Benden

Gründungszeit

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Bild 2: Ansicht

Das Kloster Benden am oberen Osthang der Ville in Brühl-Heide trat zu Beginn des 13.Jahrhunderts als kirchliche Institution in Erscheinung. Nach dem “liber bonorum” des Kölner Stadtarchivs wurde Benden 1207 von Margaretha von Hersel gegründet (Quelle: P.Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 4, Landkreis Köln, Düsseldorf, 1897, S. 158), ohne dass der Gründungsverlauf näher bekannt ist.
Im Brühler Raum besaßen im frühen Mittelalter die Kölner Erzbischöfe die beiden Tafelhöfe Pingsdorf (heute: Brühl-Pingsdorf) und Merreche (heute: Brühl-Kierberg). Ein Tafelhof (oder Saalhof ) war meist ein Höfeverband mit einem befestigten Gebäudekomplex (Fliehburg) und dörflicher Ansiedlung, mit einer Kapelle oder Kirche sowie mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Tafelhöfe hatten den Lebensunterhalt des erzbischöflichen Hofstaates zu gewährleisten und dem Erzbischof samt Gefolge im Bedarfsfalle Unterkunft zu gewähren. Für die Verwalter (Ministerialen, Vögte) eines Tafelhofes galt ein besonderes Dienstrecht; das oberste Gebot war unbedingte Treue zum Erzbischof. Insgesamt gab es 12 erzbischöfliche Tafelhöfe rund um Köln (Quelle: August Freiherr von Fürth: Die Ministerialen, Cöln, 1836, S. 513; z.B. noch Blatzheim, Longerich, Elberfeld, Hilden, Zons, Deutz u.a.).

Das Geschlecht von Hersell (oder Herzelle) zählte zu den Ministerialen und stammte aus dem heutigen Bornheim-Hersel. Es übte Vogteirechte in Merreche aus und besaß in der Nachbarschaft des Klosters Benden die Burg Vochem mit zugehörigen Ländereien als ein kurkölnisches Lehen. Die Nachfahren aus dem Geschlecht Hersel waren bis ins 18.Jh. die Herren von Bodenheim, Laurenzberg und Vochem. Die Klostergründung hatte nicht nur religiöse Motive, sondern sollte vermutlich auch zum Ansehen der Familie beitragen (vgl. Förderung der Klöster Mariengarten und Burbach durch das Kölner Patriziergeschlecht Gir).  Die Familie der Klostergründerin Margarethe Hersell dürfte wesentlichen Anteil an der materiellen Ausstattung des Klosters gehabt haben. In einer Urkunde (Benden Nr. 3a) stellte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden 1238 das Kloster unter seinen Schutz, wie Ritter Hermann von Merrege und sein Sohn Lambert die Besitzungen gehabt und in Gegenwart des Erzbischofs Engelbert (1216 – 25) dem Kloster geschenkt hatten (Druck: Knipping, Bd. III, Nr. 912). Hiernach dürfte Hermann von Merrege ein Sohn (bzw. Lambert ein Enkel) der Margarethe gewesen sein, die beide als Erben der Margarethe zwischen 1216-25 nochmals die Schenkung bestätigten.
Schon im Jahre 1185 fasste Erzbischof Philipp von Heinsberg die beiden Tafelgüter Pingsdorf und Merreche zu einem neuem Burghof "an dem Brule" (die Keimzelle der Stadt Brühl) zusammen. Die jahrelangen Machtkänpfe zwischen den Erzbischöfen und den in Köln herrschenden Patriziergeschlechtern (bis 1396) führten dazu, dass sich die Erzbischöfe nach Brühl zurückzogen. Siegfried von Westerburg verlieh der Stadt 1285 die Stadtrechte und baute sie zu einem befestigten Stützpunkt aus; in seiner Regierungszeit erreichten die Auseinandersetzungen mit dem Kölner Bürgertum ihren Höhepunkt. Merreche verlor dadurch seine Bedeutung und verödete, die meisten Landbewohner zogen in den Schutz der Stadt
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Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016