Eppinghoven

(vorher Kaarst) 1214 – 1800 : Aula Sanctae Mariae

Bild 1: Abteigebäude 1695, Frontgliederung durch schmale Wandpfeiler, Familienwappen der Äbtissin Elisabeth v.Landsberg, mit frdl. Genehmigung des Eigentümers

Lage des Klosters

Neuss - Eppinghoven

 

Erhaltenes Erbe

Das Hauptgebäude der Abtei und umgebaute Wirtschaftsgebäude mit einem barocken Torhaus in der Klosterumfassung sowie die frühere Wassermühle an der Erft sind erhalten.

 

Kurzgeschichte

Die Gründung des Klosters Eppinghoven ging auf die Initiative des Klosters Saarn zurück, das den Siedlungsverband Eppinghoven 1231 durch ein Tauschgeschäft vom Kanonissenstift Gerresheim erwarb. Die Geschichte des Klosters Eppinghoven begann bereits 1214 mit einer Nonnengemeinschaft in Kaarst, die 20 Jahre später nach Eppinghoven verlegt wurde. Der Kaarster Konvent bildete ursprünglich mit Saarn eine Wirtschaftseinheit.
Die innere Zustand des Klosters Eppinghoven im ausgehenden Mittelalter entsprach weitgehend der Entwicklung der übrigen Frauenklöstern der Kamper Klosterfamilie, deren Lebensformen im Zeichen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen sowie äußerer Bedrängnisse im Laufe der Zeit von dem zisterziensischen Idealbild abwichen. Die Reformbemühungen seit dem 15. Jahrhundert nach dem abendländischen Schisma bzw. der Reformation waren daher auch im Eppinghovener Kloster auf die Wiederherstellung der inneren Klosterordnung im Sinne der Konzile von Basel (1431-49) und Trient (1542 – 63) und auf eine strenge Observanz der Ordensregel gerichtet.
Das Kloster hatte vor allem große Mühe, die immer wieder durch Kriege zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert verursachten wirtschaftlichen Rückschläge zu verkraften.
Erst mit Beginn des 18. Jahrhunderts erlebte Eppinghoven nochmals eine Blütezeit.

Nutzung

Die früheren Wirtschaftsgebäude des Klosters werden landwirtschaftlich genutzt.
Das Hauptgebäude steht im Privatbesitz. Das gesamte Anwesen ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Beachtenswertes

Die vorhandene Bausubstanz wurde 2001 als Denkmal  „Haus Eppinghoven" in die Denkmalliste der Stadt Neuss aufgenommen.
Einzelstücke der Kirchenausstattung (Altar, Kanzel, Kommunionbank, ein sog. Marienthron und vermutlich auch die Orgel) kamen 1805 nach Lüttelforst (Gemeinde Schwalmtal, Kreis Viersen) und gehören noch zu der heutigen sakralen Ausgestaltung der 1802 erbauten Pfarrkirche St.Jacobus (Quelle: Pfarrarchiv Waldniel, Bestand Lüttelforst, Nachweisung der zum Kirchenbau verwendeten Gelder).
Beachtenswert sind die Altartafeln des Klosters im Besitz des Clemens-Sels-Museum in Neuss.

 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen

(noch nicht bearbeitet)


Kontakt - Infos

1) Stadt Neuss, Stadtarchiv;

2) Heimatverein Neuss-Holzheim e.V. :

 

Weiterführende Links

Bei der Restaurierung des Südflügels der Klosteranlage durch den heutigen Eigentümer wurde ein Seitenschiff der einst zweischiffigen Kirche wiederentdeckt

(Quelle: Zeitschrift "Bauhandwerk", Ausgabe 04/2009 S.18-26 mit zahlreichen Bildern).




 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016