Holthausen

1243 - 1810

Holthausen-Gut.jpg
Bild 1: Klostergut Holthausen

Lage des Klosters

Büren – Holthausen (bei Paderborn)

 

Erhaltenes Erbe

Die Klosteranlage ist im charakteristischen Stil eines Zisterzienserklosters (Kirche mit Gebäude-Geviert, Innenhof und Kreuzgang) erhalten geblieben.

 

Kurzgeschichte

Das aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammende Kloster Holthausen war von den Edelherren von Büren, den Vettern Bertold d.Ä. und Bertold d.Jü. von Büren, in unmittelbarer Nähe ihres Stammsitzes Büren als Familienkloster auf einem bischöflichen Haupthof in Holthausen gegründet worden und blieb über vier Jahrhunderte lang ihre Familien-Begräbnisstätte. Zu den Förderern des Klosters gehörten nicht nur die Edelherren von Büren, sondern auch ihre Dienstleute sowie Patrizierfamilien aus dem Hochstift Paderborn, ferner auch die Landesherren der angrenzenden Grafschaften Arnsberg und Rietberg. Das Kloster hatte wohl nur eine regionale Bedeutung und gehörte zu den kleineren Frauenklöstern in Westfalen mit höchstens 12 Chorschwestern, die aus dem niederen Adel bzw. wohlhabenden Bürgertum stammten. Konkrete Nachrichten über die Größe des Konvents, über die Bauentwicklung des Klosters sowie über das innere Leben oder äußere Bedrohungen und Krisenzeiten in den ersten Jahrhunderten fehlen weitgehend. Holthausen war nach dem Willen der Stifter ein Zisterzienserinnenkloster, das etwa bis zum Jahre 1500 dem Kloster Bredelar unterstand, danach dem Kloster Marienfeld. Eine förmliche Inkorporation in den Orden der Zisterzienser ist jedoch nicht überliefert.
Die Reformbemühungen seit dem 15. Jahrhundert nach dem abendländischen Schisma bzw. nach der Reformation waren darauf gerichtet, die innere Ordnung des Klosters im Sinne der Konzile von Basel (1431-49) und Trient (1542–63) zu festigen und eine strenge Observanz der ursprünglichen Ordensregel durchzusetzen.
Die Reformation fand unter dem Einfluß der protestantisch (calvinistisch) gewordenen Edelherren von Büren auch im Kloster zahlreiche Anhänger und Sympathisanten. Ein Teil der Nonnen trat nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555) zur neuen Lehre über, der andere Teil - darunter die Äbtissin Johanna von Stockhausen - stand vor dem Übertritt. Die vom Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg veranlaßte Reform im Jahre 1598 verhinderte jedoch die Umwandlung des Klosters in eine protestantische Einrichtung.
Die Klosteranlage wurde ab ca. 1700 im Barockstil neu errichtet, später noch mehrfach umgebaut. Bei der Aufhebung des Klosters (1810) bestand der Konvent noch aus 11 Nonnen.

Nutzung

Seit Anfang des 19. Jhs. befindet sich die Klosteranlage im Privatbesitz. Sie wird seitdem als Gutshof (Klostergut Holthausen) bewirtschaftet und als Kulturgut erhalten. Der Gebäudekomplex läßt sich vom Hoftor her betrachten. Die ehemalige Klosterkapelle mit erhaltener Nonnenempore kann nur nach langfristiger Voranmeldung besichtigt werden.

 

Beachtenswertes

Die noch erhaltenen Gebäude sind insgesamt sehenswert.

 

Beachtenswerte Einzelstücke der Kirchenausstattung

1. Barocke Ausstattung der Klosterkirche mit Hochaltar,

2. Nonnenempore und Chorgestühl für 14 Nonnen, Deckeninschriften,

    Holzfiguren,

3. Gemälde aus dem 17. Jh. im Kreuzgang bzw. auf der Nonnenempore,

4. Spätbarocke Figuren des Hl. Johannes Nepomuk und  Hl. Bernhard von Clairvaux

    gelangten nach der Klosteraufhebung zur Wallfahrtskirche in Verne.

5. Alte Ansichten des Klosters:

    Stich Kloster Holthausen (1666) von K. Fabritius, Theol. Fakultät

    Paderborn,  Farblitographie des Klosters (1860) im Kreisheimatmuseum

    in der Wevelsburg

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

s. Literatur: Westfl. Klosterbuch; Oberschelp

 

Kontakt – Infos

1) Klostergut Holthausen

2) Heimatverein Büren e.V., 33142 Büren

 

WEB-Links

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 10.02.2017