Fürstenberg

Gründungszeit

Auf dem Fürstenberg in Xanten bestand seit dem Jahre 1116 das benediktinische Doppelkloster St. Marien, das dem Kloster Siegburg gehörte. Den Grafen von Kleve wurden 1119 die Vogteirechte über das Kloster Fürstenberg übertragen. Die Mönche verließen zu einem unbekannten Zeitpunkt das Kloster, so dass unter dem Abt Gottfried von Siegburg, mit Zustimmung des Kölner Erzbischofs Konrad I. von Hochstaden und unter Mitwirkung des Klever Grafen Dietrich VI. (1208-60) im Jahre 1259 das Kloster Fürstenberg gegen den Willen der hier noch lebenden Benediktinerinnen den Zisterzienserinnen des Klosters Marienhorst (Ter Hunnepe) bei Deventer verkauft wurde. Die zuvor geführten Übergabeverhandlungen mit dem Stiftsdechanten von St.Andras Köln (Quelle: Binterim und Mooren III Nr. 138) waren am Widerstand der Benediktinerinnen gescheitert.


Die Zisterzienserinnen hatten 1253 Unterkunft im Kloster Fürstenberg gefunden, nachdem ihr eigenes Kloster bei Deventer abgebrannt war. Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden bestätigte den Verkauf am 7.8.1259 mit der Maßgabe, dass die Zisterzienserinnen für den Unterhalt der auf dem Fürstenberg verbleibenden Benediktinerinnen aufkommen mußten, die selbst keine neuen Ordensmitglieder mehr aufnehmen durften.

Warum die Abtei Siegburg das Kloster Fürstenberg aufgab, lässt sich nicht mehr ergründen. Auf Veranlassung des Kölner Erzbischofs wurde für das Zusammenleben der beiden Frauengemeinschaften eine Sonderregelung vereinbart, durch die die „schwarzen“ Nonnen z.B. eine eigene Kapelle für den Gottesdienst und einen eigenen Weltgeistlichen erhielten; letzterer wurde je zur Hälfte von der Abtei Siegburg und den Zisterzienserinnen bezahlt. Dieser Zustand blieb bis 1284 erhalten.

Nach dem Wiederaufbau des Kloster Ter Hunnepe bei Deventer kehrte nur ein Teil der Nonnen dorthin zurück. 1263 wurden der Konvent sowie der Besitz der Zisterzienserinnen auf die Klöster Marienhorst (Ter Hunnepe) und Fürstenberg aufgeteilt. Beide Klöster standen anfangs noch unter der Leitung einer gemeinsamen Äbtissin.




 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016