Graefenthal

Zeit nach der Aufhebung

1802

Die französische Regierung wies bestimmte Gebäudeteile (z.B. das Herrenhaus mit Wohnung des Hausgeistlichen, den Konventsflügel) der "Senatorie in Poitiers" zu (ein Verwaltungsbereich mit Einkünften aus Staatsgütern zur Bezahlung französischer Senatoren); später wurden diese Teile abgebrochen.
Der letzte Klostergeistliche und Rentmeister der Abtei, Franz Christoph Horstermann, übernahm die Verwaltung des verbliebenen Klostervermögens. Er kaufte frühere Besitzungen des Klosters zurück und sorgte für die Erhaltung des Klosterarchivs (heute im Collegium Augustinianum Gaesdonck).

1803
Die übrigen Gebäudeteile der Klosteranlage wurden in Aachen versteigert. Michael Franz Severin Sinstedten (Herkunft aus Rommerskirchen, im französischen Dienst stehend, Mitglied des Generalrates des Roer-Departements und Kreisdirektor des Bezirks Kleve) errichtete in den ersteigerten Klostergebäuden einen Landwirtschaftsbetrieb zum Anbau von Zuckerrüben sowie im Ostflügel der Klosteranlage ein Wohnhaus (Herrenhaus). Das Anwesen blieb bis 1961 in der Hand der Familie Sinsteden. Durch Umbauten und Abrissmaßnahmen wurde die historische Bausubstanz wesentlich verändert.

 

1808
Die Klosterkirche wurde abgebrochen und das Material für den Kirchenneubau in Pfalzdorf verwendet. Ein Teil der Innenausstattung der Klosterkirche (Barockaltar, Kanzel, Kredenztisch und Kommunionbank) sowie die Glocken wurden ebenfalls der Kirche in Pfalzdorf überlassen.

1933
Das Klostergelände wurde durch eine Ringmauer und einem Wassergraben geschützt; der Wassergraben fiel durch die 1933 erfolgte Begradigung der Niers trocken.

1961
Seit 1961 wechselten die Besitzer der Klosteranlage mehrmals. Die 1,3 km lange Ringmauer um das Kloster wurde zwischen 1989 bis 1991 saniert.
Durch die in unmittelbarer Nähe des Klosters erfolgte Auskiesung des Geländes und die dadurch entstandenen Baggerseen veränderte sich das Landschaftsbild völlig.
Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.08.2016