Zisterzienserinnen

unter der Aufsicht des Klosters Kamp

Die rheinisch-westfälische Region weist eine reiche Klosterkultur seit dem Mittelalter auf. Die hier ansetzende religiöse Frauenbewegung zeichnet sich besonders dadurch aus, dass ledige Frauen nicht nur Schutz und Geborgenheit in der Gemeinschaft mit anderen Frauen suchten, sondern auch um eine gemeinsame religiöse Lebensgestaltung nach den Regeln der Benediktiner, Prämonstratenser, Zisterzienser, Medikantenorden oder Beginengemeischaften bemüht waren. Alle Gemeinschaften lebten im benediktinischen Geist der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit. Von den meisten Frauenklöstern, die unter Napoleon aufgehoben wurden, ist heute kaum etwas erhalten geblieben.

Die folgende Zusammenstellung nach Mathias Dicks (Quelle: Mathias Dicks, „Die Abtei Camp am Niederrhein, 1913, Steiger Verlag, Moers) behandelt insgesamt 24 Klöster der Zisterzienser, die jedoch nicht alle der geistlichen Betreuung und Aufsicht des Klosters Kamp am Niederrhein (Kamp-Lintfort) unterstellt waren. Älteren Darstellungen der von Kamp ausgehenden Filialklöster (Stammbaum St.I. als Anhang zur Kamper Chronik; Stammbaum St.II. - ein Ölgemälde von 1728 mit den Filiationen des Klosters Kamp, davon 18 Frauenzisterzen am unteren rechten Ast) fehlen Zuverlässigkeit bzw. Vollständigkeit. Die Klöster Benden, Coesfeld, Leeden, Holthausen, Netze und Wormeln zählen nicht zur Kamper Klostergemeinschaft, auch wenn es im Einzelfall Berührungspunkte mit dem Kloster Kamp gab, sofern der Abt Entscheidungen vermutlich in seiner Eigenschaft als Ordensvikar für den Niederrhein und Westfalen, aber nicht als Vaterabt zu treffen hatte.
In den ersten Jahrhunderten unterstanden maximal 14 Frauenklöster gleichzeitig der Aufsicht des Klosters Kamp (vgl. Umlage einer Ordenssteuer durch den Kamper Abt im Jahre 1473 auf die Frauenklöster; Quelle: Binterim und Mooren: Die Alte und neue Erzdiözese Köln, Urkundensammlung zur Geschichte der Erzdiözese, Zweiter Teil, Mainz 1831, Nr. 436).
Durch den Wechsel der Paternität oder durch Auflösung von 6 Klöstern infolge der Reformation beaufsichtigte das Kloster Kamp ab etwa 1600 nur noch 11 Frauenklöster. Lediglich 9 Frauenklöster unterstanden ohne zeitliche Unterbrechnung dem Kloster Kamp.
Die westfälischen Klöster Leeden, Holthausen, Netze und Wormeln lebten seit ihrer Gründung nach der Zisterzienserregel, wurden aber erst gegen Ende des 15.Jahrhunderts formal in den Ordensverband aufgenommen. 
Kamper Stammbaum
Oelgemälde von 1728

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Redakteur: H.Dickmann - Aktualisierung der Site: 20.11.2016