Benden

Visitation / Geistliche Betreuung

Nach der Organisation der Zisterzienser (Charta caritatis) oblag die geistliche Betreuung eines Frauenklosters dem Abt eines nahegelegenen Mönchsklosters. Zu den Aufgaben des Vaterabts gehörten nach den Beschlüssen des Generalkapitels z.B. die jährliche Visitation, die Leitung der Äbtissinnenwahl, die Bestellung der Beichtväter und die Kontrolle der Wirtschaftsführung.


Das Kloster Benden ist im Kamper Stammbaum unter St. I oder St. II nicht aufgeführt. Es wird bei M. Dicks als ein der Abtei Kamp „unterworfenes Kloster“ bezeichnet, jedoch wird eingeräumt, dass es letztlich der Abtei Altenberg unterstand (Quelle: M.Dicks, Fußnote S. 675 a.a.O).
Benden war das älteste als " filiae immediatae Altenbergs " bezeichnete Zisterzienserinnenkloster. Altenberger Äbte haben als patres immediatae ihre Aufgaben in Benden wahrgenomen (Quelle: Germania Sacra, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Die Cistercienserabtei Altenberg S. 84). Die geistliche Betreuung durch den Vaterabt des Klosters Altenberg ist erstmals für 1266 belegt (AHVN 19 (1868) S.310).

Allerdings war auch ein häufiger Wechsel des aufsichtsführenden Vaterabtes zu beobachten. Kloster Altenberg geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass die Ordensleitung eingreifen mußte und dem Kloster vorübergehend Kompetenzen entzogen wurden: Bereits 1446 beurkundete der Abt von Kamp, Heinrich von Niephausen (1438-52) die Ablösung einer Erbrente. Ein Altenberger Abt wurde 1467 abgesetzt und durch einen Kamper Mönch ersetzt (Quelle: Germania Sacra, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Die Cistercienserabtei Altenberg S. 52). Der Abt von Heisterbach visitierte 1470 und 1488 das Kloster Benden als Reformator bzw. Visitator. Nach dem erzbischöflichen Visitationsprotokoll von 1569 unterstand das Kloster Benden dem Kamper Abt „Marien Benden prope Brul sito... et subsunt domino abbati Kampensi “.

Zwischen 1588–1607 war der Kamper Abt Gottfried Draeck von Lobbereich als “ordinarius visitator” mit einem Güterverkauf des Klosters Benden befaßt, dem er anfangs nicht zustimmte und den er erst nach einem langen Rechtsstreit 1607 bestätigte.

Ab 1615 ist wieder der Abt von Altenberg als Vaterabt des Klosters Benden bis zur Aufhebung durchgehend belegt, z.B. wurde 1783 die letzte Äbtissin Maria Genger durch den Abt von Altenberg in ihr Amt eingeführt.

 

Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016