Benden

Zeit bis zur Aufhebung

1207

Constantin Schrils, ein Altenberger Mönch und Beichtvater in Benden (1699-1722) schrieb 1705 ein Urbar mit einer chronikalischen Einleitung (Quelle: Hist. Arch. der Stadt Köln, Signatur „Auswärtiges Nr. 22“). Darin wird mitgeteilt, dass Marienbenden 1207 von der adeligen Dame Margaretha von Hersell gegründet wurde. Zur Grundausstattung, die Margarethe vermutlich zur Verfügung stellte oder finanziell förderte, dürften verschiedene Hofgüter und Mühlen, die noch im 17.Jh. zum Besitzstand des Klosters gehörten (Kölnische Landesdescriptionen), zu rechnen sein. Margaretha galt auch als erste Äbtissin.
Ob das Kloster von Anfang an nach den Regel der Zisterzienser lebte, läßt sich nicht mehr feststellen. Ebenso steht dahin, ob eine an den Abt von Altenberg gerichtete Aufforderung des Generalkapitels um nähere Auskünfte sich auf Benden bezog. Im Jahre 1219 sollte sich der Abt beim Kölner Erzbischof über dessen Antrag “de monialibis incorporandis ordinis” genauer unterrichten (Quelle: Germania Sacra, Neue Folge 2, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Die Cistercienserabtei Altenberg, Inkorporierte Frauenklöster, 1.Benden, S. 84: “cum non constet utrum eas velit includi”). 

 

1231

Der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenarck beurkundete 1231 im ältesten Dokument, dass ein Volkwin de Rode (Sohn des Volkwin Stempils) dem Kloster eine Mühle beim Kloster (moliendum situm propre ecclesiam a maria in prato juxta Merrege) und mehrere im Umkreis der Mühle liegende Wälder sowie kultivierte und unkultivierte Ländereien aus seinem Besitz für 30 Malter Pachtroggen in Erbpacht überlassen hat (Quelle: Lacomblet, Bd.2 Nr. 179).

 

1233
Nach dem Forschungsstand (Quelle: Literatur: A.Ostrowitzki) übertrug der Erzbischof von Köln, Heinrich von Molenarck, im Juli 1233 der Abtei von Citeaux die Klöster Mariengarten, Benden und Bottenbroich zur Eingliederung in den Orden der Zisterzienser. Die Statuten des Generalkapitels belegen für 1235 nach Vermittlung des Papstes Gregor IX. nur die Aufnahme Bottenbroichs in den Orden.
Ein Inkorporationsvermerk ist für Benden nicht nachweisbar, die Zugehörigkeit zum Orden der Zisterzienser gilt aber als gesichert. Die geistliche Betreuung des Konvents wurde durch den Abt des Klosters Altenberg ausgeübt und ist erstmals 1269 belegt, als das Kloster unter der Äbtissin Blittrudis ein Haus in Köln mit Zustimmung des Abtes verkaufte (Quelle: AHVN 19 (1868) S.310; “cum consensu venerabilis patris et domini nostri. Abbatis de veteri monti, cui nos in xpo.subjete sumus, vendidimus..”).

 

1238

Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden stellte das Kloster Benden mitsamt den Besitzungen unter seinen Schutz, und zwar so  „wie der Ritter Hermann von Merrege und sein Sohn Lambert die Besitzungen besaßen und in Gegenwart des Erzbischofs Engelbert (1216–25) dem Kloster schenkten“ (Quelle: Landesarchiv NRW, Benden, Urkunde Nr. 3a vom Juni 1238).

 

1277 - 81

Das Kloster Benden hatte sich in den letzten Jahrzehnten unter den Äbtissinnen Blytildis und Nesa so gut entfaltet, dass mit 13 Konventualinnen aus Benden das Kloster Mechtern in Köln-Ehrenfeld auf Veranlassung des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg (1275-97) in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt werden konnte (Quelle: Hüsgen, S. 249f a.a.O.).
Mechtern war ursprünglich Sitz einer Kanonikergemeinschaft des Augustinerordens, die wegen der zerrütteten Verhältnisse auf Anweisung des Erzbischofs aufgelöst wurde.


1285

Die Ortschaft Brühl entwickelte sich zur Residenzstadt der Kölner Erzbischöfe bzw. Kurfürsten. Unter dem Erzbischof Siegfried von Westerburg wurde Brühl zu einer Festung ausgebaut und erhielt Stadtrechte. Die Folge war, dass die meisten Bewohner von Merreche (Kierberg) den Ort verließen und Schutz in der neuen Stadt suchten.


