Benninghausen

Gründungszeit

Die Herren von Erwitte zählten zu den führenden Adelsgeschlechtern im Herzogtum Westfalen. Erwitte war Sitz eines kurfürstlichen Gogerichtes und über Jahrhunderte hindurch auch Sitz anderer Adelsgeschlechter z.B. der Grafen von Landsberg, der Freiherren von Droste, der Freiherren von Hoerde oder der Herren von Bredenol. Die in der ersten Hälfte des 13.Jhs. auftretenden Herren von Erwitte, ihre verwandtschaftlichen Beziehungen und ihre gesellschaftliche Stellungen als Ministeriale, als Vögte von Soest oder Geseke im Dienst der Grafen von Arnsberg oder als Marschälle im Dienst der Kölner Erzbischöfe wurden ausführlich von J. Suibert Seibertz beschrieben (Quelle: Seibertz: digitale Fassung der "Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1845, S. 368-77").
Ritter Johann von Erwitte war 1226 Marschall im Herzogtum Westfalen und damit weltlicher Stellvertreter des Kölner Landesherrn. Johann besaß in Benninghausen eine Eigenkirche aus dem 11.-12. Jahrhundert mit Liegenschaften (darunter die curia Westhof) als Lehen des Benediktinerklosters Rastede bei Oldenburg. Da Johann mit seiner Frau Hildegund die Stiftungsgüter dem neuen Kloster Benninghausen ohne Zustimmung des Lehnherrn übertrug, protestierte der Abt von Rastede gegen die Verletzung seiner Rechte. Die erste Äbtissin von Gevelsberg (Christina) und der Bischof von Osnabrück erreichten aber gemeinsam, dass der Abt seine Ansprüche gegen Zahlung von 50 Mark Silber dem Kloster Gevelsberg abtrat.
Die Eigenkirche wurde dem Kloster Benninghausen inkorporiert (allerdings wurde hierüber eine Urkunde erst 1482 ausgestellt , s. Schelhasse S.11 a.a.O.) und diente sowohl den Nonnen als Klosterkirche, als auch den Bewohnern als Pfarrkirche. Die Äbtissin hatte das Vorschlagsrecht für die Besetzung der Pfarrstelle sowie der Nebenaltäre (Nikolai- und Catharinenaltar).
Das Kloster Benninghausen erhielt im 13.Jahrhundert weiterhin wirtschaftliche Unterstützung durch die Stifterfamilie und durch die Grafen von Arnsberg, außerdem auch durch die in der Umgebung des Klosters lebenden Burgmänner und Ministerialen der Grafen bzw. der Edelherren zur Lippe oder von Büren. Diesem Kreis dürften die zahlreichen Konventualinnen zuzuordnen sein.
Benninghausen wurde als Sühnekloster für die Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I. von Berg (+1225) in Gevelsberg bezeichnet, doch läßt sich ein Zusammenhang zwischen der Klostergründung und dem Attentat aus den Quellen nicht belegen. Nach der Übertragung der Fundationsgüter sind weitere Kontakte mit Gevelsberg nicht belegt. Wohl blieben die Beziehungen zum Kloster Rastede länger bestehen, das im 13.Jh. weitere Güter in Benninghausen dem Frauenkonvent übereignete und 1276 auf Ansprüche an den Gütern, auf denen das Kloster Benninghausen steht, unter der Bedingung verzichtete, dass die Nonnen ein Jahrgedächtnis für die Stifter von Rastede (Grafen von Oldenburg) zu feiern hätten (Quelle: Seibertz I, Nr. 371).
Vermutlich hing die Klosterstiftung aber damit zusammen, dass das Stifterpaar keine männlichen Erben hatte und das Kloster die Sorge für das Seelenheil der Stifter als Gegenleistung übernahm. 



 

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 09.01.2018