Holthausen

Gründungszeit

Der Klosterstandort Holthausen war im Mittelalter eine kleine dörfliche Ansiedlung nahe der Stadt Büren und wurde erstmals 1195 im Zusammenhang mit der Gründung der Stadt Büren erwähnt. In Holthausen lagen Besitzungen der Herren von Büren sowie der Herren von Holthausen. Ferner besaß die Paderborner Kirche hier einen Haupthof mit einer Kapelle (bzw. Eigenkirche), auf dem das Zisterzienserinnenkloster errichtet wurde und der 1269 an die nun dort lebenden Nonnen endgültig verkauft wurde (Quelle: Schaten S. 118 a.a.O.), obwohl das Kloster in mehreren Urkunden anfangs auch als "Kloster Büren oder in Büren gelegen" bezeichnet wurde.
Die Edelherren von Büren zählten zu den führenden Adelsgeschlechtern des Paderborner Landes. Sie traten als Vögte der Paderborner Kirche im Almegau im Verlauf des 11.-12. Jahrhunderts in die Geschichte ein. Die Stadt Büren und die umgebenden Dörfer waren Kern des Hoheitsgebietes der Edelherren zur Zeit der Stadtgründung, die der Sicherung ihres Besitzes diente. Für die Zustimmung des Fürstbischofs von Paderborn zur Stadtgründung (1195) übertrugen die Brüder Bertold und Detmar von Büren ihre Besitzungen in Büren der Paderborner Kirche und erhielten diese vom Bischof Bernhard II. als Lehen zurück; außerdem verlieh der Bischof ihnen u.a. verschiedene Rechte (Münz- und Zollrecht sowie den Zehnten aus Büren und aus den umliegenden Dörfern Holthausen, Barkhausen und Hedinghausen). Die Edelherren besaßen auch die Kirchenpatronate von Büren und Holthausen, auf die sie zugunsten des Klosters Holthausen verzichteten. Sie gründeten das Kloster zum eigenen Seelenheil in einer Zeit, als die Gründungswelle zisterziensischer Frauenklöster ihren Höhepunkt erreichte, und nutzten bis zum 16.Jh. das Kloster als Begräbnisstätte. Die Gründung des Klosters sowie der Eintritt junger Frauen in das Kloster hatten durchaus religiöse Motive. Dennoch hatte das Kloster auch den Charakter einer Versorgungsstätte für ledige Angehörige des niederen Adels und des Bürgertums in der Herrschaft Büren bzw. dem Hochstift Paderborn und bot den Nonnen die Möglichkeit, ein standesgemäßes und gesichertes Leben zu führen.
Die wichtigsten Förderer des Konvents in Holthausen waren in den ersten Jahrhunderten die Gründerfamilien, ihre Nachkommen und angeheirateten Mitglieder (z.B. aus dem Hause Rietberg), ihre Dienst- bzw. Lehensleute (darunter die Herren von Holthausen, die bis zur Mitte des 14.Jhs. eine enge Beziehung zum Kloster Holthausen bzw. zum Kloster Bredelar unterhielten oder einen Streit mit dem Kloster Benninghausen um Landbesitz 1309 vor dem westfälischen Landfriedensrichter beendeten - Quelle: Seibertz UB,II Nr. 526 - ) sowie auch wohlhabende Stadtbürger.
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 30.01.2017