1290

Das Kloster kaufte 1296 den Rodderhof.


1318 - 25

In den Fehden, die der Kölner Erzbischof Heinrichs II. von Virneburg führte, wurde das Kloster zwar nicht zerstört, hatte aber darunter indirekt zu leiden. So mußte er z.B. die Festung Brühl nach mehrmonatiger Belagerung dem Erzbischof von Trier übergeben.
Das Kloster half der Stadt Brühl 1325 aus ihren Finanznöten bei der Ablösung von Darlehen, die wegen der Stadtbelagerung aufgenommen wurden.

 

1350

Das Kloster hatte seine wirtschaftlichen Grundlagen durch Schenkungen, Tausch und Erwerb von Grundbesitz (Höfe, Mühlen, Ackerland, Waldgelände, Weinberge) oder Renten und Anniversarien weitgehend gefestigt. Viele Nonnen waren Töchter Kölner Patrizier. Das Kloster profitierte von den zahlreichen Schenkungen (Häuser, Hausanteile und Renten in Köln), mit denen die Patriziergeschlechter (z.B. Birclin, Kleingedank, Hardevust) sowie örtliche Adelshäuser ihre Töchter beim Klostereintritt ausstatteten.
Der Schwerpunkt des Grundbesitzes lag im südlichen Raume der Stadt Brühl. Die Verpachtung des Grundbesitzes in Erbpacht war eine wesentliche Einnahmequelle für das Kloster. Viele Urkunden dieser Art stammen aus der Regierungszeit der Äbtissin Blithildis (1351– 63) aus dem Kölner Patriziergeschlecht Kusino.

1383

Nach dem Bericht Schrils brannte das Kloster vollständig ab, so dass schriftliche Überlieferungen aus der Gründungszeit nicht mehr vorhanden sind; ursächlich war ein Brand der im Klosterbereich gelegenen Mühle. Das Kloster wurde unmittelbar danach mit Unterstützung des Johann von Hirsch (Kanoniker zu St. Severin und Kölnischer Offizial) und Graf Wilhelm v.Katzenellenbogen (Herr von Keldenich und Kölner Bürger) wiederaufgebaut. Es ist nicht bekannt, wo die Nonnen in der Zeit des Wiederaufbaus lebten, vermutlich wurden sie von anderen Klöstern aufgenommen. 

 

1400

Nach dem Ende der Kölner Patrizierherrschaft (1396) wurden auch Nozinnen aus (reichen) bürgerlichen Familien aufgenommen. 

 

1446

Urkundlich ist für 1446 die Ablösung einer Erbrente belegt; der Abt von Kamp, Heinrich von Niephausen (1438- 52), gab hierzu als Visitator des Kloster seine Zustimmung. Der Abt wurde vermutlich mit dieser Aufgabe betraut, weil die Abtei Altenberg nicht die notwendige Führungsautorität besaß.
Der Verkauf der Erbrente war nötig, damit das Kloster Benden infolge der territorialen Machtbestrebungen und defizitären Finanzpolitik des Fürstbischofs Dietrich von Moers (1414- 63) seine Schulden tilgen und Steuern zahlen konnte.


1452
Die Klosterreformen des 15.Jahrhunderts waren Teil einer breiten und allgemein geforderten Kirchenreform nach dem Konzil von Basel (1431–49). Das klösterliche Leben wurde nach außen vielfach als Verweltlichung bzw. Niedergang der Klosterzucht wahrgenommen. Reformziele waren vor allem die strenge Beachtung der Ordensregeln (Observanz) und die Abschließung der Klöster von der Außenwelt.
Der Fürstbischof unterstützte solche Reformen, weil er einerseits Probleme mit mehreren nicht mehr lebensfähigen Konventen im Erzstift hatte, andererseits auch seine Jurisdiktionsgewalt auf exemte Klöster auszudehnen suchte.
Man kann davon ausgehen, dass in Benden zwischen 1450-60 eine Reform stattfand (vgl. Kloster Mariengarten in Köln), da eine Nonne aus dem Kloster Sterkrade in das Kloster Benden übersiedelte, um dort ein regelgetreues Leben führen zu können. Diese Nonne wurde 1465 nach Sterkrade zur Mitwirkung bei der dortigen Reform (vgl. Kloster Sterkrade) zurückgeholt.


