Burbach

Gründungszeit

Bild 5: Kennzeichnung des früheren Kreuzgangs durch eine Hecke

Das Kloster lag zwischen den Ansiedlungen Berrenrath (alt) und Burbach in der heutigen Großgemeinde Hürth (Rhein-Erft-Kreis). Diese Ortschaften sind jedoch wesentlich älter als das 1241 erstmals in einer Schenkungsurkunde genannte Dorf Burbach.
Ein Motiv für die Errichtung des neuen Klosters war die Fürsorge der Stifterin Guderardis Gir für “das eigene Seelenheil und das ihres verstorbenen Mannes”; vermutlich fühlte sie sich aber durch ihre Zugehörigkeit zur Kölner Patrizierschicht den geistlichen Institutionen in der Stadt verpflichtet. Sie half nicht nur dem Kloster Mariengarten aus seinen finanziellen Schwierigkeiten, sonder unterstützte auch verschiedene Beginenhäuser. Der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark zeigte sich bei seiner Zustimmung zur Klostergründung (Urkunde vom 5.9.1233) skeptisch, weil “es besser gewesen wäre, wenn alle Nonnen die Stadt verlassen und nicht einige im Lärm der Stadt zurückbleiben würden”. Es kam aber nur zu einer Teilung des Kölner Konvents Mariengarten (Quelle: Hüsgen, Zisterzienserinnen in Köln, S. 106 a.a.O. sowie: Das Zisterzienserinnenkloster Kloster Burbach, S. 151 a.a.O.).
Dem Kloster fiel anfangs wohl die Aufgabe zu, zur Erschließung der waldreichen Ville sowie zur Regulierung des Bornbaches für den Betrieb mehrerer Mühlen einen Beitrag zu leisten. Im Jahr 1236 erlaubte der Graf von Jülich dem Konvent, den durch die Klosterimmunität fließenden Bornbach nach eigenem Ermessen auch durch sein Landesgebiet zu führen (..wohin der Konvent es für gut befinde). Der Bach war von alters her auch in das System der Wasserversorgung der Stadt Köln eingebunden.
Einzelheiten über die Fertigstellung der Klosterbauten, über den Umzug der Nonnen von Köln nach Burbach oder über die Abwicklung der Güteraufteilung sind nicht bekannt; letztere sollte von einem Gremium von 4 Klerikern überwacht werden.
Eine geschlossene Übersiedlung von 31 (?) Nonnen erscheint unwahrscheinlich, da der Ausbau der Klosteranlage und die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen in den folgenden 25 Jahren schrittweise erfolgte. Das Kloster erwarb 1236 den Berrenrather Fronhof aus dem Besitz des St.Ursula-Stifts in Köln. Guderardis Gir schenkte 1241 zusätzliche Ländereien in Berrenrath, Burbach, Brühl und Köln. Da die Klosterpaternität des Abtes von Heisterbach für 1241 belegt ist, dürften die wichtigsten Gebäudeteile wie Klausurbereich und eine Kirche vorhanden gewesen sein. Ein gewisser Arnoldus übertrug 1251 dem Kloster seine in Burbach gelegene väterliche Erbschaft. Für zwei Lampen des ewigen Lichts in der Kirche stiftete eine Kölner Bürgerin 1252 eine Rente. Eine auf dem Gelände der Klosterimmunität bestehende Getreidemühle gehörte zur Hälfte den Kölner Augustiner-Kanonikern von St. Mechtern, die ihren Anteil 1258 dem neuen Kloster abtraten. Erst jetzt erscheint die wirtschaftliche Existenz gesichert.
Burbach war vom Ende des 13.Jahrhunderts bis zur Aufhebung der größte Grundherr und auch Gerichtsherr in der Ortschaft Berrenrath. Das Kloster besaß regionalen Grundbesitz im Umkreis bis zu 15 km im Bereich der Ville zwischen den Städten Pulheim und Bonn sowie Weinberge in Königswinter und umfangreichen Hausbesitz in der Stadt Köln.
Auffalend ist, dass das Kölner Patriziergeschlecht Gir über längere Zeit enge Beziehungen zum Kloster Burbach und nicht zu Mariengarten unterhielt. Der Burbacher Nekrolog verzeichnet Totengedenken für zahlreiche Mitglieder der Familie Gir, einige waren Nonnen und Äbtissinnen bis ins 15. Jh. hinein.


 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016