Holthausen

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster Holthausen ist im Kamper Stammbaum unter St. I oder unter St. II nicht aufgeführt. Es unterstand nicht dem Kloster Kamp.

Eine formale Inkorporation des Klosters in den Zisterzienserinnenorden läßt sich nicht belegen (s. Literatur: M. Dicks S. 405; Westfälisches Klosterbuch).

Im 13. Jahrhundert war jedoch der Abt von Bredelar mehrfach mit der Wahrnehmung von Aufgaben betraut, die üblicherweise in der Kompetenz eines Vaterabtes lagen und bei denen er urkundlich auch als domine nostre abbatis monasterii Breydelarensis bezeichnet wurde.
Die Paternität wechselte jedoch um 1500, da das Kloster Holthausen den Abt von Marienfeld als Visitator bezeichnete (Quelle: Germania Sacra, § 25, Confessare in Frauenklöstern)
Die Visitationen des Abts des Klosters Bredelar, die Visitationen bzw. Reformen durch den Abt von Marienfeld ab etwa 1500 sowie die Herkunft der seit etwa 1490 bekannten Confessare aus Marienfeld zeigen deutlich, dass Holthausen ein Zisterzienserinnenkloster war und der Aufsicht der Klöster Bredelar bzw. Marienfeld unterstand.

Nach Pfister kamen die Visitatoren auch aus Hardehausen. Das trifft allerdings nur für die Klosterreform in Holthausen von 1598 zu, die vom Kamper Abt in seiner Funktion als Ordensvikar eingeleitet, aber von den Äbten aus Hardehausen und Marienfeld durchgeführt wurde.

 

 

 

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016