1469
Kurfürst Ruprecht erhob Brühl zur Landeshauptstadt von Kurköln. Brühl blieb bis 1567 Sommerresidenz des Kölner Fürstbischofs.

1470 - 88

Das Generalkapitel hatte schon Mitte des Jahrhunderts eine generelle Klosterreform nach dem Ende des abendländisches Schisma angeordnet. Diese Reformen fanden im Kloster Benden 1470 und 1488 durch den Abt von Heisterbach als Reformator bzw. Visitator des Klosters statt (Quelle: Fr.Wündisch, S.28 a.a.O.).

 

1503

Am 10.09.1503 brannte das Kloster mit Kirche, Dormitorium und übrigen Gebäuden unter der Regierung der Äbtissin Dorothea Isgens ab. Zu dieser Zeit war der Altenberger Mönch Adolph von Ratingen der Beichtvater der Nonnen. Während die Geistlichen und auch ein Teil der Nonnen auf andere Klöster verteilt wurden, führte die Äbtissin mit wenigen Nonnen in notdürftig wiederhergestellten Gebäuden ein kümmerliches Leben (Quelle: Fr.Wündisch S. 31 a.a.O.).

 

1525
Die Klosteranlage wurde unter der Äbtissin Christina Ruttenbach (1524– 41) wieder soweit erneuert, dass die Kirche durch den Kölner Erzbischof in Anwesenheit des Altenberger Beichtvaters Arnold von Solingen im Jahre 1525 konsekriert werden konnte. Es gelang der Äbtissin, das Kloster wirtschaftlich zu sanieren; trotz der finanziellen Belastungen durch den Wiederaufbau der Klosteranlage konnte sie die unter ihren Vorgängerinnen aufgelaufenen Schulden ablösen und noch Grundstücke und Erbrenten ankaufen.

1530

Die völlige Zerstörung der Stadt Brühl durch einen Brand dürfte mit wirtschaftlichen Nachteilen für das Kloster verbunden gewesen sein.

1569 - 74

Das Konzil von Trient (1545- 63) hatte in seinem Bestreben, durch einen inneren Reformprozess die Ausbreitung des Protestantismus einzudämmen, auch Maßnahmen zur Erneuerung des klösterlichen Lebens festgelegt. Das Generalkapitel beschloss daher 1565 durch beauftragte Visitationskommissare alle Klöster wieder zu einer strengen Observanz zu verpflichten, Privateigentum abzuschaffen und alle der Häresie verdächtigen Personen oder Bücher aus den Klöstern zu entfernen.
Nach dem Protokoll der erzbischöflichen Visitation von 1569 unter Salentin von Isenburg unterstand das Kloster Benden dem Abt von Kamp „ Marien Benden prope Brul sito... et subsunt domino abbati Kampensi “. Das klösterliche Leben hatte sich verändert: Die Frauen trugen (zumindest in der Öffentlichkeit) modische Kleidung mit Spitzenmanschetten und Halskrausen, so dass sie nicht mehr als Nonnen erkennbar waren. Die Klausur wurde vernachlässigt. Täglicher Gottesdienst fand nicht mehr statt. Wegen der schwachen Konventsstärke wurden die Horen nicht mehr gesungen, sondern vorgelesen. Eine Nonne hatte eigenmächtig das Kloster verlassen. Außerdem war das Kloster wieder hoch verschuldet. Es wurde zwar angeordnet, das die Nonnen ihre modische Kleidung abzulegen, Klausur und Gottesdienstordnungen besser einzuhalten und im übrigen sparsamer zu leben hätten. Trotz dieser Ermahnungen änderte sich aber kaum etwas.
Der Generalabt von Citeaux visitierte etwa 50 Zisterzienserklöster in den Diözesen Köln und Lüttich zwischen Juni – September 1574 und besuchte - aus Burbach kommend - auch das Kloster Benden am 3.August; hier lebten 7 Monialen expresse professa abbatissa comprehensa, 1 Novizin, 3 puellas ad novitiatum recipiendas und 2 Konversas. Nach seinem Bericht war das Kloster nicht gut reformiert (Quelle: Postina S. 263 a.a.O.: “hoc mon. est paulo minus precedente difformatum”).
Die Lebensverhältnisse der Nonnen im Kloster Benden entsprachen im wesentlichen denen des Klosters Burbach. Es wurden zwar die Nonnen zur Einhaltung der strengen Klausurregeln ermahnt, aber nachhaltige Änderungen des klösterlichen Lebens traten nicht ein.


