Eppinghoven

Zeit nach der Aufhebung

1802

Die linksrheinischen Klöster wurden durch Konsularbeschluß der französischen Verwaltung des Rheindepartement aufgehoben.
Bei der Aufhebung hatte der Konvent insgesamt 7 Konventualinnen, aber 29 Personen Dienstpersonal. Der Gutsbesitzer Kamper erwarb den Klosterkomplex mit 1800 Morgen Grundbesitz vom französischen Staat und ließ sofort die Klosterkirche abbrechen; die Gebäude wurden für Wohnzwecke und für die Nutzung als Landwirtschaftsgut umgebaut. Aus den Grabplatten der Äbtissinnen ließ man Mühlsteine herstellen und pflasterte später damit den Mühlenhof.

 

1851

Der belgische König Leopold I. kaufte den Besitz und schenkte ihn 1851 seiner Mätresse Arcadie Meyer, die er später als „Baronin von Eppinghoven“ in den Adelsstand erhob.

 

1905

Der Inhaber der Gerresheimer Glashütte (Fa. Heye) in Düsseldorf erwarb das Klosterareal von den Erben der Fr. Meyer und betrieb ein Landwirtschaftsgut. Heye sorgte dafür, dass der Mühlstein aus der oberen Hälfte der Grabplatte der Äbtissin Elisabeth von Landsberg (1678–1709) erhalten blieb.

Der Stein trägt die Inschrift:

Tüchtigkeit ist nicht nur dem Mann vorbehalten,

sie war auch Dir eigen.
Deine Mannhaftigkeit mahnt uns
und Dein Geist überdauert Deinen Tod.
Du hast das Beste versucht.

2001
Das „Haus Eppinghoven“ wurde am 27.09.2001 in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen.

 

2003
Nach einem Besitzerwechsel erfolgte eine Sanierung der Klosteranlage. Eine Bauuntersuchung des Südflügels in den Jahren 2003-04 zeigte, dass die Klosterkirche nach der Aufhebung des Klosters doch nicht völlig abgebrochen wurde.
Nach Freilegung der Außenwänden des Südflügels und Entfernung einer Zwischendecke bzw. der Innenwände des Südflügels wurde ein Seitenschiff der einst zweischiffigen Kirche wiederentdeckt.

Der Baukörper stammt aus der spätromanischen Bauphase des Klosters

(Quellen: 1.Bernhard Bramlage Architekten; 2. Zeitschrift "Bauhandwerk", Ausgabe 04/2009 S.18-26 mit zahlreichen Bildern).







Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016