Saarn

1214 - 1808 : Aula Sanctae Mariae

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Bild 1: Klosteranlage Saarn, Stadtbildstelle Mülheim an der Ruhr

Lage des Klosters

Mülheim Ruhr, Stadtteil Saarn

 

Erhaltenes Erbe

Abtei- und Wirtschaftsgebäude aus dem 18. Jh. sind weitgehend erhalten. Trotz mancher Eingriffe in die Bausubstanz hat das Kloster den Charakter eines Zisterzienserklosters bewahrt und zählt zu den Kulturdenkmälern der Region.

 

Kurzgeschichte

Die Gründung des Klosters wird auf 1214 datiert. Es liegen jedoch über die Stifter, die Gründungsmotive und den Ablauf der Gründung gesicherte Informationen nicht vor. Saarn war das erste Frauenkloster, das der Abtei Kamp unterstellt wurde. Das Kloster bildete anfangs mit dem Kloster Kaarst (später Eppinghoven bei Neuss) bis 1237 eine Wirtschaftseinheit unter einer gemeinsamen Äbtissin.
Das Kloster entging in seiner 600-jährigen Geschichte großen Katastrophen und wurde nicht zerstört. Es erlebte Notzeiten, wirtschaftliche Rückschläge und hatte Kriegsbedrohungen und Kriegslasten zu ertragen, insbesondere in der Zeit der kurkölnisch-klevischen Auseinandersetzungen in der Mitte des 15.Jahrhunderts, der spanisch-niederländischen Präsenz am Niederrhein zwischen ca. 1570 – 1610 oder des 30-jährigen Krieges.
Die innere Zustand des Klosters im ausgehenden Mittelalter entsprach weitgehend der Entwicklung der übrigen Zisterzienserinnenklöster, deren Lebensformen im Zeichen gesellschaftlicher Veränderungen standen und nicht immer dem zisterziensischen Idealbild entsprachen. Die Reformbemühungen seit dem 15. Jahrhundert nach dem abendländischen Schisma bzw. der Reformation waren daher auch im Saarner Kloster auf die Wiederherstellung der inneren Klosterordnung im Sinne der Konzile von Basel (1431-49) und Trient (1542 – 63) und auf eine strenge Observanz der ursprünglichen Ordensregel gerichtet. Mehrere Nonnen bekannten sich zur protestantischen Lehre, so dass das Kloster zwischen die Fronten eines katholischen Lagers (Abt und kurfürstliche Regierung) und eines protestantischen Lagers (Herrschaft Broich) geriet. Kloster Saarn blieb zwar als katholische Institution bestehen, nahm aber den Charakter eines adeligen Stifts an, da sich die mittelalterlichen Vorstellungen eines klösterlichen Lebens unter strengen Klausurbedingungen nicht mehr durchsetzen ließen. Das Kloster erlebte im frühen 18.Jh. nochmals eine Blütezeit und erhielt durch die ausgeführten Baumahmen seine bis heute erhaltene äußere Gestalt.


Nutzung

Nach der Restaurierung (1979-89) wurden in dem früheren Wirtschaftstrakt moderne altengerechte Wohnungen und in einem Teil der Abteigebäude eine Bürgerbegegnungsstätte mit Versammlungsräumen und Cafeteria eingerichtet. Die restlichen Abteigebäude im Besitz der kath. Pfarre St. Mariae Himmelfahrt werden für Priesterwohnungen, Pfarrbüros mit Sozialstation und Pfarrbücherei genutzt.


Beachtenswertes

Beachtenswert ist die noch insgesamt vorhandene Bausubstanz.

Bedeutende Einzelstücke der Kirchenausstattung blieben nach der Aufhebung erhalten:

  • Gabelkreuz aus dem 14.Jh.
  • Pieta aus dem 15. Jh.
  • mehrere Schnitzfiguren des barocken Altares aus dem 18. Jh.
  • barockes Chorgestühl, barocke Kirchenbänke 
  • verschiedene Grabplatten.

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

s. Literatur: Fischer und von Roden; außerdem Ergänzung durch A.Ostrowitztki (1993) 

 

Kontakt – Infos
  1) Kath. Kirchengemeinde Mülheim-Ruhr-Saarn
  2) Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn e.V.

    oder      www.museum-kloster-saarn.de

 

WEB-Links

  1) Geschichte des Klosters Saarn

  2) Bürgerbegegnungsstätte

  3) Musik-im-Kloster-Saarn

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016