1583 – 87
Die Existenz des Kloster war durch die im Truchsessischen Krieg (1583- 88) erlittenen Schäden gefährdet. Der Krieg wurde durch den Glaubenswechsel des Kölner Erzbischofes und Kurfürsten Gebhard Truchseß von Waldburg ausgelöst. Gebhard wurde 1583 abgesetzt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Gebhards und den mit ihm verbündeten kurpfälzischen Truppen gegen bayerische und spanische Truppen auf der Seite des neugewählten Erzbischofs Ernst von Bayern spielten sich insbesondere im Rheinland ab.
Als Truchsessische Söldner versuchten, das Kloster Benden zu erpressen, flüchteten die Nonnen 1583 vor drohenden Repressalien zu Freunden und ihren Familien nach Köln bzw. Münstereifel und konten erst nach einem Jahr zurückkehren (1584).
Die Nonnen flüchteten 1587 erneut, als truchsessische Söldner mit Hilfe niederländischer Truppen unter Martin Schenk von Nideggen die erzbischöfliche Residenzstadt Bonn erorberten und auch versuchten, die Stadt Brühl einzunehmen.

1587-88

Die Schulden zur Deckung der Kosten für den Exilaufenthalt der Nonnen sowie zur Beseitigung der Kriegsschäden an den Klostergebäuden war so groß, dass unter der Äbtissin Christina Gymnichs der Verkauf von Grundbesitz (z.B. Heimbachsgut zu Eckdorf) unter Zustimmung des Kamper Abtes 1587 nicht zu vermeiden war.
Der Konvent verkaufte 1588 für den Wiederaufbau seiner gebrandschatzten Höfe Neuenhof und Engendorf 60 Morgen Ackerland in Meschenich. Da der Abt von Kamp als ordinarius visitator dem Verkauf diesmal nicht zustimmte, kam es nach einem langen Prozess bis zum Reichskammergericht in Speyer erst 1607 zu einer Einigung, nachdem der Käufer eine Zuzahlung leistete (vermutlich ist aber nur der Engendorfer Hof wiederaufgebaut worden).

1590

Die Reformation dürfte nicht spurlos am Kloster Benden vorübergegangen sein. Um 1590 trat die Nonne Cäcilie Neckels aus dem Konvent aus, um Arnold Pollich aus Brühl (1590 Pfarrer in Radevormwald und entschiedener Verfechter des Protestantismus) zu heiraten.

1592 - 1602

Die Wirtschaftslage war in Benden anhaltend schlecht, weil durch die Verwüstungen im Truchsessischen Krieg die Pächter des Klosters ihre Abgaben nicht leisten konnten. Der Konvent bat wegen Zahlungsunfähigkeit um Steuererlass.
Als der Generalabt von Morimond 1602 das “ärmliche Kloster Benden” visitierte, sah er sich veranlaßt, langjährige Abgabenrückstände der Jesuiten in Walberberg einzufordern, die diese dem Nonnenkloster schuldeten.

 

1615
Nach 1615 übte wieder der Abt von Altenberg die Aufsicht über das Kloster Benden  bis zur Aufhebung aus (Quelle: vgl. Wündisch).

1618 - 67
Die überlieferten Archivalien des Klosters enthalten zur inneren Entwicklung und Geschichte keine aufschlußreichen Mitteilungen. Die Situation dürfte aber für das Kloster kritisch gewesen sein, als Hessische Truppen im Jahre 1647 Brühl plünderten und einige Jahre später (1666-67) die Pest in der Stadt herrschte.
Vermutlich besserte das Kloster seine Einnahmen dadurch auf, dass es alleinstehenden Damen lebenslängliche Wohnung nebst Unterhalt gewährte (In der Urkunde Nr. 36 a vom 26.5.1656 übertrug eine Witwe aus Brühl ihr Haus mit Garten dem Kloster als Entgelt für die Altersversorgung im Kloster).

1669

Nach einer Güteraufstellung aus dem Jahr 1669 (Kölnische Landesdescription) gehörten dem Kloster Benden u.a. ein Gut Benden mit 25 Morgen, ferner 290 Morgen vom Kloster bewirtschaftetes Land, die Bendermühle, die Theismühle zu Kierberg und eine Braunkohlengrube beim Kloster.

