Bersenbrück

Zeit nach der Aufhebung

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Altar der Pfarrkirche

1786

Das Generalvikariat und das Osnabrücker Domkapitel betrieben die Aufhebung des Klosters. Im Oktober 1786 wurde mit Genehmigung des Erzbischofs von Köln (Kurfürst Maximilian Franz von Oesterreich 1784 - 1801, ein Bruder des Habsburger Kaisers Joseph II. und gleichzeitig Bischof von Osnabrück) eine Visitationskommission eingesetzt, die sich unter Androhung von Gewalt und gegen den Protest der Äbtissin Dorothea von Bothmer Zugang zum Kloster und zur Klosterbuchhaltung verschaffte. Die Visitation am 9.10.1786 hatte nur das Ziel, den Schuldenstand des Klosters zu erfassen.

 

1787 – 89

Die Aufhebung des Klosters wurde am 22.2.1787 aufgrund eines Ausführungsdekrets des Kölner Metropolitanbischofs und Kurfürsten vollzogen. Die Zustimmung des Kaisers Josef II. bzw. des Papstes Pius VI. stützte sich auf die Begründung des Kölner Erzbischofs, die Einkünfte des Klosters für einen Fonds zur finanziellen Verbesserung der nicht fundierten katholischen Pfarreien und Schulen zu verwenden. Etwaige Überschüsse sollten Witwen und Töchter angesehener Familien zugute kommen.

Eine Administrations-Kommission übernahm die Vermögensverwaltung.

Alle Versuche der Äbtissin und des Abtes von Marienfeld, die Auflösung zu verhindern, scheiterten. Das Appellationsgesuch der Äbtissin beim Reichskammergericht in Wetzlar gegen den Aufhebungsbeschluss wurde abgewiesen.

 

1791

Es wurde ein weltliches Damenstift mit einer festgelegten Präbendenzahl gegründet „zugunsten der Witwen und Töchter landesherrlicher und städtischer Bediensteter aus der Klasse der Gelehrten katholischer Religion und bürgerlichen Standes“.
Die Verteilung des Klostervermögens an diese Zielgruppe stand im Vordergrund. Die Zuschüsse zur Finanzierung katholische Schulen reichten nicht, die schlechte Lage dieser Schulen und deren Lehrer nachhaltig zu verbessern.

 

1798

Es gab für die präbendierten jungen Mädchen bzw. Frauen keine Residenzpflicht. Der zunächst befristete Dispens von der Residenzpflicht wurde auf unbestimmte Zeit verlängert.

 

1803

Nach dem Reichsdeputationshauptschluß wurde das Fürstbistum Osnabrück dem Haus Braunschweig-Lüneburg zugewiesen. Der regierende Fürst Friedrich von York trat seine Rechte an seinen Vater, König Georg von Grossbritannien, ab. Daher betrachtete Napoleon das Fürstbistum Osnabrück als englische Provinz, die dem neuen Königreich Westfalen zugeordnet wurde.

 

1800

Die Trennwand zwischen beiden Kirchen wurde vollständig entfernt, so dass die heutige zweischiffige Hallenkirche entstand.

 

1817

Die Amtsverwaltung des neu gegründeten Amtes Bersenbrück zog in das leerstehende Kloster ein.

 

1824

Der Grundbesitz des aufgehobenen Klosters kam 1824 in die Hand der Hannoverschen Klosterkammer, die noch heute als niedersächsische Landesbehörde das nach der Säkularisation auf den Staat übergegangene Klostervermögen verwaltet.

 

1885 – 1972

Das Klostergebäude war Amtssitz des neuen Landkreises Bersenbrück, der bis 1972 bestand.

 

1913

Das spätgotische Chorgestühl wurde verkauft, es konnte 1975 teilweise von Diözesanmuseum Osnabrück zurückgekauft werden.

 

1924
Im Ostflügel des Klostergebäudes wurde das Kreismuseum eingerichtet.

Redakteur: H. Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016