Benninghausen

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.

 

Im Kamper Stammbaum wird Benninghausen aufgeführt

 

unter St.  I als: Benynchhusen prope lippiam 1240

unter St. II als: Benninghavse prope Lipstad 1240

 

Bei der Aufnahme des Klosters in den Orden (1245) wurde es der Vaterabtei Kamp unterstellt. Die geistliche Betreuung durch den Kamper Abt ist mehrfach belegt, außerdem werden eine Gebetsverbrüderung mit Kamp und Kamper Mönche schon 1266-67 erwähnt. Der Vermerk in den Statuten des Generalkapitels "sit filia de Campo" ist ein ausreichender Beleg für die volle Mitgliedschaft des Klosters im Orden.

Das Visitationsrecht ging jedoch 1620 auf den Abt des Klosters Marienfeld über (Quelle: Germania Sacra, § 25; M. Dicks S. 153 a.a.O.), der fortan auch die Beichtväter für Benninghausen bestellte. Die Bezeichnung des Klosters unter St. II entspricht daher nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.


Der Erzbischof von Köln übernahm in den letzten Jahren vor der Auflösung des Klosters ab 1790 die geistliche Aufsicht.

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 20.01.2016