Dalheim

Gründungszeit

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Gemälde in Privatbesitz, etwa 1900, unbekannter Maler Foto etwa 1930 Foto 2007

Die Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Dalheim begann mit der Gründung des Klosters Ophoven, einer Filiale der Abtei Herkenrode bei Hasselt (Belgien). Letztere wurde 1179 von Gerhard I. van Loon (verh. mit Adelheid von Geldern, Tochter von Graf Heinrich I. von Wassenberg) gestiftet und war 1217 das erste Zisterzienserinnenkloster der Niederlande.
Die Herren von Born (bei Sittard) besaßen in Ophoven das Allodialgut Schaphausen, das aus einem Höfeverbund mit einer Eigenkirche in der Nähe der Rur bestand und frei von Lehenspflichten war. Sie waren Vasallen der Grafen von Wassenberg (wie die Herren von Millen, ebenfalls bei Sittard, die in einer Wassenberger Urkunde von 1218 als Vasallen des Grafen Gerhard von Wassenberg bezeichnet wurden).
Möglicherweise ging die Klostergründung in Ophoven durch Otto von Born aber auf die Initiative der Herrschaft Wassenberg zurück, der das meiste Land in bzw. um Ophoven gehörte. Die Klostergründung diente der Familie des Stifters als Grablege und war vermutlich auch ein Mittel, die adelige Herrschaftsbildung und –ausübung aufzuwerten.

Die anhaltende Überbelegung des Konvents in der Frühzeit zeigte, dass ein Bedarf für die Klostergründung bestand. Der Standort in Ophoven wurde aufgegeben und sukzessive nach Dalheim verlegt. Die Gründe sind heute nicht mehr bekannt, könnten aber in der Überbelegung des Konvents in den ersten Jahrzehnten des Bestehens liegen. Der neue Standort lag in einem alten Siedlungsgebiet und bot offenbar dem Kloster mit einer vorhandenen Mühle und ausreichendem Ackerland bessere Lebens- und Versorgungsbedingungen. Möglicherweise fiel dem Kloster auch die Aufgabe zu, zur Erschließung des waldreichen Umlandes beizutragen.
Dalheim gehörte zusammen mit Arsbeck der Herrschaft Helpenstein, die im kurkölnischen Amt Hülchrath bei Neuss etwa 250 Jahre lang ihren Stammsitz bis zum Einzug des Lehens durch den Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden hatte. Herrschaftsgrundlage der Helpensteiner im Erftgebiet waren Vogteirechte und Besitzungen von der Abtei Werden.  Zwei Dalheimer Äbtissinnen in der 1.Hälfte des 14.Jahrhunderts stammten aus dem Hause Helpenstein (Adeleydis I. an 2.Stelle und Aleydis II. an 4.Stelle in der Reihenfolge der Äbtissinnen).


Es besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen dem Kloster Ophoven und einem Kloster in Oberwesseling (später Zisterzienserinnenkloster Seyne bzw. Sion in Köln), da der Kölner Kanoniker Ludwig von Lülsdorf (heute Niederkassel) einem Kloster Ophoven 1238 einen Hof, Grundstücke, Mühle und Waldung in Oberwesseling schenkte (Quelle: Lacomblet II Nr. 236 a.a.O.), die er offensichtlich als Lehen von der Abtei Siegburg besaß. Nach einer weiteren Urkunde überließ der Abt 1244 aber dem Kloster Oberwesseling die dortige Kapelle und die Grundstücke, die Ludolf von Lülsdorf zu Lehen hatte (Quelle: Lacomblet II Nr. 288 a.a.O.).
Es läßt sich heute nicht mehr klären, ob eine Umsiedlung eines Teils der Nonnen aus dem überbelegten Konvent zu Ophoven um 1240 nach Oberwesseling geplant war bzw. durchgeführt wurde (Quelle: Hüsgen, Der Konvent von Seyne in: Zisterzienserinnen in Köln, S.189 f a.a.O.).


Die Äbtissin von Ophoven wurde 1248 von der Verpflichtung befreit, Konventualinnen aufgrund einer päpstlichen Provision aufzunehmen. Damit hatte sie das Recht, Aufnahmeanträge abzulehnen. Langfristig blieb dadurch das Kloster auch eine Versorgungsstätte für die ledigen weiblichen Angehörigen der im Umkreis des Klosters zwischen Maas und Rhein lebenden adeligen Familien.











Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016