Benninghausen

1240–1804

Bild 1: Kirche, Aussenansicht

Lage des Klosters

Lippstadt, Ortsteil Benninghausen

 

Erhaltenes Erbe

Der ab 1514 errichtete Kirchenbau (in 1860–70 restauriert und ab 1892 mit einen querschiffartigen Erweiterungsbau) ist noch erhalten, ebenso sind Teile der früheren Abteigebäude vorhanden. Der Westturm der Kirche stammt noch aus der vorklösterlichen Zeit.

 

Kurzgeschichte 

Der Ritter Johann von Erwitte und seine Ehefrau Hildegunde stifteten 1240 das Kloster Benninghausen. Die Eheleute übertrugen die in Benninghausen vorhandene Eigenkirche mit allen Einkünften und Liegenschaften dem Kloster Gevelsberg zur Errichtung eines Tochterklosters. Da die Kirche dem Kloster inkorporiert wurde, ging auch das Patronatsrecht auf die Äbtissin über. Johann von Erwitte besaß das Stiftungsgut vom Kloster Rastede als Lehen. Das neue Kloster fand 1244 Aufnahme in den Orden der Zisterzienser und wurde der Aufsicht des Klosters Kamp unterstellt.
Die Klostergründung war zwar mit der Sorge für das eigene Seelenheil der Stifter religiös motiviert, doch dürfte auch die Versorgung lediger Töchter aus dem Adel eine Rolle gespielt haben. Das Kloster trug außerdem zur Entwicklung der Ortschaft Benninghausen wesentlich bei.
Die wichtigsten Förderer des Klosters waren die Grafen von Arnsberg und ihre Ministerialen. Die Nonnen stammten vorwiegend aus diesem Adelskreis, später auch aus dem Kreis wohlhabender Patrizier der umliegenden größeren Städte. Für jede Nonne mußte beim Klostereintritt üblicherweise ein Eintrittsgeld geleistet werden; in vielen Fällen war die Versorgung der Nonnen aus den Einkünften der von ihren adeligen Familien gestifteten Ländereien oder Renten gesichert.
Die innere Entwicklung des Konvents verlief wie in anderen traditionellen Frauenklöstern zunächst unauffällig und nach den Ordensstatuten, jedoch veränderten sich die Lebensverhältnisse im Laufe der Zeit so, dass manche Gebräuche und Privilegien nach außen als Regelverstöße wahrgenommen wurden.
Bei der Reform im Jahre 1477, die nur mit fremden Nonnen durchgesetzt werden konnte, zeigte sich, dass es schon länger Widerstände gegen die Erneuerung einer strengen Klausur gab. Die Reform bewirkte dennoch einen nachhaltigen geistigen und wirtschaftlichen Aufschwung mit Impulsen für weitere Reformen in anderen Frauenklöstern. Benninghausen überdauerte die Wirren der Soester Fehde, der Reformation und des 30-jährigen Krieges als katholische Institution; offensichtlich konnten die Versuche, den Nonnen die protestantische Lehre aufzuzwingen, erfolgreich abgewehrt werden. Der große Rückgang der Zahl der Nonnen sowie die Verschuldung des Klosters im 16.-17. Jh.  ließen aber erkennen, dass zeitweilig infolge der Reformation der Bestand des Klosters im bedroht war.  In dieser Zeit veränderte sich der Charakter des Klosters zu einem adeligen Damenstift. Die Wirtschaftslage nach dem 30-jährigen Krieg verbesserte sich nur langsam, so dass erst um 1700 aufgeschobene Reparaturarbeiten in der Klosteranlage ausgeführt und 1721 ein barocker Neubau des zweigeschossigen Konventsgebäudes begonnen werden konnten. Jedoch führten insbesondere die hohen Kriegsbelasten im siebenjährigen Krieg und die dadurch bedingte erneute Verschuldung das Kloster fast zum Ruin; es wurde 1804 aufgehoben.

Nutzung

Heute wird die frühere Klosterkirche (1510) als kath. Pfarrkirche und zugleich Anstaltskirche der Westfälischen Klinik für Psychiatrie genutzt. Die Abteigebäude stehen im Besitz der Westfälischen Klinik für Psychiatrie.

 

Beachtenswertes

Wertvolle Einzelstücke der Kirchenausstattung sind noch vorhanden:

  • Kruzifix aus dem 11. Jh. (Herkunft vermutlich aus der Eigenkirche der Herren von Erwitte)
  • Sakramentshäuschen 16.Jh.
  • Taufstein aus dem 16. Jh.
  • Kreuzigungsgruppe 16.Jh. aus Baumberger Sandstein,

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

in: Westfälisches Klosterbuch

 

Kontakt - Infos

Kath. Kirchengemeinde St. Martin in Lippstadt-Benninghausen

 

WEB-Links

1) Geschichte (Zeittafel) des Klosters Benninghausen

2) Kloster Benninghausen (Uni-Münster, pdf-Datei)

3) Klostergebäude im Aufriss und Grundriss

 

Redakteur: H. Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016