St. Servatius

1223 - 1579 (1794)

Lage des Klosters

Das Kloster lag zunächst in Abstede südöstlich von Utrecht außerhalb der Stadt.
Der Fürstbischof von Utrecht, Otto von Lippe (1216 – 27), verlegte um 1227 das Kloster in die Stadt.


Erhaltenes Erbe

Vom Kloster ist nichts erhalten geblieben. Lediglich die Straßennamen Agnietenstraat, Servaasbolwerk, Magdalenastraat erinnern noch an die Lage des Klosters.

  

Kurzgeschichte
Die Abtei wurde kurz vor 1220 zunächst als Benediktinerinnenabtei von Johannes (Kanoniker des Kapitels der Utrechter Kirche St. Johannes der Täufer) in Abstede, einem östlichen Außenbezirk der Stadt Utrecht, gestiftet und nahm 1225 auf den Rat des Bischofs Otto II. von Lippe (1216 - 27) die Regeln der Zisterzienser an. Der Bischof ordnete außerdem die Verlegung des Klosters vom urprünglichen Standort in Abstede nach Utrecht an. Das Kloster wurde nach dem Tode des Bischofs Otto unter seinem Nachfolger Wilbrod (1228 – 33) nahe der Stadtmauer innerhalb der Stadt errichtet. Grundbesitz und sonstige Einkommen des Klosters wuchsen im Laufe der Zeit an, so dass der Lebensunterhalt der Nonnen, die vorwiegend adeliger Herkunft waren, gesichert war. Die Abtei hatte unter den Frauenklöstern der Stadt Utrecht eine einflußreiche Stellung inne und wurde insbesondere von den Familien der bischöflichen Ministerialen gefördert.

Der Konvent stand am Ende des 14.Jhs. unter dem Einfluss der von der „devotio moderna“ ausgehenden Reformideen. Mehrere Jahrzehnte später akzeptierten die privilegierten Nonnen aber nicht die vom päpstlichen Legaten Nikolaus von Cues angeordnete Verschärfung der Observanz (1451). Die Proteste führten offenbar dazu, dass ein Mittelweg zwischen einer gewissen Reformanpassung und der Duldung der Privilegien der Nonnen eingeschlagen wurde. Das Kloster lebte nahezu 100 Jahre zwischen 1451 und 1548 Kloster ohne Auffälligkeiten und größere wirtschaftliche Probleme, da es nach dem Urteil der Kamper Äbte den Äbtissinnnen in dieser Periode vorbildlich gelang, das Kloster schuldenfrei zu halten. Das Fürstbistum Utrecht kam seit dem 15. Jahrhundert unter die burgundische bzw. habsburgische Herrschaft. Das kaiserliche Nominatierecht zur Benennung der Äbtissin war dabei ein Mittel, der Ausbreitung des protestantischen Gedankengutes entgegenzuwirken. Als die Generalstaaten 1579-81 ihre Unabhängigkeit von Spanien erklärten und die protestantische Religion als offizielle Glaubensrichtung einführten bzw. katholische Gottesdienste verboten, wurde das Kloster St. Servatius in ein protestantisches Damenstift umgewandelt, das bis 1795 fortbestand. Das Klostervermögen kam unter die Verwaltung der Ritterschaft (zweiter Stand der Generalstaaten). Die präbendierten Stiftsdamen wohnten noch bis zur Mitte des 17.Jhs. in den Abteigebäuden. Die Klostergebäude wurden 1673 weitgehend für den Bau von Wohnungen und Gartenanlagen abgebrochen.


Beachtenswertes

Einzelstücke der Kirchen- oder Klosterausstattung sind nicht bekannt. Jedoch sind Federzeichnungen von der Klosteranlage und von Gebäuderesten (Torhaus, Kirchenfenster, Stadtgraben) erhalten geblieben. Sämtliche Zeichnungen sind im Internet zu finden: „Het Utrechts Archief, De Restanten van de voormalige St.-Servaasabdij te Utrecht“ Katalog-Nr. 37738 bis 37755.
Die älteste bekannte Zeichnung der „Abtei von St.Servatius“ stammt aus einem Stadtplan von „van Braun en Hogenberg" aus ca. 1570.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

Archivbestände der St.Servaas-Abtei im "Het Utrechts Archief"

 

Kontakt - Infos

Het Utrechts Archief in 3572 KW Utrecht (NL)

 

WEB-Links

  1. Geschichte der Stadt Utrecht  (niederländischer Text)
  2. Dom zu Utrecht (Wahrzeichen der Stadt)
  3. a) Ablassbriefes von 1251 (Oorkondenboek van Utrecht, deel III, nr. 1236)
    b) Detail aus dem Stadtplan von „van Braun en Hogenberg uit ca. 1570 met de St. Servaasabdij"  (niederländischer Text)
  4. Abbildung des Klosters von etwa 1570, Katalog-Nr. 37742 Het Utrechts Archief  (außerdem noch zahlreiche andere Abbildungen)
  5. Pas voor Pleisterplaatsen:
    Stadtplan von Utrecht mit Rundgang durch die historische Altstadt
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016