Duissern

1234 – 1806 : via caeli

Duissern.jpg
Bild 1: Corputiusplan, Ausschnitt mit Darstellung des Klosters

Lage des Klosters

ursprünglich in Duisburg - Duissern

seit 1580 innerhalb der Stadt Duisburg: Dreigiebelhaus (Nonnengasse, früher: Vogelsgasse)

 

Erhaltenes Erbe

Vom Kloster Duissern ist am ursprünglichen Standort in Duisburg-Duissern nichts erhalten geblieben. Das Kloster lag im Bereich zwischen der heutigen Oranien- und Hansastraße. Der Duissernplatz heißt im Volksmund "Versunkenes Kloster". Die einzige Abbildung dieses Klosters (s. Bild 1) aus dem Jahre 1566 geht aus dem sog. Corputiusplan hervor.
Am zweiten Standort des Klosters innerhalb der Stadt ist noch das Haupthaus (sog. Dreigiebelhaus) vorhanden.


Kurzgeschichte

Das Kloster Duissern wurde vom Duisburger Bürger Alexander Casselmann (bzw. de Cassels) gestiftet. Ursprünglich lag das Kloster außerhalb der Stadtmauern. Duissern wurde vermutlich 1240-41 in den Orden inkorporiert. Nach der Kamper Chronik kam der Gründungskonvent aus dem Kloster Saarn. In wenigen Jahren verzeichnete Duissern einen solchen Aufschwung, dass bereits 1240 eine Filiale in Kirchhellen (Ursprung des Klosters Sterkrade) gegründet und hierfür 12 Nonnen abgegeben werden konnten. Das Kloster war bis ca. 1400 durch Schenkungen und Landerwerb wirtschaftlich konsolidiert, zählte aber nicht zu den wohlhabenden Klöstern. 
Nachrichten über die innere Entwicklung des Klosters Duissern insbesondere im 15.Jahrhundert fehlen. Es erscheint aber angesichts des Zustands anderer Klöster im niederrheinischen Raum und der Bemühungen der geistlichen Orden nach dem Konzilen von Konstanz (1414-18) und Basel (1431 – 49), in den Klöstern wieder eine strenge Observanz zu erreichen, unwahrscheinlich, dass Duissern die Ordensregeln vorbildlich beachtete und einer Reform nicht bedurfte.
Obwohl auf Beschluss des Rates der Stadt Duisburg die Reformation ab 1555 in der Stadt Fuß fassen konnte und verschiedene Klostergemeinschaften aufgelöst wurden, blieb das Frauenkloster der Zisterzienser als katholische Institution erhalten. Der Reformversuch des Generalabtes von Citeaux, Nicolaus Boucherat, im Jahre 1574 verlief ohne erkennbaren Erfolg. Sein Bericht läßt vermuten, dass die Nonnen unter gelockerten Klausurvorschriften lebten. Boucherat bezeichnete Duissern als ein ärmliches Kloster, dessen Nonnen der Äbtissin nicht gehorchten.
Der Standort in Duissern wurde vermutlich wegen der Kriegsgefahr am Niederrhein infolge des Kampfes der Niederländer gegen die spanische Herrschaft 1582 aufgegeben und in die Stadt verlegt. Niederländische Truppen zerstörten im Truchsessischen Krieg 1587 die Klostergebäude in Duissern. Die Nonnen pachteten zunächst das verlassenne Minoritenkloster und erwarben 1608 das sog. Dreigiebelhaus als neuen dauerhaften Wohnsitz innerhalb der Stadt. Im 30-jährigen Krieg hatte das Kloster unter den wechselnden Truppen, die die Stadt besetzt hielten, zu leiden, da zeitweilig die Ausübung des katholische Gottesdienst behindert wurde bzw. sogar verboten war.
Das Kloster erreichte unter den wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen keine überregionale Bedeutung. Am Schluß stand es mit 3 Nonnen vor der Selbstauflösung und durch den Verlust der linksrheinischen Besitzungen infolge der französischen Besetzung praktisch vor dem wirtschaftlichen Ruin.


Nutzung

Das Dreigiebelhaus (Bild 2) wird heute von Kunst -Stipendiaten der Wilhelm-Lembruck-Stiftung genutzt, die hier wohnen und arbeiten.

 

Beachtenswertes

Besondere Einzelstücke der Kirchenausstattung wurden bei der Aufhebung des Klosters im Inventarbestand nicht verzeichnet.

Eine Monstranz gelangte 1806 an die kath. Kirche in Ruhrort. (Ob sie erhalten ist, konnte noch nicht geprüft werden.)

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

Äbtissinnen-Liste: s. Literatur bei „von Roden“

 

Kontakt - Infos

Stadtarchiv Duisburg

 

WEB-Links

1) Geschichte der Stadt Duisburg

2) Corputiusplan (Stadtplan von 1566 mit der Lage des Klosters am oberen Rand)

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016