Burbach

Zeit nach der Aufhebung

1802

Das Kloster wurde durch das Dekret Napoleons vom 09.06.1802 aufgehoben. Die Bestandaufname der Ausstattungs- und Gebrauchsgegenstände des Klosters mit liturgischen Geräten, Haushaltsgeräte, Viehbestand, Turmuhr mit Glockenspiel , Leuchtern, Bildern, hölzerne Figuren u. dgl. ist im Aktenbestand unter Roer. Dep. verzeichnet.

 

1803

Das Klostermobiliar wurde versteigert. Viele Schnitzfiguren kamen damals in die Familie des Bürgermeisters Scholl. Einzelne sakrale Kunstwerke aus dem Kloster befinden sich heute in den Kirchen St. Katharina (Alt-Hürth), St. Dionysius (Hürth-Gleuel) und St. Wendelinus (Hürth-Berrenrath) sowie im Schnüttgen-Museum (Köln).

 

1805

Das Kloster wurde an den Anwalt Joseph Müller aus Düren verkauft, der jedoch wegen Zahlungsunfähigkeit vom Kauf zurücktrat.

 

1809

Die Liegenschaften waren bis 1809 an den Bürgermeister Scholl, nach 1809 an Johann Peter Müller aus Brühl verpachtet. Eine Verkaufsexpertise vermittelt einen Überblick über die Raumnutzung der früheren Klostergebäude (Quelle: Hürther Heimat, S.29 a.a.O.).

Nach 1809 wurden die Klosterkirche und die eigentlichen Klostergebäude von den neuen Eigentümern abgebrochen.

 

1812

Bis 1812 waren die meisten Güter von der Staatl. Domänenverwaltung verkauft.

 

1849-50

Berrenrath wurde 1849 durch Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelms IV.  zur eigenständigen Pfarrgemeinde, die Wendelinus-Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. Die Bestätigung durch den Kölner Erzbischof folgte 1850.


1852
Ein Bildstock – errichtet von der Familie Füngeling, langjährige Pächterfamilie der Klostermühle - erinnert an den Standort der ehemalige Klosterkirche.


1950-60
Durch den vorausgegangenen jahrzehntelangen Braunkohlenabbau und die anschließende Rekultivierung wurde die Landschaft im Bereich der Ville verändert. Insbesondere entstanden in den Restlöchern der Abbaugebiete zahlreiche neue Seen. Der ursprüngliche Lage des Klosters blieb erhalten, während der Ort Berrenrath umgesiedelt wurde und heute rd. 600 m vom ursprünglichen Siedlungsort entfernt liegt.
Das Klosterareal kam 1977 in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde durch den Zweckverband Kottenforst-Ville verwaltet.

1989 – 90
Bei der Restaurierung des Gebäudes 1989/90 konnte über dem Eingang ein Klosterwappen mit Lilie und zwei Sternen (Mariensymbol), darüber zwei Adlerschwingen (Sinnbild für den auferstandenen Christus) und einem Äbtissinnenstab rekonstruiert werden.

1999
Das äußere Erscheinungsbild der Klosteranlage ist nicht bekannt. Der einzige Plan des Geometers Gallibertus mit genauer Lage des Klosters stammt aus dem Jahr 1796.
Die Lage der Fundamente des Kreuzganges bzw. der um den Kreuzgang gruppierten Gebäuden wurden 1999 durch geophysikalische Messungen ermittelt. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung einer Beschreibung der Klosteranlage zu einer überlieferten Verkaufsexpertise aus dem Jahre 1809 wurde ein Modell der Klosteranlage entwickelt (Quelle: Hürther Heimat, Zeitschrift für Geschichte, Kultur und Heimatkunde, Bd. 81, 2002, S.27).
Die Außenmaße der Klosteranlage rund um den Kreuzgang hatten die Maße von 45 m x 40 m, der Innenhof 25 m x 21 m; dieser Bereich ist heute durch eine Bepflanzung mit Buchenhecke und Bäumen markiert.

2007
Die Stadt Hürth kaufte das denkmalgeschützte Gebäude mit dem zugehörigen Grundstück. Das Anwesen wird vom Schwimmclub Hürth und dem Behindertensportverein Hürth genutzt.


 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016