Bersenbrück

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Über die Unterstellung des Klosters Bersenbrück unter die Aufsicht des Klosters Kamp fehlen Nachrichten. Die Paternität erscheint aber gesichert, da der Kamper Abt z.B. 1277 einen Landverkauf beurkundete und als Visitator ("abbatis de Campis visitatoris") des Frauenklosters bezeichnet wurde.
 
Das Kloster Bersenbrück ist im Kamper Stammbaum nur unter St. I "Bersenbrugghe in westphalia" ohne Jahreszahl aufgeführt. Ein Wechsel der Paternität trat unter dem Abt Arnold von Marienfeld (1443-78) vermutlich in den 70-Jahren des 15. Jahrhunderts ein, als auf Veranlassung des Abtes von Altenberg und mit Unterstützung des Grafen von der Mark das Kloster Bersenbrück der Abtei Marienfeld unterstellt wurde, da der Kamper Abt wegen der Entfernung zwischen Kamp und Marienfeld auf das Amt verzichtete. Marienfelder Confessare in Bersenbrück sind seit 1475 bis zur Klosteraufhebung durchgehend nachweisbar (Quelle: Germania Sacra a.a.O., § 25, S.178).

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016