Eppinghoven

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Das Kloster führt im Kamper Stammbaum

unter St.  I die Bezeichnung: Aula sancte Marie in Eppychouen 1214

unter St. II die Bezeichnung: Aula S.Mariae in Eppinckhoven ad Erfdam 1214

 

Dem Abt des Klosters Kamp oblag die geistliche Betreuung.

Nach dem Konzil von Trient (1542–63) setzte die Gegenreformation ein. Flächendeckende Visitationen galten als geeignetes Mittel, die Durchführung der Konzilsbeschlüsse zu überwachen (z.B. Visitationskampagne im Erzstift Köln unter dem Erzbischof Salentin von Isenburg (1569) bzw. Visitationsreise des Generalabtes von Citeaux, Nicolaus Boucherat (1574). Eppinghoven wurde am 23.7.1569 durch eine erzbischöfliche Untersuchungskommission visitiert. Es wurden modische Kleidung, unpassender Schmuck sowie die Abwesenheit von 3 der insgesamt 9 Nonnen beanstandet. Insgesamt galt der Zustand des Konvents unter Beachtung der Zeitverhältnisse " als soeben erträglich" .
Der Generalabt visitierte zwischen Juni – September 1574 ca. 50 Klöster in den Diözesen Köln und Lüttich. Er besuchte am 27.6.1574 das Kloster Eppinghoven, in dem 11 Nonnen einschl. Äbtissin lebten. Die Verhältnisse hatten sich gebessert, denn der Abt bezeichnete in seinem Bericht die 11 Klosterinsassen als sehr religiös (Quelle: Postina S. 260 a.a.O.).

 

 

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016