Kloster Kamp

1123 - 1802 : Vetus Campus

Bild 1: Kloster Kamp mit Terrassengarten

Lage des Klosters

Kamp-Lintfort

 

Erhaltenes Erbe

Die Klosteranlage wurde im 16. Jahrhundert zerstört. Von den im 17. Jahrhundert errichteten Gebäuden sind barocke Kirche und Infirmarium (Krankenhaus) erhalten. Außerdem wurde der verfallene Terrassengarten wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.

Kurzgeschichte

Kloster Kamp wurde 1123 vom Kölner Erzbischofes Friedrich von Schwarzenburg (1100 - 31) als erstes Zisterzienserkloster auf deutschem Boden gegründet. In kürzester Zeit entwickelte sich Kamp zum geistigen Zentrum am Niederrhein, von dem zahlreiche Filiationen ausgingen, die im Rahmen der Christianisierung und Ostbesiedlung im Mittelalter herausragende Wirtschafts- und Kulturleistungen erbrachten. Das Kloster Kamp geriet mit der Ausbreitung der Reformation unter politischen und wirtschaftlichen Druck, bis es schließlich im Truchsessischen Krieg 1585 durch die Soldaten des Grafen von Moers auf der Seite des protestantischen Kölner Erzbischofs Truchsess von Waldburg zerstört wurde. Die Mönche lebten verstreut auf den klösterlichen Stadthöfen in Rheinberg, Neuss und Köln. Erst 1640 begann der Wiederaufbau des Klosters. Der Kirchenneubau (1683-1700) erfolgte im barocken Stil. Es entstand eine dreischiffige Hallenkirche mit Kreuzrippengewölben, deren Bau am mittelalterlichen Bauzuschnitt orientiert blieb. Kloster Kamp erlebte im 18. Jh. eine neue wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Blütezeit. Nach der Säkularisation wurden die Klostergebäude teilweise abgebrochen. Der barocke Terrassengarten wurde als Nutzgarten verwendet und geriet in Vergessenheit.

 

Nutzung

Die Abteikirche ist heute Pfarrkirche der katholischen Gemeinde Liebfrauen in Kamp-Lintfort.

 

Beachtenswertes

Sehenswert sind die noch zum Teil vorhandenen barocken Klosterbauten aus der Bauphase des 17. Jahrhunderts sowie der rekonstruierte und zugängliche barocke Terrassengarten.

Beachtenswerte Einzelstücke der Kirchenausstattung blieben nach der Aufhebung 1802 erhalten:

  • Ein kostbares Antependium (Altarvorhang) aus dem 14. Jahrhundert
  • Orgel von etwa 1700 (Die Orgelbühne mit einer zweigeschossigen geschwungene Brüstung gilt als die beste Rokokoarbeit der Kirche.)
  • Chorgestühl von 1700
  • Seitenaltäre mit Rokokoaufsätzen
  • Geschnitzte Kanzel
  • Marienkapelle (ein sechseckiger Kirchenanbau aus dem Jahr 1714, der früher als Sakristei genutzt wurde).

Kontakt - Infos

Kloster Kamp, Abteiplatz 13, 47475 Kamp-Lintfort

 

Ordensmuseum Kloster Kamp

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr,

Sonn- und Feiertage von 11 bis 18 Uhr.

Telefonische Auskunft unter 02842- 4062.

 

Weiterführende Links

1) Geschichte des Klosters Kamp (1)

2) Geschichte des Klosters Kamp (2)


Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016