so dass bereits 1280 etwa 30 Nonnen auf dem Fürstenberg lebten.
Fürstenberg geriet jedoch in der 2.Hälfte des 14.Jahrhunderts durch die im Klever Land herrschenden Pestepidemien, Hungersnöte, Überschwemmungen und Fehden in Schwierigkeiten (vgl. auch die Klöster Hagenbusch und Bedburg) und war 1370 zahlungsunfähig.
Das Kloster hatte in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Zerstörungen (1460) und Brandschatzung (1499) zu überwinden. Die Reformbemühungen nach dem abendländischen Schisma bzw. nach der Reformation hatten die Wiederherstellung der inneren Klosterordnung im Sinne der Konzile von Konstanz (1414-18) bzw. Basel (1431-49) sowie Trient (1542 – 63), insbesondere die Durchsetzung einer strengen Observanz, zum Ziel. Die Reform im Jahre 1467 fand nur unter großen Widerständen der Nonnen statt, und die strenge Observanz konnte nur für einen kurzen Zeitraum erreicht werden. Dagegen verlief der Reformversuch von 1570 ergebnislos. Seit der Mitte des 16.Jahrhunderts waren deutliche Anzeichen für die Entwicklung des Klosters zu einem Damenstift erkennbar. Im Truchsessischen Krieg wurde das Kloster erneut zerstört (1583).  Von dieser Zeit an lebte der Konvent in der Stadt Xanten im Agnetenkloster. Die Wirren des 30-jährigen Krieges belasteten das Kloster und die Stadt Xanten erheblich. Xanten war am Ende des 30-jährigen Krieges verarmt, wehrlos und entvölkert. Das Kloster mußte sich verschulden, um die ständigen Kontributionsforderungen der wechselnden spanischen, staatischen und brandenburgischen Besatzungstruppen zu erfüllen.
Erst ab etwa 1700 trat eine gewisse Erholung ein, als die Schulden getilgt waren. Dazu wurden die Steine der Klosterruine auf dem Fürstenberg abgetragen und verkauft. Eine Blütezeit erlebte das Kloster jedoch nicht mehr. Die Kapelle auf dem Fürstenberg (1672 erbaut) erinnert noch an das frühere Kloster der Zisterzienserinnen.
Das Agnetenkloster in Xanten wurde im II.Weltkrieg zerstört.

  

Beachtenswertes

Einzelstücke der Kirchenausstattung sind unbekannt.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

HStA Düsseldorf, 120.79.00,  Kloster Fürstenberg

 

Kontakt – Infos

Bistumsarchiv Münster, Außenstelle Xanten

 

WEB-Links

1) Wikipedia: Kloster Fürstenberg mit Bildansicht 1494  
    (sog. Xantener Victorstracht); Fürstenberg-Kapelle am alten

     Klosterstandort

2) Geschichte der Stadt Xanten mit Hinweisen auf das Kloster

    Fürstenberg 

3) St. Victor Xanten, darin enthalten: Kloster Fürstenberg

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016