1675

Das Kloster erwarb ein Stadthaus in Köln als Zufluchtsort. Das Haus beim Mauritiuskloster wurde unter dem Vorbehalt weitervermietet, dass einige Räume den Nonnen in Kriegszeiten überlassen werden mußten.

1689
Bereits 1651 nahm Kurfürst Maximilian Heinrich (1650-88) den aus Frankreich geflüchteten Kardinal Mazarin als politischen Flüchtling in der Brühler Burg auf. Kurköln kam damit stark in den Sog der französischen antihabsburgischen Politik. Die Folge war, dass die französische Stadtbesatzung sich vor dem heranrückenden kaiserlichen Heer zurückziehen mußte, die kurfürstliche Burg sprengte und den Ort Brühl in Brand steckte.


1718

Die wirtschaftliche Lage des Klosters verbesserte sich unter der Äbtissin Maria Anna Wartz (1717-20), so dass der Südflügel der Klosteranlage neu errichtet werden konnte. Der heutige Backsteinbau ist Teil dieses Neubaus, der im Innern noch originale und zum Teil bemalte Stuckdecken enthält.
Diese Blütezeit hielt noch in der Regierungszeit der nachfolgenden Äbtissinnen Gertrud Wolff (1720-46) und Anna Hoerdt (1747-69) an. In dieser Zeit erlebte auch die Stadt Brühl eine kurze Blütephase, da Kurfürst und Erzbischof Clemens August (1723-1761) die Stadt und die mittelalterliche Burg zur Barockresidenz ausbauen ließ.

1730
Kurfürst Clemens August tauschte mit dem Kloster 3 Morgen erzstiftische Ländereien bei den sog. Herrenbenden gegen 3 Morgen Klosterland bei Brühl, welches zum Bau der Wasserleitung nach Schloss Brühl erforderlich war.

1756

Im 7-jähriger Krieg verbündete sich der Kölner Kurfürst mit französischen Truppen, die bei Lechenich lagerten, um holländische Übergriffe aus dem Aachener Raum abzuwehren. Kaiserliche Truppen vertrieben die Franzosen aus Bonn, Brühl, Lechenich und Kerpen. Diese Kriegsereignisse wirkten sich auch auf das Kloster aus.

 

1766

Das Kloster erlaubte dem Aufsitzer des Rodderhofes, Joh. Adam Braun, auf dem Hofgelände eine sog. Klüttenkaule zu gründen. Dies war der Beginn der Braunkohlen- und Brikettfabrik Roddergrube. Die Braunkohlengrube wurde schon wesentlich früher im Besitzbestand des Klosters (Kölnische Landesdescription 1669) aufgeführt.

 

1783

Ein schon länger bestehende Zwist im Konvent wurde auch nach Einsetzung der letzten Äbtissin Maria Genger durch den Abt von Altenberg nicht gelöst. Diese blieb aber Äbtissin trotz des Widerstandes im Konvent gegen ihre Amtsführung.

 

1794 - 98
Im ersten Koalitionskrieg annektierte die französische Revolutionsarmee das linke Rheinufer. Das Kloster sowie der Benderhof und Rodderhof wurden ausgeraubt.Die Besetzung des linken Rheinlandes führte zu Beschränkung der Rechte geistlicher Institutionen. Die Äbtissin mußte ein Darlehen zur Zahlung der auferlegten Kontributionen aufnehmen. Das Kloster war 1797 zahlungsunfähig und verpachtete den bisher eigenbewirtschafteten Benderhof, weil es die Löhne für die Landarbeiter nicht bezahlen konnte.  Die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten sogar zur Versteigerung der für 1802 zu erwartenden Ernte und trugen wesentlich dazu bei, dass die internen Zwistigkeiten im Konvent zunahmen. Der Altenberger Abt ließ eine vom Konvent beschlossene Absetzung der letzten Äbtissin Maria Genger (1783 – 1802) “wegen angeblicher Streitsucht und Unfähigkeit” nicht zu.


1802
Durch den französischen Konsularbeschluß von 1802 wurden geistliche Körperschaften aufgehoben. Die 10 Religiosen, 1 Prior und 14 Bedienstete mußten das Kloster Benden verlassen.


Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung: 21.01.2016