Mariendaal

1244 – 1579 (1795)

Lage des Klosters

Utrecht (NL), Utrechter Stadtviertel Zuilen nordwestlich von JH de Muinck Keiserlaan zwischen Vechtplantsoen und Queekhovenplatz am Westufer der Vecht.

 

Erhaltenes Erbe

Vom Kloster ist nichts erhalten geblieben. Nur ein großes Pachtgut „Den Daal“ auf dem ehemaligen Klosterareal erinnert noch an die Klosterzeit.

 

Kurzgeschichte

Das Zisterzienserinnenkloster Mariendaal (Den Daal) wurde von Theodor Kovelwade, einem Kanoniker der Bischofskirche St. Salvator zu Utrecht, im Jahre 1244 gegründet, der eine Hofstätte mit Ländereien in Zuilen im Nordwesten der Stadt Utrecht am Westufer der Vecht dem neuen Kloster zur Verfügung stellte. Die ersten Nonnen kamen aus dem Kloster St. Servaas in Utrecht. Mariendaal war insbesondere für Frauen adeliger Herkunft bestimmt und entwickelte sich so rasch, dass Konventualinnen für die Neugründungen der Zisterzienserinnenklöster Leeuwenhorst in Noordwijkerhout (1262-63) sowie Neu-Mariendaal bei Heusden (1340) abgegeben werden konnten.
Das Kloster erlitt Bedrängnisse und Schäden durch Kriege und Katastrophen. Klostergüter waren betroffen, als während der ersten Utrechter Stiftsfehde zwischen dem Fürstbischof Johann van Arkel und dem Grafen Willem von Holland die Stadt Utrecht längere Zeit belagert wurde (1345). Ein Brand in der Klosteranlage infolge eines Blitzeinschlages (1383) führte zu Gebäudeschäden. Das Kloster erlitt 100 Jahre später während der zweiten Utrechter Stiftsfehde (1481-83) erhebliche Einbußen, als es ausgeplündert wurde und Klostergüter gebrandschatzt wurden.
Über die die personelle und wirtschaftliche Situation des Kloster in seiner Frühzeit sowie die geltenden Statuten ist wenig bekannt. Das Kloster entwickelte sich aber vermutlich in gleicher Weise wie die übrigen adeligen Frauenklöster in und um Utrecht. Die Reformbestrebungen im 14. und 15.Jh. zur Erneuerung einer strengen Observanz, eine Folge des abendländischen Schismas und der Konzile von Konstanz (1414 -18) und Basel (1431–49), stießen bei vielen traditionellen Klöstern der Diözese Utrecht aus Sorge um den Verlust von Privilegien auf erhebliche Widerstände der Nonnen.
Mariëndaal unterlag ebenfalls der burgundisch habsburgischen Landesherrschaft, den auferlegten Steuerlasten sowie der Einschränkung der freien Äbtissinnenwahl durch das Nominatierecht der habsburgischen Herrscher. Das Kloster wurde 1579 aufgrund der politischen und konfessionellen Situation der Niederlande beim Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien in ein protestantisches Damenstift umgewandelt, das mit seinen Gütern unter die Verwaltung der Ritterschaft (zweiter Stand der Generalstaaten) gestellt wurde und als Ritterschaftskonvent bis 1795 bestehen blieb.

 

Beachtenswertes

Einzelstücke der Kirchen- oder Klosterausstattung sind nicht bekannt mit Ausnahme eines Teilstücks aus einer Bildergruppe, das bei Ausgrabungen 1956 gefunden wurde und heute im Zentralmuseum von Utrecht steht. Die Bildergruppe aus Baumberger Sandstein stellte die Grablegung Christi dar und stammt vermutlich aus der Zeit des Wiederaufbaus nach der Zerstörung der Stadt Utrecht 1483 durch habsburger Truppen unter Maximilian von Habsburg.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

Eine Auflistung der Äbtissinnen des Kloster Mariendaal zwischen 1350 und 1800 befindet sich im Bestand des „Het Utrechts Archief“. Außerdem sind in einer Urkunde des Archivs die Äbtissinen bis 1631 verzeichnet.

 

Kontakt - Infos

Het Utrechts Archief in 3572 KW Utrecht (NL)

 

WEB-Links

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016