Benninghausen

Zeit nach der Aufhebung

1803 - 15
Durch die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich erlitten deutsche Fürsten linksrheinische Gebietsverluste; sie sollten dafür aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 durch die Säkularisation von Kirchen- bzw. Klostervermögen entschädigt werden. Der neue Landesherr des Herzogtums Westfalen, Ludwig X. von Hessen-Darmstadt, ließ, ohne die Entscheidung von 1803 abzuwarten, den Besitz des Klosters Benninghausen schon 1802 inventarisieren. Die Aufhebung des Klosters folgte am 10.05.1804, der Grundbesitz wurde der Verwaltung des „Hessischen Rentamtes Benninghausen“ unterstellt. Die letzte Äbtissin Antonette von Amelunxen starb 1804. Die rasche Wahl einer Nachfolgerin wurde von der hessischen Regierung nicht mehr bestätigt. Das 1806 entstandene Großherzogtum Hessen trat bei der territorialen Neuregelung im Wiener Kongress 1815 das Gebiet Westfalen an Preussen ab, so dass die Besitztümer des Klosters Benninghausen in preussischen Staatsbesitz kamen.

Da bisher das Kloster für den Unterhalt der dem Kloster inkorporierten Kirche und Pfarre aufkam, wurden 1809 die Verhältnisse zwischen der Pfarre und dem Fiskus des Großherzogtums als Rechtsnachfolger des Klosters neu geregelt. Die Kirche ging in das Eigentum der Pfarre über. Für die bisher vom Kloster geleisteten Unterhaltskosten (z.B. für Reparaturen und Ausübung des religiösen Kultus) zahlte der Fiskus eine jährliche Pauschalabgabe.

1819

König Friedrich III. von Preußen schenkte die Klostergebäude und

44 Morgen Land der neugebildeten Provinz Westfalen. Die Gebäude dienten als Landarmenhaus und Strafanstalt (ab 1820), als Anstalt für Fürsorgezöglinge, Alkoholabhängige und Kriegsgefangene (1872–1918) sowie als Arbeitshaus, Strafgefängnis, Anstalt für Lungenkranke und Geisteskranke (1918–45).

 

1892
Die Kirche aus dem Anfang des 16.Jahrhunderts (1514) wurde 1892 durch den Anbau einer Kapelle und einer neuen Sakristei erweitert.


1945

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde Träger der Anstalt, die in eine Landespflegeanstalt umgewandelt wurde.

 

1966

Einrichtung einer staatlichen Schule für Krankenpflege

 

1988

Das Landeskrankenhaus wurde „Westfälische Klinik für Psychiatrie“

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 07.01.2018