Dalheim

1197 - 1802 : Conventus vallis Coeli (Himmelstal)

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Bild 1: Kirche in Ophoven

Lage des Klosters

1197 in Ophoven (westlich von Wassenberg) entstanden,

1234 verlegt nach Dalheim-Rödgen (westlich von Wegberg)


Erhaltenes Erbe

Von den ehemaligen Klostergebäuden sind nur noch Teile der Wirtschaftsgebäude vorhanden. 
 

Kurzgeschichte

Otto von Born, ein Vasall der Herren von Wassenberg, gründete 1197 das Zisterzienserinnenkloster Ophoven und schenkte sein Allodialgut Schaphausen in Ophoven dem Kloster als Wirtschaftsbasis. Der Konvent kaufte nach ca. 30 Jahren von der Herrschaft Helpenstein neues Siedlungsgelände sowie eine zugehörige Mühle in Dalheim und verlegte zwischen 1232–58 den Klosterstandort von Ophoven nach Dalheim.
Die Klostergründung dürfte nicht allein auf die ausgeprägte religiöse Frauenfrömmigkeit im Mittelalter zurückgehen, sondern sie diente auch den ledigen Töchtern der im Raum zwischen Maas und Rhein ansässigen Adelsfamilien als familiäre Versorgungsstätte.
Der Konvent erreichte durch Grundbesitz und durch die Einkünfte aus Schenkungen, Memorienstiftungen, Schuldennachlässen oder aus Vermögenswerten, die die Frauen beim Eintritt mitbrachten und später dem Kloster anheimfielen, einen gewissen Wohlstand. Privatbesitz oder Nießbrauch aus Erbgütern war den Nonnen durchaus erlaubt, so dass das Kloster schon früh besondere Privilegien besaß und sich ein Wandel zu einem stiftsähnlichen Klosterleben bereits im 15. Jahrhundert abzeichnete. Regelungen über die jeder Nonne zustehenden Leistungen aus dem Vermögen des Klosters, wie sie im Jahre 1537 getroffen wurden, waren weitere Anzeichen solcher Veränderungen.
Kloster Dalheim stand anfangs unter der Aufsicht des Klosters Val Dieu und wurde erst 1602 dem Klosters Kamp unterstellt.
Der Konvent erlebte nach einer Blütezeit bis zur Mitte des 16.Jahrhunderts vielfältige Not und Bedrängnisse durch Brände in der Klosteranlage sowie durch Kriege, Plünderungen und Flucht insbesondere in den Zeiten des Geldrischen Erbfolgekrieges (1539–43), der spanischen Besetzung des Dalheimer Landes im ausgehenden 16. Jahrhundert und des 30-jährigen Krieges. Das Kloster wurde nach der Annektion des linken Rheinlandes durch französische Revolutionsheere 1802 aufgelöst.

Nutzung

Die vorhandenen Wirtschaftsgebäude sind noch zum Teil bewohnt.

 

Beachtenswertes

Die ehemalige Klosterkirche in Ophoven aus der Gründerzeit, heute Pfarrkirche und Wallfahrtskirche in Ophoven. Sehenswert ist hier außerdem der Antwerpener Schnitzretabel von etwa 1520, der als Geschenk des Kloster Dalheim etwa 1700 nach Ophoven kam.

Sehenswerte Einzelstücke der Klosterkirche: 

  1. Kalksteinrelief der gekrönten Gottesmutter mit Kind und mit der Stifterin Äbtissin Irmgard von Nievenheim (1496-1537), Rhein. Landesmuseum Bonn, Inv.Nr. 22291, 
  2. Statue des hl. Bernhard (vermutlich aus dem Altarbild des Bernhard-Altar; die Statue gelangte 1802 zur Münsterkirche nach Roermond), 
  3. Dalheimer Kreuz in Roermond (Christopher-Kathedrale),
  4. Kanzel von 1695 (Die Kanzel stand in der Pfarrkirche von Arsbeck und befindet sich heute im Depot des Bistums Aachen im Kloster Wenau.)
  5. Bild der Äbtissin Elisabeth von Bocholtz (1693) in der Pfarrkirche St.Rochus in Dalheim-Rödgen. 

Verzeichnis der Konventualinnen, Äbtissinnen
s. Literatur: Geuskens: Die Äbtissinnen des Klosters Dalheim, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg, 2004,  oder Fr. Mayer: Zur Geschichte des Klosters Dalheim, S.107 a.a.O.

Kontakt – Infos
1) Kreisarchiv des Kr. Heinsberg, Heinsberg
2) Kath. Kirchengemeinde Ophoven in Wassenberg-Ophoven
3) Heimatverein Wassenberg e.V.

 

WEB-Links

Abtei Herkenrode (niederländischer Text)

Redakteur: H. Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016