Holthausen

Zeit nach der Aufhebung

1803 - 10

Deutsche Territorialherren, die durch die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich Gebietsverluste erlitten, wurden durch die Säkularisierung der rechtsrheinischen geistlichen Stifte und Klöster bzw. durch Mediatisierung der kleineren Reichsstände entschädigt (Reichsdeputationshauptschluss 1803). Da auch Landesherren ohne Gebietsverluste das Recht eingeräumt wurde, Kirchen- bzw. Klostereigentum zur Entlastung der Staatsfinanzen einzuziehen, besetzte Preussen bereits 1802 vor dem Inkrafttreten des Gesetzes das Hochstift Paderborn. Die Frauenklöster blieben zunächst bestehen, jedoch wollte man sie durch Besteuerung und durch Verbot der Neuaufnahme von Novizinnen und Laienschwestern "aussterben" lassen. Den 4 Nonnenklöster Gehrden, Willibaldessen, Holthausen und Wormeln wurde eine jährliche Steuer (5 - 25% entsprechend den Vermögensverhältnissen) auferlegt. Von dem Gesamtbetrag von 2640 Tlr. (1807: 2685 Tlr.) entfielen auf Gehrden 1340, Willidabessen 990, Wormeln 260 und Holthausen 50 Taler. Diese Klöster wurden "zum Vorteil des Staates" 1810 aufgehoben. Holthausen hatte noch 12 Personen (Äbtissin Elisabeth Schelhase, Priorin Theodora Brüggen, 9 Konventualinnen und 1 Laienschwester), die Pensionen erhielten und das Kloster verlassen mußten. Das Inventar wurde an bedürftige Kirchen der Umgebung verteilt. Man drängte auf einen Verkauf des Klosterbesitzes, da die laufenden Einnahmen für den Unterhalt der Konventualinnen kaum ausreichten. Das schlechte Wirtschaftsergebnis lastete man der Äbtissin an; eine beantragte Erhöhung ihrer Pension von 800 auf 1200 Taler verweigerte man ihr wegen fehlender Einnahmen des Klosters (Quelle: Richter, ZfvG Bd. 65, S.26-27; 52-57 a.a.O.).

 

1810 

Holthausen wurde 1810 öffentlich zum Verkauf angeboten. Der Freiherr von Brenken-Erpenburg bekam den Zuschlag, nachdem er mehrmals sein Angebot erhöhte. Das Kircheninventar wurde auf bedürftige Kirchen der Umgebung verteilt. Die Klosteranlage wurde zu einen Gutshof umgebaut.


1851
Ab 1851 war das Gut repräsentativer Wohn- und Dienstsitz mehrerer Bürener Landräte. 


1915 – 19

Haus und Scheunen dienten im 1. Weltkrieg als Lager für Kriegsgefangene.

 

1919

Das Gut Holthausen wurde an den Rittergutspächter Carl Berkensträter verkauft.

 

1941-44

Da das Ehepaar Berkensträter kinderlos war, kam der Besitz wieder zur Familie von und zu Brenken zurück. Die Familie von Fürstenberg nahm 1944 ihren Wohnsitz in Holthausen und bewirtschaftete die Klosteranlage bis heute als Gutshof.

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Orgel in der Klosterkirche Holthausen Foto: Joachim Stade, Orgelbau Waltershausen GmbH
2005
In der ehemaligen Klosterkirche der Zisterzienserinnen von Holthausen blieb eine Brüstungsorgel auf der Nonnenempore erhalten. Die Orgel trägt zwar die Jahreszahl „1764“, jedoch wurden damals bereits ältere Bauteile verwendet und im Laufe der Zeit weitere Veränderungen vorgenommen.
Bei der Restaurierung der Orgel im Jahre 2005 wurde die mutmaßliche Disposition von 1764 wiederhergestellt.
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 16.02.2017